von Berta Wienziers

20/07 2016

Schulgeschichte

Walter Schimek, ehemaliger Lehrer und Gemeindearchivar, hat die Geschichte  unserer Dorfschulen sorgfältig erforscht und genauestens aufgeschrieben. Diese Aufzeichnungen sind nun die Grundlage für diesen neuen Archivbericht, der in der nächsten Zeit über das Gemeindeblatt und die Internetseite der Gemeinde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Zur allgemeinen Verständlichkeit hier einige Vorbemerkungen:

Lehrer hatten bis ca. 1830 keine besonderen Vorbildungen für diesen Beruf. Sie wurden von einem Schulmeister in einer Art Lehre angelernt und durften sich danach „Schulmeister“ nennen. Das Gehalt des Lehrers reichte selten für den Lebensunterhalt und so hatten diese meist noch einen anderen Beruf, wie z.B. Schneider, Schuhmacher usw., oder sie waren für die Kirche als Mesner, Vorsänger, Orgelspieler, Glockenläuter, Leichenbitter und Totengräber tätig. Sie bekamen daher als Lohn auch sogenannte „Läutgaben“. Jeder Schüler musste ein Schulgeld, in Form von Getreide oder Lebensmittel, wie z.B. Brot, Eier, Fleisch, zahlen. Der Unterricht wurde in manchen Orten anfangs nur im Winter gehalten, da die Kinder im Sommer daheim mithelfen mussten. In der Anfangsgeschichte lehrte man in der Schule: das Lesen in der Bibel, Singen von religiösen Liedern und auswendig Lernen des Katechismus, erst später ab ca. 1730 kam noch Rechnen hinzu.  Ein eigenes Schulhaus war ebenfalls anfangs  nicht vorhanden. Die Schulmeister, oder auch Mesner genannt, unterrichteten in ihrer eigenen Wohnung. Jährlich besuchten Inspektoren diese Lehrstunden und verfassten darüber einen Visitationsbericht, der an die Gemeinde und die Schule geschickt wurde und nun für Nachforschungen eine wahre Fundgrube darstellen.

Die Schulgeschichte der einzelnen Dörfer wird jeweils mehrere Fortsetzungen haben.

 

20/07 2016

Döllwang

1676 Visitationsbericht: Schule und Lehrer fehlen.

1688 Visitationsbericht: Der Schulmeister ist ein guter alter Mann, hat ca. 25 Schüler. Pfarrer besucht die Schule selten. Lehrer wohnt auf dem schlecht gedeckten Friedhofsturm, bei dem auch ein kleiner Stadel ist. Baulast hat die Kirche, es sollte aber auch die Gemeinde etwas leisten. Einkommen: von der Gemeinde 6 Metzen Korn, 2-3 Metzen Läutgaben, 5 Metzen Hafer, 30 Kreuzer von der Kirchenwäsche, 3-4 fl (Gulden) Accidentien (Bezüge, Lohn), von der Gemeinde 2 Maß Brennholz. Christenlehre hält der Pfarrer, aber mit geringem Erfolg.

1691 Georg Mittelhammer, Mesner und Schulmeister, Schwager von Pfarrer Lukas Knab.

1692 Visitation: Mesner ein erfahrener und guter Mann.

1694 Visitationsbericht: Mesnerhaus ist wieder restauriert. Georg Streit, Schullehrer und Mesner, vom Oberheiligamt (Kirche) verpflichtet.

1706 Pfarrbeschreibung: Schüler im Winter 30, in den Filialen 20 bzw. 24. Ein Lehrer vorhanden, zugleich Schneider mit geringer Besoldung.

1739 Visitationsbericht: Schulmeister lehrt die Kinder lesen, die Handschrift ist aber schlecht. Einkommen 40fl, der Profession nach Schneider, hat schlechtes Haushalten und schlechten Humor. Schulhaus bis jetzt vom Heiling (Kirche) auferbaut und unterhalten, will aber jetzt der Gemeinde zugeschoben werden.  Georg Rackl von Döllwang klagt gegen den Schulmeister, weil dieser die Dragoner gegen ihn aufgehetzt und sie beschenkt hat, dass sie ihn schlagen möchten. Der Lehrer drohe außerdem, in der Schule die Kinder von Rackl hart zu traktieren.

