von Berta Wienziers

01/03 2012

Laientheaterspiel in Deining

Theateraufführung 1929 in Deining
Die Laienspieler 1953 nach ihrer Theateraufführung in Deining
Theatergruppe von 1965 in Deining

Die Landjugendgruppen der Deininger Gemeinde erfreuen immer wieder ihre Zuschauer mit lustigen Theaterstücken. Dass es auch schon vor Jahrzehnten in Deining Theateraufführungen gegeben hat, beweisen vorhandene Fotos und Zeitungsausschnitte.

In einem Artikel vom 1. April 1924 stand folgendes: „Die Spielervereinigung veranstaltete am vorgestrigen Sonntag eine musikalisch theatralische Unterhaltung, die sich eines riesigen Besuches von hier und auswärts zu erfreuen hatte. Neben musikalischen Vorträgen für Violine und Klavier, Vorträgen von sinnigen Prologen und Gedichten, vierhändig gespielten Klavierstücken wurde das Schauspiel „Der Fremdenlegionär“ von Renker aufgeführt. Wir wollen keine Personen aus dem Stück herausgreifen, das Urteil geht dahin, dass jeder seine Rolle erfasst hat und mitwirkte, dass die ganze Darstellung als eine wahlgelungene bezeichnet werden kann. H.H. Pfarrer Götz sprach sich sehr lobend über die Spieler aus, man solle es gar nicht glauben, dass es in einem Dorfe wie Deining so ausgezeichnete theatralische Kräfte gibt. Alle Anerkennung der Spielleitung! Mit dem vierstimmigen Männerchor „Das treue deutsche Herz“ und mit dem Volksgesang wurde die Unterhaltung geschlossen, die jedem Teilnehmer unvergesslich bleiben wird. Um das Zustandekommen dieses schönen Abends haben sich die Herren Lehrer Seidl und Weindl sowie der Vorstand der Vereinigung Herr Xaver Hiltl sehr verdient gemacht und sei ihnen an dieser Stelle der herzlichste Dank zum Ausdruck gebracht.“

Unter der Anleitung der Abenberger Schwestern, sowie verschiedener Lehrer, Kapläne und Benefiziaten wurden im Laufe der Jahre unzählige besinnliche und heitere Stücke von den jungen Laienspielern einstudiert und der Bevölkerung vorgeführt. Die Aufführungsorte waren meist das St. Josefsheim oder die örtlichen Gasthäuser.

Als nach den schweren Kriegsjahren die abendlichen Ausgangssperren wieder aufgehoben wurden, erinnerte man sich auch wieder an die Freuden des Theaterspiels. So trafen sich die interessierten jungen Erwachsenen aller Ortsteile zu den gemeinsamen Leseproben im Pfarrhof oder im Kaplanhaus.

Das erste Stück nach dem Krieg hieß „Der Wilderer“ und wurde von den damaligen Spielern 14 mal im Postsaal auf die Bühne gebracht. Alle Kulissen und Aufbauten malten und zimmerten die Akteure selbst, Farbe und Material besorgte ihnen ihr Spielleiter Benefiziat Leo Merkel. In dieser Generation reifte auch der Plan, unter der Obhut von Pfr. Matthias Breindl eine eigene Bühne zu bauen. Diese Idee verwirklichte sich dann 1953. Der ehemalige Pfarrstadel wurde 1950 in ein Pfarrheim umgebaut und drei Jahre später mit einem Bühnenanbau versehen.

Ab sofort fanden alle gesellschaftlichen Aufführungen und Darbietungen in diesen Räumen statt. Die Theatertradition hielt lange Jahre der 1953 gegründete Fußballclub aufrecht, der jährlich mindestens ein, manchmal sogar drei Volksstücke auf die Bühne brachte.