1740 Mesner und Schulmeister Johann Adam Schweizer gestorben. Sein Sohn Michael Schweizer bewirbt sich um die Nachfolge, wird aber vom Pfarrer wegen „notorischer Untüchtigkeit“, schlechter Handschrift und schlechter Stimme abgelehnt. Die Regierung hält aber an ihm fest und verfügt „ihn nicht zu torpedieren“. Der Generalvikar besteht darauf, ihn nicht als Mesner anzuerkennen. Der Pfarrer schlägt der Regierung in Amberg den Schulmeistersohn von Wissing, Georg Simon Pecher vor, der bereit ist, der Witwe Schweizer jährlich 4 Metzen Korn und 2fl lebenslänglich zu zahlen, sowie den drei Kindern einmalig 10fl. Der Dienstertrag ist ca. 40fl. Während früher 30 Kinder die Schule besuchen, kommen zum jungen Schweizer nur 4 Kinder.

1741 Schulhaus steht im Friedhof, von der Kirche gebaut und unterhalten. Besoldung: 1 Wiese, etliche Äcker, um den halben Pacht von der Kirche dem Mesner überlassen, von 32 Häusern je ½ Metzen Korn und eine Läutgabe, 8fl Schulgeld. 1757 Konrad Merl, Schullehrer und Mesner.

1781 das Schulhaus in Döllwang wird umgebaut.

1787 Konrad Merl hat ein Einkommen von 47fl 27kr.

 

1908
Postkarte von Döllwang

1811 Visitationsbericht: Die Schule in Döllwang zählt ca. 66 schulpflichtige Kinder und diese sind in einem sehr engen, dumpfen und finsteren Raum eingeengt, dass man beim hellen Tage die Laterne des Diogenes bräuchte. Dieser Übelstand wird dadurch noch übler, indem das ganze Schulhaus total ruinös ist. Da der Schullehrer weder für den kommenden Winter das Schulhaus bewohnen, viel weniger darin Schule halten, noch selbes ausgebessert werden kann, so wird vorgeschlagen: 1. Man miete die obere, geräumige und leerstehende Wirtsstube zum Schulgebrauch. 2. Nahe beim Ort befindet sich ein sehr geräumiger öder Platz, worauf das neue Schulhaus und ein Schulgarten verlegt werden könnte. Das alte  ruinöse Schulhaus wird verkauft und zum Bau verwendet. Die Filialkirchen Wappersdorf und Weihersdorf haben schöne Waldungen, aus diesen könnte man das Bauholz und jenes zum Kalkbrennen nehmen und da sie vermögend sind, auch eine beliebige Summe bewilligt werden. So könnten auch die eingeschulten Gemeinden ihren Teil beitragen.

1811 Brief des Schulmeisters Kaspar Janko: Das Schulhaus ist baufällig und viel zu klein, es besteht aus einem einzigen Zimmer, welches zugleich Schul- und Wohnzimmer, leider Gottes auch oft als Krankenzimmer herhalten muss, wenn jemand im Schulhaus krank wird. In diesem kleinen Häuschen ist kein Platz vorhanden, wo ein Zimmer angebracht werden könnte. Nur oben unter dem Dach ist ein kleines Kämmerlein, wo man im Sommer vor großer Hitze und im Winter vor großer Kälte fast zugrunde gehen muss. Nachdem nun auch die Königl. Baierische Verordnung die zwei Filialschulen Wappersdorf und Weihersdorf ganz aufgehoben und zur Pfarrschule nach Döllwang einverleibt sind, so ist höchst notwendig, dass das Schulzimmer vergrößert und vom Wohnzimmer abgesondert werde. Schon vor zwei Jahren war  Herr Kreis- und Bauinspektor von Eichstätt hier und sah das Schulhaus in Döllwang für einen notwendigen Bau an. Aber seitdem ist es durch das gewaltige hinein Wittern soviel schlechter geworden, dass es unmöglich war, länger darinnen zu wohnen. Denn alle Fensterstöcke samt den Rahmen sind völlig verfault, die Stubentür ganz zerbrochen, der Feuerofen zum einfallen hergerichtet, sodass wir immer in größter Gefahr sind, dass nicht etwa noch ein großes Unglück mit dem Feuer geschehen könnte. Daher ergeht mein untertänigst gehorsamstes Bitten mich in dieser Sache zu unterstützen und aus Liebe zu meiner Schuljugend mir künftigen Winter zu einer anderen tauglichen Herberge behilflich zu sein.

1812 Der Bau eines neuen Schulhauses ist dringend notwendig und bereits mit einem Kostenvoranschlag von 990fl im Bauetat von 1811/12 aufgenommen. Die Gemeinden Wappersdorf, Weihersdorf und Wangen wollen dies aber nicht mittragen und verlangen ihrerseits, dass das Schulhaus für die ganze Pfarrei entweder in Wappersdorf gebaut wird, oder sie sich selbstständig machen wollen und ihr eigenes Schulhaus bauen werden. Der Pfarrer von Döllwang merkt an, dass die Schule in den Ort gehört, in dem der Pfarrer wohnt, denn er könne unmöglich mehrmals in der Woche eine halbe Stunde Fußweg auf sich nehmen, um die Schule vorschriftsmäßig zu besuchen. Nach vielen Streitereien einigte man sich auf einen kostengünstigen Bau in Döllwang, mit Baumaterial aus den Kirchenhölzern.