Zu Pfr. Breindls Zeiten war es außerdem üblich, dass am Nachmittag des Hl. Abends alle Schulkinder zu einer Theateraufführung ins Pfarrheim geladen wurden. Schauspielbegabte Schüler führten da Märchenstücke und Weihnachtsspiele auf, wie z.B. 1960. Da studierten die Mittersthaler Kinder „Rumpelstilzchen“ ein und zeigten es dann auch an Weihnachten in Deining. Nach diesen Vorführungen bekamen alle Zuschauer eine Tüte mit Lebkuchen und Plätzchen, dazu noch Stifte, Radiergummis und Spitzer als Geschenk.

Seit über 40 Jahren kümmern sich nun die Landjugendgruppen um die Beibehaltung des Theaterspiels. Mit wechselnder Besetzung füllen die Darsteller mehrmals pro Stück den Pfarrheimsaal und entführen die Zuschauer in die heitere Komödienwelt. Der Erlös kommt meist wohltätigen Zwecken zugute.

(Berta Wienziers)


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20/12 2011

"Runde Geburtstage" für 2012

Walter Schimek, Ehrenbürger von Deining verstirbt 1987
Diese Kommunionkinder von 1962 können 2012 das 50jährige Jubiläum ihrer Erstkommunion feiern.
1997 Bundeswehrgelöbnis in Deining

Auch im kommenden Jahr jähren sich wieder bedeutende Ereignisse unserer Gemeinde:

  • 1072 erste urkundliche Erwähnung von Deining.
  • 1292 wird zum ersten Mal ein Pfarrer aus  Großalfalterbach namentlich bekannt.
  • 1322 wird Mittersthal zum ersten Mal genannt.
  • 1342 gibt es die ersten Urkunden von Unterbuchfeld.
  • 1562 wütet in Leutenbach die Pest. 1602 erste Erwähnung einer Schule in Deining.
  • 1632 die Schwedenkriege weiten sich auf unsere Gegend aus.
  • 1697 die Kirche in Döllwang wird teilweise wieder aufgebaut, Heinrich v. Löwenthal erneuert das Schloß und errichtet eine Brauerei.
  • 1757 wird der Grundstein für die jetzige Wallfahrtskirche in Lengenbach gelegt.
  • 1837 wird in Siegenhofen ein neues Schulhaus gebaut.
  • 1872 entsteht durch den Bau der Eisenbahnlinie der Ortsteil Deining-Bahnhof.
  • 1877 Weihe des Friedhofs in Großalfalterbach.
  • 1897 gründet Pfarrer J. Bapt. Mößl die Raiffeisenkasse Waltersberg.
  • 1922 Gründung der SKK Waltersberg.
  • 1927 in Pirkach und Großalfalterbach wird eine Wasserleitung gebaut.
  • 1937 Kleinalfalterbach erhält elektrischen Strom.
  • 1952 wird in Oberbuchfeld der Friedhof und das Leichenhaus seiner Nutzung übergeben.
  • 1952 wird die evang. Kirche eingeweiht.
  • 1957 Großfeuer in Döllwang.
  • 1957 Bau eines Schulhauses in Mittersthal, Einweihung der Oberbuchfelder Wasserleitung, Magda Keller, die Witwe des schlesischen Dichters Paul Keller, stirbt im Deininger Annaheim.
  • 1962 die Deininger Pfarrkirche bekommt einen neuen Hochaltar, die Oberbuchfelder Kirche wird umgebaut und neu eingeweiht
  • 1962 werden die Fresken in der Leutenbacher Kirche freigelegt.
  • 1967 der Sportverein Eintracht Döllwang-Waltersberg wird gegründet und in Waltersberg wird ein Leichenhaus gebaut und der Friedhof neu angelegt.
  • 1967 in Döllwang wird eine elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt.
  • 1972 die Schule in Leutenbach wird geschlossen, Richtfest des neuen Deininger Feuerwehrhauses, F.X. Keckl wird Bürgermeister in Deining, der Fernsehturm wird aufgestellt. Oberbuchfeld bekommt ein neues Kriegerdenkmal.
  • 1977 findet zum ersten Mal ein Neujahrsempfang statt, Eingemeindung Döllwangs nach Deining, Fahnenweihe der Gosselsteinschützen Großalfalterbach. Die SKK Deining feiert ihre Fahnenweihe. Richtfest des Deininger Kindergartens.
  • 1982 Der Reitverein wird gegründet und veranstaltet nach 20jähriger Pause wieder einen Martinsritt in Leutenbach. 
  • 1987 stirbt Walter Schimek, Ehrenbürger von Deining.
  • 1992 wird in Siegenhofen ein Spielplatz eingeweiht. Das ehemalige Milchhaus in Tauernfeld wird zum Feuerwehrhaus umgebaut. Die Reservistenkameradschaft wird gegründet. Es findet die Döllwanger Wallfahrt nach Batzhausen zum 350mal statt. Der Erweiterungsbau des Annaheims wird eingeweiht. Der langjährige Deininger Pfarrer und Ehrenbürger M. Breindl stirbt.
  • 1997 auf dem Deininger Sportplatz findet ein feierliches Gelöbnis mit 550 Bundeswehrsoldaten statt, unter ihnen ein Deininger Bürger. Die Liebesbund Bruderschaft in Großalfalterbach feiert seine 200-Jahr-Ffeier. Einweihung des Mittersthaler Feuerwehrhauses. Albert Ott aus Oberbuchfeld wird zum Priester geweiht. Das neue Rathaus wird eingeweiht. 1997 findet das erste Weinfest in Mittersthal statt. Der 1. Weihnachtsmarkt wird eranstaltet.
  • 2002 wird die umgebaute Kläranlage ihrer Bestimmung übergeben. 25-Jahrfeier der Großgemeinde Deining.

Sicher sind das nicht alle Jubiläen, die erwähnenswert sind. Es soll ja auch nur ein kleiner Rückblick auf einige wichtige Daten unserer Heimatgeschichte sein.

(Berta Wienziers)


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24/10 2011

unnatürliche und überraschend eingetretene Todesfälle aus der Chronik

In den Ortsgeschichten wurden immer wieder unnatürliche und überraschend eingetretene Todesfälle erwähnt. Sie waren den damaligen Pfarrherren und Chronisten offenbar so wichtig und bemerkenswert, dass sie in die Aufzeichnungen mit einbezogen wurden.

  • 1559 hat sich Hans Dietl aus Mittersthal auf dem Wege von Pyrbaum mit dem Pferde zu Tode gestoßen.
  • 1588 hatte Lorenz Zözl gelobt, wenn er in eine Kirche gehe, solle er sterben. Als er beim Arzthofener Müller Lorenz Kaiser als Hochzeitsgast in die Kirche gezogen war und darnach bei Hans Seitz zu Tische saß, war ihm weh und er starb.
  • 1597 Der Zimmermann und Metzger Leonhard Lang aus Oberbuchfeld wurde von Jörg Greiß aus Unterbuchfeld mit einem Federspieß geschlagen und starb sieben Tage später.
  • 1599 ward Leonhard Stadler aus Leutenbach hier erschossen.
  • 26.1.1601 fiel Utz Bogner aus Arzthofen auf dem Eis  und musste sterben.
  • 31.12.1601 wurde in Neumarkt Leonhard Wenzel aus Arzthofen enthauptet, weil er mit der Schwester seiner Frau einen Inzest beging. 1602 ist dessen Mitschuldige, Hans Kunzens Frau aus Oberbuchfeld, in Neumarkt hingerichtet worden.
  • 20.9.1602 hieb ein Webergeselle zwischen Deining und Unterbuchfeld dem Rappel aus Unterbuchfeld mit einem Beile in die Seite, dass ihm die Lunge heraushing.
  • 1608 fiel eine Tochter des Siegenhofer Müllers Wolf in den Brunnen und ertrank.
  • 1610 wurde in Unterbuchfeld Leonhard Lang erschlagen.
  • 13.1.1613 Brigitte Kuntze, Tagwerker Hausfrau aus Oberbuchfeld starb an der Pest.
  • 22.8.1649 wird Hans Polster, Müller auf der Straußmühle in seiner Stube vom Donner erschlagen.
  • 1708 Fünf Soldaten des Feldherrn Tilly verlangen vom Wirt Severin Hirn ein Pferd. Als er sich weigert, wird er erschossen.
  • 19.3.1718 starb in Leutenbach Georg Polster, ca. 100 Jahre alt.
  • 9.5.1727 wurde Maria Blomenhofer in Siegenhofen nächtlich überfallen und starb darauf.
  • 16.1.1801 erhängte sich Lorenz Keckl, Dienstknecht aus Großalfalterbach und wurde ohne Licht und Kreuz begraben.
  • 26.8.1837 Der Maurer Johann Breindl aus Deining wurde bei der Unterbuchfelder Kirchweih erstochen.