1815 Lehrer Janko streitet mehrere Jahre um mehr Lohn, erhält ihn aber nicht. Als er erblindet, ersucht er das Königl. Bayer. Generalkommisariat um eine hinreichend jährliche Zulage oder ihm als Besoldungszulage eine Pfründe vom Spital zu Freystadt anzuweisen. Er muss nun aus seinem kargen Gehalt auch noch einen Hilfslehrer bezahlen, da er selbst nicht mehr unterrichten kann.

1818 Der erblindete Lehrer Kaspar Janko macht die mündliche Anzeige, dass er nun seiner Bitte gemäß, durch die gnädigste Verleihung einer zweiten Spitalpfründe zu Freystadt, in seinem Unterhalt gesichert, von dem Schuldienst in Döllwang befreit ist und bereits in das Spital in Freystadt gezogen ist. Dadurch ist der Schuldienst in Döllwang mit dem Mesnerdienst „in Erledigung gekommen“, also für einen neuen Lehrer frei.

1819 Der Schulprovisor Peter Pöringer wird für immer vom Schulamt ausgeschlossen, nachdem er einem neu ankommenden Schulamtsanwärter erzählt hatte, dass es in Döllwang sehr wenig zu verdienen gäbe. Der Schulprovisor Hell kommt für Pöringer nach Döllwang. Dem Peter Pöringer wurde seine Entlassung erst bei Ankunft des neuen Lehrers Hell mitgeteilt, weil in der Pfarrei sonst niemand vorhanden gewesen wäre, der den Mesner- und Kirchendienst hätte versehen können.

1820 In den Jahren 1819/1820 wird das Schulhaus gebaut, wie mehrere Rechnungen der einzelnen Handwerker bezeugen.

1821 stirbt der Schullehrer Kaspar Janko und seine Witwe Elisabeth Janko bittet die Regierung ihr die 25 fl auch für das Jahr 1821/22 zu gewähren.

Lehrer Platzer mit seinen Schulkindern von 1919
Schulhaus Döllwang

1825 Der Lehrer Leonhard Hell bittet darum, dass ihm auch für die Feiertagsschule Schulgeld gewährt wird. Das wird aber mit der Begründung abgelehnt, dass das noch kein anderer Lehrer des Bezirks verlangt hat.

1841 Leonhard Hell wird nach Günching versetzt und an seine Stelle Karl Neupert von Loderbach nach Döllwang berufen.

1845 stirbt der Lehrer Neupert und hinterlässt Frau und sieben unmündige Kinder. Sein Nachfolger Johann Krepl von Pfraundorf muss an die Witwe Neupert drei Jahre lang ein Absent (Rente) von 10 fl zahlen.

1857 wird bei der Schulprüfung festgestellt, dass eine Erweiterung des Schulhauses im Interesse der Gesundheit der Kinder unumgänglich notwendig ist.

1858 gehen mehrere Briefe von der Pfarrei, der Gemeinde und der Baubehörde hin und her, in denen es um Befürwortung oder Ablehnung einer Erweiterung des  Schulgebäudes geht. Ebenfalls wurden bereits Kostenvorschläge und Baupläne erarbeitet.

1859 schreibt der Schullehrer Johann Krepl an die Regierung der Oberpfalz: Seit mehr als zehn Jahren wurde bei der jährlichen Schulprüfung die Beengtheit des Schulzimmers gerügt und auf eine Erweiterung des Schulhauses hingewiesen. Die Schule zählt derzeit 75 Schüler, es könnten aber noch mehr werden, wenn die Schulzeit bis zum dreizehnten Lebensjahr verlängert wird. Diese Schülerzahl ist täglich in ein 21-Schuh langes und 14-Schuh breites Schulzimmer eingepresst. Der Stall befindet sich unter dem Erdgeschoss im Keller und ist nur durch eine Falltüre erreichbar, die die ganze Breite des Fletzes (Flur) einnimmt und über welche täglich vielmals gegangen werden muss, weil sie sich zwischen Wohnzimmer und Küche befindet. Schon beinahe alle meine Familienmitglieder sind durch genannte Falltür hinabgestürzt und haben bedeutende Verletzungen erlitten. Da der Bau aber jetzt bevorsteht, möchte ich nicht weitere Klagen vorbringen.