  • 4.3.1839 Thomas Auhuber wurde im Steinbruch erschlagen und mit seiner am folgenden Tag gestorbenen Ehefrau in einem Sarg begraben.
  • 21.9.1841 Der Knecht Jakob Inzenhofer wurde von einem Pferd am Kopf getroffen, beim Transport eines großen Kanalsteines mit 36 Pferden.
  • 1847 Georg Dischner, Weberssohn wird bei einer Rauferei kurz vor der Geburt seines Kindes erschlagen.
  • 1859 starb in Leutenbach auf der Kirchweih der Schneidergeselle Johann Kollmeier aus Arzthofen.
  • 2.1.1860 Der Schusterssohn Michl Lindner wurde bei der Straußmühle von einem Baum erschlagen.
  • 4.5.1865 wurde Johann Blomenhofer in einem Brunnen in Oberbuchfeld ertrunken aufgefunden. Er hatte fünf Tage zuvor durch einen Blitzschlag sein Haus verloren, und sich dieses Unglück so zu Herzen genommen, dass er sich selbst im Brunnen ertränkte.
  • 1870 wird der Geldbote Sammüller auf dem Weg von Neumarkt nach Deining auf der Weißmarter ermordet und seines Geldes beraubt.
  • 8.6.1924 Der Schuhmachermeister Johann Schön aus Lupburg erhängte sich in einem Wald in der Gemeindeflur von Mittersthal, und wurde da am Pfingstsonntag tot aufgefunden.
  • 14.8.1956 In der Laber bei der Roßamühle wurde Josef Watzek, der im Altersheim lebte, tot aufgefunden.

Sicher gab es in unserer Gemeinde noch viele andere Unglücksfälle, die nicht in den Ortschroniken festgehalten wurden, aber man kann doch erkennen, dass unsere Vorfahren auch von Schicksalsschlägen getroffen wurden und mit welchen Ängsten sie leben mussten.

(Berta Wienziers)


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30/08 2011

Josef Kollmeier, ein Unterbuchfelder "Weltenbummler"

Hochzeitsbild von Kollmeier Georg und Elisabeth (entfernte Verwandte von Kollmeier Josef)
Teil-Ansicht vom Kollmeier Haus mit zwei Kirsch-Kindern
Alte Postkarte von Unterbuchfeld

"Der Kräutelfrauentag, unsere Dorfkirchweih kommt immer näher“, so beginnt eine Jugenderinnerung von Josef Kollmeier, einem über die Gemeindegrenzen hinaus bekannten Unterbuchfelder. Er wurde am 25. Januar 1869 in Unterbuchfeld geboren. Als 22jähriger wanderte er 1891 zu einem Onkel nach Buffalo / USA aus. 1905 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde in den Regensburger Stadtrat gewählt und gründete den „Regensburger Volksfreund“ ,die „Donau Post“ und das „Regensburger Echo“. 1933 zog er sich in den Ruhestand zurück, während sein Verlag von den Nazis beschlagnahmt wurde.

Am 17. Februar 1958 starb Josef Kollmeier 89jährig in Regensburg. In einem Nachruf heißt es: „Arm und primitiv wie der oberpfälzer Boden war schon das Dasein seiner Jugend. Kühe hüten, Schule gehen, ministrieren und im elterlichen kleinen Bauerngütl bei den Haus- und Erntearbeiten schon von Kindheit an mitzuhelfen, war sein Alltag. Dennoch fand er an der Bauernarbeit nie seine Freude. Viele zeitgeschichtliche Dokumente stammen aus seiner Feder. Er hat über die Kirchweih und das Pfingstfest in seinem Geburtsort detailliert berichtet, ebenso wie über das Neumarkter Volksfest. Josef Kollmeier hat seine eigenen Erlebnisse einer Brandkatastrophe in Unterbuchfeld und das dörfliche Leben im Jahreskreislauf, sowie seinen interessanten Lebensweg niedergeschrieben. Auch über einen originellen oberpfälzischen Dorfpfarrer und übers Bierbrauen hat er ausführliche Berichte verfasst. Unterhaltsam schreibt er seine Erlebnisse für die Nachwelt auf und führt die Leser in das Dorfleben seiner Zeit zurück.

Seinen ersten Kontakt mit der Zeitungswelt beschreibt er selbst folgendermaßen:

„Der einzige Zeitungsbezieher im Dorf war der Gastwirt, der das Neumarkter Wochenblatt und die Amberger Volkszeitung per Post zugestellt bekam. Die Wirtsgäste besahen sich die Zeitung nur sehr oberflächlich, bevor sie wieder in die Tischschublade wanderte. Als guter Bierholer für Nachbarn und Familie erlaubte mir der Wirt oft, die Zeitungen mitzunehmen. Als dann der Neumarkter Anzeiger gegründet wurde, und das Blatt dazu aufrief, wichtige Ereignisse der Redaktion zu melden, tat ich das dann auch, und begann sofort mit der Abonnentenwerbung. 17 Leute aus dem Dorfe mit 24 Häusern konnte ich für den Bezug gewinnen. Außer einem Dankeschön gabs dafür keinen Pfennig für die Werbeaktion.“

Über seinen Aufenthalt in Amerika erzählt er: „Ich probierte es in einer Eisenbahnreparatur-Werkstätte, dann als Bäckerlehrling. In einer Jesuiten-Hochschule reinigte ich staubige Treppen und Schulzimmer und versuchte mich hier als Kühemelker. Noch manchen Job übernahm ich, aber nichts passte mir so richtig und ich wollte schon wieder nach Deutschland zurückkehren, als mir eine Stelle als Abonnentenwerber angeboten wurde. Mit meinem wöchentlichen Fixum und zusätzlicher Provision konnte ich gut auskommen. Einmal verdiente ich in einer Woche 500 Dollar und feierte dies gebührend.“
Josef Kollmeier berichtet weiter über seine Zeitungslaufbahn: „Das Regensburger Echo verbreitete sich ungemein schnell und erreichte in ein paar Jahren die schöne Auflagenzahl von 16000 Exemplaren. An solche Erfolge hätte ich nicht zu denken gewagt. In den 20er Jahren, als die Hitlerei ihren Anfang nahm, war das Regensburger Echo der heftigste Gegner aller totalitären Bestrebungen. Auf meiner Fahne stand immer persönliche Freiheit groß geschrieben und während meiner langen Regensburger Tätigkeit bemühte ich mich nach Kräften für den Fortschritt und die Aufklärung mein Bestes zu tun.“ Für dieses Bemühen wurde ihm nach seinem Tod in vielen Nachrufen noch gedankt.