Der Schulbau verzögert sich weiterhin, da in Döllwang ein ansteckendes Nervenfieber ausgebrochen ist und die Getreideaussaat zuerst erledigt werden muss. Außerdem mussten männliche Gemeindebürger zum Militärdienst einrücken und es herrscht große Bestürzung der Landbevölkerung wegen des drohenden Weltbrandes. Im Oktober erstattet die Gemeinde Bericht, dass die Erweiterung des Schulhauses vollendet ist. Die Gesamtkosten betrugen 1058 fl und 20 kr.

1874 findet eine Schulvisitation statt.

1875 wird dem Lehrer Johann Krepl nahegelegt, um Pensionierung oder um eine kleinere Schulstelle nachzusuchen. Er bittet aber darum, in Döllwang bleiben zu dürfen, da er bereits seit 30 Jahren diesen beschwerlichen Dienst versieht. Das wird ihm genehmigt.

Die Schülerzahlen reduzieren sich, da Wappersdorf eine eigene Schule eröffnet.

1878 Johann Krepl reicht mit 71 Jahren und nach 51 Jahren Schuldienst sein Pensionierungsgesuch ein.

1879 der Schulgehilfe Michael Balk aus Meckenhausen wird kurzzeitig zum Lehrdienst nach Döllwang berufen. Der Lehrer Sebastian Peißner kommt von Reichertshofen als Nachfolger  Johann Krepls nach Döllwang. Sein Einkommen beträgt 780 Mark.

1882 Sebastian Peißner wird nach Treffelstein versetzt und die Lehrerstelle in Döllwang übernimmt Georg Maier aus Kürmreuth.

1884 findet wieder ein Lehrerwechsel statt, Georg Maier geht nach Seugast und Alois Scheck kommt aus Burggriesbach.

1886 auf eigenes Ansuchen wegen körperlicher Dienstunfähigkeit wird der Lehrer Alois Scheck im Oktober in den Ruhestand versetzt. Eine Woche später verstirbt er.

Zur Aushilfe wird der Schulpraktikant Alois Schatz aus Regensburg bestimmt.

Ab November unterrichtet Johann Hofmann aus Sondersfeld für 810 Mark in Döllwang.

1889 der durch die Versetzung des Lehrers Johann Hofmann nach Thannhausen erledigte Schuldienst ist Georg Stiegler in Langenteilen übertragen worden.

1890 Lehrer Stiegler berichtet, dass die Schule derzeit von 28 Kindern besucht wird.

1894 Dem Lehrer Georg Stiegler wird die freigewordene Stelle in Wolfsbuch übertragen. Sein Nachfolger in Döllwang wird Michael Linhard aus Vilshofen.

1898 wird das Schulhaus renoviert.

1899 schreibt das Bauamt: Die Lehrerwohnung im Schulhaus ist sehr beschränkt. Dieselbe besteht aus einem Wohnzimmer, das der Lehrer zugleich als Schlafzimmer benutzen muss, weil die anstoßende Kammer als Schlafzimmer viel zu klein und feucht ist. Außerdem hat der Lehrer im ersten Stock ein kleines Kinderzimmer und eine noch kleinere Kammer, zu ebener Erde eine Magdkammer und Waschküche. Diese Wohnung entspricht nicht den bescheidensten Ansprüchen. Das Gebäude ist baulich sehr heruntergekommen. Die Fenster sind verfault, die Fensterläden hängen als Trümmer am Hause, die Treppe ist vollständig ausgetreten. Die Kosten für die Erneuerung der schlechten Schulbänke betragen 2000 Mark. Die Wohnung würde aber trotz Reparatur immer wieder zu Klagen Anlass geben, denn das Schulhaus steht im Friedhof vor der Kirche und ist baulich schlecht und es ist schade für jeden Pfennig, der noch für dieses Gebäude ausgegeben wird. Die Ostseite liegt zwei Meter vom Gottesacker entfernt, das Wohnzimmer liegt tiefer als der Friedhof, der bis zur Fensterhöhe ansteigt. Die Südseite berührt die Ortsstraße und zwar an einem Punkt, an welchem unter einem rechten Winkel die Bahnhofstraße Deining von Waltersberg her verläuft, sodass die Fuhrwerke mit Peitschenknall stets an das Schulhaus an- und vorüberfahren. An der Westseite liegt einen Stock tiefer als das Wohnzimmer des Lehrers Stall und Keller. Gegenüber der Südseite steht das überragende Pfarrhaus, das dem Schulhaus die Mittagssonne raubt und deshalb ungesund ist.