Berta Wienziers

 

 

 

 

 

 


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20/06 2011

Der Liebesbund von Großalfalterbach

Postkarte mit der St. Vituskirche von Großalfalterbach
Votivbild vom Krieg 1796 aus der Lengenbachkirche
Votivbild vom Krieg 1796 aus der Herz Jesu Kirche Velburg

Großalfalterbach feierte in diesem Jahr am 19. Juni seine Kirchweih. Der Kirchenpatron des Ortes ist der Hl. Vitus, der als einer der 14 Nothelfer verehrt und in allen Notlagen angerufen wird. Mit ihm sind die Großalfalterbacher durch einen Liebesbund ganz besonders verbunden. Die Geschichte des seit 1797 bestehenden Liebesbundes ist laut einer Mitgliedsbroschüre von 1869 folgende:

Im Jahre 1796 war ein Teil der französischen Armee unter General Jourdan in die Oberpfalz vorgedrungen. Es verbreitete auch in unseren Gegenden durch seine Gewalttaten Furcht und Schrecken an allen Orten der hiesigen Umgebung. Flüchtende Bewohner von Nachbarorten bestätigten als Augenzeugen, dass blühende Dörfer ausgeraubt und in Schutt und Asche verwandelt wurden. Die Angst stieg auf das Höchste, als sich jener französischen Armee die österreichische unter Erzherzog Karl entgegenstellte und der Zusammenstoß beider gerade in unserer Gegend erfolgen musste.
Die Franzosen wurden am 22. August 1796 bei Deining und Neumarkt geschlagen und bis an den Niederrhein zurückgedrängt. In diesen Tagen sahen die Bewohner Großalfalterbachs keine Fluchtmöglichkeit mehr, deshalb nahmen sie Zuflucht zu ihrem Kirchenpatron St. Vitus, um ihn mit Gebeten zum Beistand zu bewegen. Ihre Bitten waren nicht vergebens. Als der Feind am 20. August früh um 8 Uhr in den Ort einrückte, geschah nichts von all dem Unheil, das andere Ortschaften traf. Während Siegenhofen und Deining in Rauch aufgingen, und Kleinalfalterbach ausgeplündert und sogar das Gotteshaus geschändigt wurde, blieb Großalfalterbach von all dem verschont. Es wurde nicht ausgeraubt, niemanden Gewalt zugefügt und auch kein Stück Vieh ging zugrunde. Sogar als sich die feindlichen Armeen neben dem Dorf gegenseitig bekriegten, erlebte der Ort selbst nichts Böses. Auch als nach der Flucht des Feindes eine verheerende Viehseuche ausbrach, die ganze Herden der Umgebung vernichtete, wurde Großalfalterbach verschont. Für jeden, der das miterlebte, war göttlicher Schutz erkennbar. Die Bewohner des Ortes führten dies auf die Fürbitte ihres Kirchenpatrons zurück, und gelobten daraufhin einen Liebesbund zu Ehren des Hl. Vitus zu errichten, als immerwährende Erinnerung an jene Wohltaten. Der damalige Pfarrer Joseph Beer leitete die Errichtung dieser Bruderschaft im folgenden Jahr ein, und Bischof Joseph, Graf von Stubenberg, der letzte Fürstbischof von Eichstätt, erteilte am 18. Dezember 1797 die Konfirmation, und Papst Pius VI gewährte durch Breve vom 1. September 1797 und durch weiteres Breve vom 26. Februar 1798, die nötigen Indulgenzen. Das Hauptfest des Liebesbundes wurde auf den Sonntag nach Mariä Himmelfahrt angeordnet, weil gerade zu dieser Zeit der feindliche Einfall und die wunderbare Befreiung sich damals ereigneten und somit die festliche Erinnerung umso erhebender ist. Die Aufnahme in diese Bruderschaft findet nach bisherigem Gebrauch immer am Hauptfest des Liebesbundes statt. Jedes Mitglied hatte vor 100 Jahren einen jährlichen Beitrag von 15 Pfennigen zu leisten. Die Einbringung dieses Pflichtbeitrags geschah immer im Laufe des nachfolgenden Jahres und musste bis zum nächsten Titularfest vollzogen sein. Am Schluss der Broschüre werden die Eltern dazu aufgefordert, ihre Kinder nach der Erstkommunion zu ermuntern diesem Liebesbund beizutreten, mit folgendem Aufruf:

In Bruderliebe einander zugetan, in Achtung einander zuvorkommend, im Eifer nicht faul, im Geiste glühend, dem Herrn dienend, in der Hoffnung freudig, in der Drangsal geduldig, im Gebete anhaltend, so wie es der Apostel Paulus im Brief an die Römer befiehlt.