Erstkommunion
Postkarte

1903 der Lehrer Michael Linhard wechselt von Döllwang nach Freystadt. Seine Stelle wird im Kreisamtsblatt ausgeschrieben. Das Diensteinkommen beträgt 1200 Mark, außerdem noch nicht eingerechnetes Einkommen von 163,91 Mark. Schulverweser Franz Xaver Haimerl aus Steinberg übernimmt die freie Stelle in  Döllwang.

1904 schreibt das Bezirksamt an die Regierung der Oberpfalz, dass ein Schulhausneubau angebracht wäre.

1905 wünscht Pfr. Thumann, ebenso dringend wie sein Vorgänger, die Errichtung eines Schulhauses, kann aber gegen die Gemeindebewohner nichts ausrichten, die sich seit 15 Jahren gegen dieses Vorhaben wehren. Eine Ortsbesichtigung ergab, dass vor allem die Schulaborte ungenügend sind. Sie sind außer Haus, an die Scheune anstoßend angelegt und nur durch eine Bretterwand gebildet, aber nicht abgedeckt. Die Lehrerwohnung ist aber in noch wesentlich schlechterem Zustand und menschenunwürdig. Wieder schlägt die Kommission einen Neubau vor.

1907 findet auch wieder ein reger Briefwechsel mit Schuldzuweisungen, Beschwerden und Beschlüssen, zwischen der Gemeinde, dem Schulamt und den Behörden zu dem gewünschten Neubau statt.

1907 wird der Lehrer Franz Xaver Haimerl nach Hohenburg versetzt.

1908 wird sein Nachfolger in Döllwang, Joseph Platzer aus Aufhausen.

1909 beschließt der Gemeindeausschuss den Neubau des Schulhauses.

1910 beginnt der Schulhausbau und wird nach einem Jahr fertiggestellt.

1914 wird das alte Schulhaus wegen der Kirchenerweiterung abgerissen.

1916 Lehrer Platzer wird zum Heeresdienst einberufen. Für die Dauer seiner Abwesenheit übernimmt die Schulpraktikantin Cäcilia Königer aus Berngau  die Aushilfsstelle.

1919 unterrichtet Joseph Platzer wieder in Döllwang.

1925 Hauptlehrer Platzer wird nach Neumarkt versetzt und seine verwaiste Stelle in Döllwang wird dem Lehrer Josef Böllert übertragen. Die Ehefrau von Josef Böllert übernimmt den Handarbeitsunterricht an der Schule.

1954 tritt der Oberlehrer Josef Böllert in den Ruhestand und Lehrer Georg Meier unterrichtet ein halbes Jahr die Döllwanger Schulkinder.

1955 Lehrer Hans Luft aus Thalmässing wird auf seinen Antrag hin an die Volksschule in Döllwang versetzt.

1969 der Schulverband Deining wird gegründet und es werden nur noch einzelne Jahrgänge in Döllwang unterrichtet, die auch aus anderen Dörfern mit dem Schulbus transportiert werden.

1972 die Schule in Döllwang wird aufgelöst und die letzten verbliebenen Schüler und Lehrer Luft wechseln nach Deining in die Verbandsschule. 

Namentlich bekannte Lehrkräfte an der Döllwanger Schule:

Georg Mittelhamer 1691. Georg Streit 1694 – 1711. Johann Adam Schweizer bis 1740. Michael Schweizer 1740. Georg Simon Pecher 1742. Konrad Merl 1757 – 1787. Kaspar Janko 1771 – 7.11.1818. Josef Merl 1815. Peter Pöringer bis 5.1.1819. Leonhard Hell 5.1.1819 – 22.10.1841. Karl Neupert 1841 – 15.2.1845. Johann Krepl 6.8.1845 – 16.1.1879. Michael Balk 16.1.1879 – 16.3.1879. Sebastian Peißner 16.3.1879 – 1.7.1882.  Georg Maier 16.7.1882 – 30.4.1884.  Alois Scheck 1.6.1884 -30.9.1886. Alois Schätz 1.10.1886 – 15.11.1886. Johann Hofmann 16.11.1886 – 16.7.1889. Georg Stiegler 16.7.1889 – 16.11.1896. Michael Linhard 16.11.1896 – 16.3.1903. Franz Xaver Haimerl 16.3.1903 – 16.2.1908. Joseph Platzer 16.2.1908 – 1.6.1925. Cäcilia Königer 1.9.1916 – 6.1.1919. Josef Böllert 1.6.1925 – 31.11.1254. Theresia Böllert 1.10.1925.  Matthias Schuster Sept. 1945 – Jan. 1946. Johann Loda Nov. 1946 – Juli 1947. Elfriede Gleißner 8.1.1946 – Okt 1947. Georg Meier 18.10.1954 – 31.1.1955. Hans Luft 1.2.1955 – 31.7.1972. Richard Dotzer 5.7.1961 – 25.7.1961. Erich Sennebogen 4.11.1964 – 31.1.1965. Günther Heinemann 4.10.1967 – 29.10.1967. Bernhard Kaksch 1.11.1968 – 31.1.1969. 

Lehrer Böllert
Lehrer Luft

19/04 2017

Großalfalterbach

1600 -1604 In den Visitationsprotokollen  wird noch keine Schule genannt, ebenso nicht bei den nachfolgenden der protestantischen Zeit.

1629 Visitator findet, dass der Mesner 18 Metzen Korn und 2 Wiesenflecklein zur Besoldung hat. Dass er Schule gehalten hat, davon ist keine Rede.

1676 Visitationsbericht: Schule und Lehrer fehlen.

1688 Schulmeister ohne Namen erwähnt, ist aber sehr nachlässig und unterrichtet wenig. Kein Schulhaus. Mitten im Winter kommen bloß 12 – 15 Schüler. Einkommen: 1 Tgw. Wiesen, von der Gemeinde 18 Metzen Korn, 4-5 fl. Accidentien, Aufnahme durch weltliche Behörde. Professio fidei nirgends abgelegt. In Kleinalfalterbach keine Schule, sie verlangen auch keine.

1692 Lehrer vorhanden; wenn nicht zu loben, doch erträglich. In Kleinalfalterbach selten Christenlehrer.

1706 45 Schüler, im Winter 30. Besoldung des Lehrers gering. In Kleinalfalterbach hält der Mesner im Winter Schule für 20 Kinder.

1717 Matthias Klein, Schulmeister kommt nach Weinsfeld.

1720 Georg Lachner, Schulmeister in Berg, bekommt dort einen schlechten Bericht. Ihm wird seine Nachlässigkeit im Dienst und  Beleidigung des Pfarrers vorgeworfen. Danach wird er nach Großalfalterbach versetzt.

1722 Visitationsbericht: Mesner ein guter und rechtschaffener Mann.

1730 Schullehrer und Mesner Hans Glos (Glas), geboren 1706 in Schnufenhofen, ohne Handwerk, aufgenommen vom Grafen von Holnstein. Für seine Kirchenwiese hat er 2fl 30 kr Pacht zu bezahlen. Besoldung 55 fl 24 kr.

1739 Visitationsbericht: Lehrer kann ehrlich leben, das weltliche Amt nimmt ihn auf. In Eichstätt examiniert und konfirmiert.

1744 stirbt Lehrer Georg Lachner im Alter von 88 Jahren.

1758 Josef Lachner verlässt Großalfalterbach. Er hat sich bei seinem Vetter Lehrer Hans Adam Glas, als Kirchen- und Schuldiener gebrauchen lassen. Auch mit Singen, Lesen und Schreiben ist er den Schulkindern fleißig vorgestanden.

1766 Mesner- und Schulhaus wird von der Kirche unterhalten.

1788 wird das erste Schulhaus mitten im Orte „nächst der Kirche“erbaut. Einstöckig, mit Ziegeln bedeckt. Eigentum und Baulast: Schulgemeinde und Kirchenstiftung Groß- und Kleinalfalterbach.

1833 Reines Einkommen der Schulstelle von Großalfalterbach 168 fl 57,5 kr.

1844 erscheint vor dem Armenpflegschaftsrat Leonhard Glas, ehemaliger Schullehrer und Mesner, und stellt nachstehende Bitte: Er ist  78 Jahre alt, ganz unvermögend, gebrechlich, seines Dienstes entlassen und vermag sich nicht mehr selbst zu ernähren. Sein kleiner Lohn als Gemeinde-Flurwächter reicht nicht, um die nötigsten Bedürfnisse zu befriedigen, deshalb ist er gezwungen die Armenpflege um Unterstützung zu bitten.

1845 erhält der Lehrer und Mesner Peter Schwarzer für das Säubern der Kirchenwäsche 3,5 Pfund Seife und 6 Besen zum Auskehren der Kirche.

1850 der erledigte Schul- und Mesnerdienst soll wieder besetzt werden. Der erwähnte Dienst gewährt ein Jahreseinkommen von 200 fl.

1850 der neue Pfr. Klob wird der versammelten Schuljugend außerhalb des zu engen Schulhauses vorgestellt und es wird ihm die Aufsicht auf den Unterricht übertragen, da dieser bisher immer mit Lehrern versehen war, welche ihrer Aufgabe nicht hatten entsprochen.

1860 Reines Einkommen der Schulstelle 230 fl 55,2 kr

1863 der Lehrer bekommt ein Einkommen von 280 fl.

1863 der Schullehrer Friedrich Hess legt beim Bezirksamt Beilngries seinen Diensteid ab.

1878 Laut Entschließung der Regierung von Mittelfranken ist der Lehrer Michael Bschick zum Schullehrer in Herrieden ernannt. Sein Nachfolger in Großalfalterbach wird für drei Monate der Schulverweser Johann Baptist Mayerhöfer. Ihm folgt Franz Kreuzer als Schulleiter.

1881 Der Voranschlag für den Schulhausumbau zu Großalfalterbach beziffert sich auf 6486,07 Mark. Nach den bestehenden Bestimmungen und den vorliegenden tatsächlichen Verhältnissen, verteilen sich nun die Kosten so, dass davon die Hälfte mit 3243,04 Mark die Schulgemeinde (Eingeschulte) von Großalfalterbach und die andere Hälfte, also je ein Viertel die Kirchengemeinde Großalfalterbach und die Kirchengemeinde Kleinalfalterbach zu tragen hat.

1882 der Lehrer Franz Kreuzer erhält einen Urlaub vom 23. Juli bis 3. September. Die letzte Woche des Schuljahres vom 23. bis 31. Juli wird der Unterricht vom Pfr. M. Betz als Lokalschulinspektor erteilt.

 

 

Postkarte
Palmsonntag
Klassenfoto

1886 Statistik: Schul-, Kantor-, Organisten- und Mesnerdienst vorhanden. Vorbereitung I, II und III Klasse. 60 Werktagsschüler, 15 Feiertagsschüler. Eingeschult: Sallmannsdorf, Kleinalfalterbach, 4 Häuser von Pirkach, Körndlhof und 2 Bahnwärterhäuser. Besetzungsrecht: Kgl. Regierung. Lehrzimmer: Parterre, beschränkt, 4 Fenster (feucht). Die Schulgemeinde liefert 18 Ster weiches Scheitholz und bezahlt das Beifahren, Spalten und Anrichten desselben. Beheizung und Reinigung der Schullokalitäten besorgt der Lehrer für 15 Mark. Wohnung: Parterre, 1 heizbares kleines Wohnzimmer mit 2 Fenstern, 1 unheizbare Kammer mit 1 Fenster, 1 helle Küche mit Kochherd. Unter dem Dach sind 2 heizbare Dachkammern mit 1 bzw. 2 Fenstern (alles feucht). Unter dem Schulzimmer befindet sich der Stall, welcher durch eine Wand in 1 Viehstall (für 2 Stück Vieh) und in den Schweinestall geteilt. Boden und Hofraum sind klein, die Scheune ist 100 Schritte vom Schulhaus , ist ruinös, soll bald repariert werden. Der Keller ist außer dem Hause, wegen seiner Lage und wegen des Eindringens von Wasser fast unbenützbar. Der Backofen befindet sich neben dem Schulhaus. Das Wasser muss aus einem Privatbrunnen geholt werden. Einkommen als Lehrer: Schulgeld von 36 Werktagsschülern à 3,44 M, 18 Feiertagsschüler à 2.40 M.

1889 Ein Schreiben des Bezirksamt Beilngries fordert die Schulsprengelvertretung auf, ein neues Schulhaus zu erbauen. Das derzeitige Schulzimmer hat eine Länge von 6,55m, eine Breite von 4,65m und eine Höhe von 2,60m. 66 Schüler besuchen in diesem Jahr die Schule. Die Gemeinde Großalfalterbach möchte nur durch einen Anbau das Schulzimmer vergrößern. Das Bezirksamt drängt auf einen Neubau. Der Lehrer schickt ein eigenes Beschwerdeschreiben an die Königl. Regierung. Darin zählt er alle Missstände auf, wie z.B. zu kleines Schulzimmer, nasse schimmelige Wände, auch in der Lehrerwohnung. Der Lehrer schlägt vor, dass die Schüler geteilt und in zwei Gruppen hintereinander unterrichtet werden. Dieser Vorschlag wird von der Regierung sofort genehmigt, ebenso wird der Zustand des Schulhauses für so schlecht befunden, dass es nicht einmal als Wohnung für den Lehrer zumutbar ist.

1890 Großalfalterbach beschließt den Neubau eines Schulhauses mit einer Lehrerwohnung. Ein Bauplatz in westlicher Richtung wurde bereits ausgesucht. Auch der Lehrer Franz Kreutzer erklärt sich mit dem Plan einverstanden und die Regierung genehmigt die Baupläne.

1891 Neubau des Schulhauses durch die Gemeinde allein, das bisherige wird getauscht gegen Pl.-Nr. 35, Hofraum und Garten mit Draufgabe von 725 Mark. Das Schulhaus wird am 1. Oktober bezogen.

1894 Der Lehrer Franz Kreutzer stirbt an Typhus. Um die verwaiste Stelle bewerben sich sechs Lehrer. Die Schule bleibt den Winter über geschlossen.

1895 dem Schullehrer Josef Griener wird die Lehrerstelle ab Februar übertragen.

1897 Josef Griener beantragt seinen Ruhestand. Seine Stelle in Großalfalterbach übernimmt einen Monat Praktikant Ferdinand Hack, danach Schullehrer Michael Brunner.

1908 Statistik: 60 Schulkinder in einem Schulraum.

1927 Die Kirchenstiftungen Groß- und Kleinalfalterbach überlassen der Gemeinde Großalfalterbach Pl.-Nr. 35a, Schulhaus mit Waschhaus und Abortanlage, Stall mit Stallung, Backofen und Hofraum 0,092 ha, um den Preis von 3000 Goldmark.

1928 Hauptlehrer Michael Brunner tritt in den Ruhestand, sein Nachfolger wird Lehrer Franz Xaver Hilmer.

1946 der Unterricht findet zweiklassig statt. Allerdings wird eine Gruppe vormittags unterrichtet, die andere am Nachmittag, da nur ein Schulraum zur Verfügung steht.

1950 Lehrer Franz Xaver Hilmer wird nach Thannhausen versetzt, seine Stelle übernimmt Lehrer Andreas Brombierstäudl, ihm folgt Peter Sabel.

1951 Josef Denk wird Schulleiter, in seiner Zeit beginnt der Streit um die Pirkacher Schulkinder.

1953 dürfen die Hälfte der Schulkinder von Pirkach nicht mehr in Großalfalterbach am Unterricht teilnehmen und müssen nach Batzhausen gehen.

1958 Jakob Meier wird Schulleiter von Großalfalterbach und setzt sich für einen Erweiterungsbau mit zwei Klassenräumen ein, damit der Schichtunterricht ein Ende nimmt. Der Grundstein für den Umbau wird gelegt.

1961 der Um- und Erweiterungsbau des Schulhauses wird abgeschlossen. Die Kinder aus Pirkach können wieder gemeinsam nach Großalfalterbach zur Schule gehen. Im alten Schulhaus wird zusätzlich zu den beiden Klassenzimmern ein Mehrzweckraum eingerichtet.

1969 wird die Volksschule Großalfalterbach aufgelöst. Die Hauptschüler kommen nach Deining und die Grundschüler werden nach Batzhausen eingegliedert. Ausgelagerte Klassen werden aber noch bis 1972 bzw. 1975 in Großalfalterbach unterrichtet.

1978 das Schulhaus wird verkauft und privat genützt.

 

Schule 1937
Schule 1946

Seger Johann 1625. Seger Leonhard 1655. Seger Johann 1670. Johann Georg Schweiß 1690. Johann Pöringer 1698 – 1706. Matthias Klein  1717. Georg Lachner 1717 – 1718. Hans Adam Glas 1730 - 1780. Josef Lachner 1757. Wolfgang Adler 1781. Leonhard Glas 1788 – 1814. Johann Evangelist Glas 1812 – 1816. Josef Merl 1817 – 1841. Peter Schwarzer 1841 – 1850. Lorenz Pemsl 1842. Lorenz Mader 1850. Richard Mader 1851. Andreas Hafner 1851 – 1858. Justinian Meyer 1858 – 1863.

Friedrich Heß 1863. Johann Rigauer 1863 – 1873. Michael Bschick 1873 – 1878. Johann Mayerhöfer 1878. Franz Kreuzer 1878 – 1894. Otto Klenner 1894. Josef Griener 1895 – 1897. Ferdinand Hack 1897. Michael Brunner 1897 – 1928. Josef Hilmer 1928 – 1949. Barbara Wittenbauer 1946 – 1948. Rosa Pfeiffer 1948 -1951.

Andreas Brombeerstäudl 1949. Peter Sabel 1950 – 1951. Josef Denk 1951 – 1956. Karl Semmler 1951 – 1954. Ingeborg Metz 1954. Anna Weinfurtner 1954 – 1955.

Hildegard Arnold 1956 – 1959. Jakob Meier 1958 – 1969. Irmtraud Lindner 1959 – 1960. Waltraud Geißberger 1960 – 1962. Anton Geißberger 1962 – 1963. Waltraud Plötz 1963. Josef Stelz 1963. Anton Schleicher 1963. Franz Stur 1963 -1964. Ida Neunzig 1964 – 1966. Anna Salter 1966 – 1972.

Erstkommunion Großalfalterbach 1935
Schule 1940

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