Berta Wienziers

 

 

 

 

 

 

 

 


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28/04 2011

Alte Oster- und Pfingstbräuche in der Gemeinde Deining

1978 beim Palmsonntag in Deining galt schon bei den Kindern wer den längsten Palmpüschel hat
Pfingstkuttn-Brauch in Leuchtenbach, Umzug durchs Dorf
1970 am Pfingstsonntag der Pfingstkuttn-Brauch der jungen Mittersthaler

In unserer Gemeinde pflegte man zwischen 1930 und 1950 ein vielfältiges Brauchtum zur Osterzeit.

Vom Aschermittwoch bis Weißen Sonntag fanden keine Tanzveranstaltungen statt. Die Fastenzeit hielt man strengstens ein. Wer am Palmsonntag als Letzter aufstand, wurde Palmesel genannt, und nicht nur in der Familie den ganzen Tag verlacht und verspottet. Die Palmbüschel, die aus Wacholder, Sedelbaum, Immergrün, Eichenlaub, Weidenkätzchen und bunten Papierblumen gebunden und auf langen Haselstecken befestigt waren, wurden vor dem Gottesdienst geweiht und in einer Prozession in die Kirche getragen und um den Altar gruppiert. Die ganze Pfarrei konnte während des Gottesdienstes herausfinden, welches Palmbüschel das Schönste mit dem längsten Stecken war. Zuhause wurde das Palmbrot gegessen, dabei schluckten die Familienmitglieder drei geweihte Palmkätzchen, manchmal zusammen mit einer Scheibe Brot, um gegen Krankheit gefeit zu sein, auch dem Vieh mischte man welche ins Futter. Die Palmbüschel wurden zum Schutz gegen alle Gefahren unters Dach oder in die Ställe gestellt, Palmzweige kamen in den Herrgottswinkel.

In der Osterwoche sammelten die Deininger Ministranten die Ministranteneier und Schmalz fürs Hl. Grab, und luden zum Osterkirchgang ein. Jedes Familienmitglied ging auch zur Osterbeichte, dort gab es Beichtzettel, die später wieder zur Kontrolle vom Pfarrer eingesammelt wurden. Dafür bekam er dann Eier oder Geld. Die am Gründonnerstag, oder zumindest in der Karwoche abgenommenen Eier wurden gekocht, gefärbt und für die Osterweihe hergenommen. Der Karfreitag war kein Feiertag, und die Karfreitagsliturgie fand vormittags statt. Die Kirchenglocken schwiegen und stattdessen hörte man die Karfreitagsratschen allerorten. Am Ostersonntag brachte der Osterhase ganz frühzeitig, wenn die Kinder noch schliefen, die Ostereier, und manchmal einen roten Zuckerhasen. Geräuchertes Fleisch, Eier, Salz, Osterlaib oder Brot, Meerrettich, teilweise auch Hühnergetreide wurden dann zur Speisenweihe in die Kirche getragen. Der Meerrettich sollte an die bittere Leidenszeit Christi erinnern. Den Eiern war an der Breitseite die Schale entfernt, damit die Weihe eindringen konnte. Das Geweihte verspeiste man nach der Heimkunft vom Gottesdienst noch vor dem Mittagessen. Der Bauer besprengte mit geweihtem Osterwasser Felder und Wiesen und trug den Osterbrand hinaus in die Fluren. Beim Osterfeuer wurden Haselstecken angesengt, zu Kreuzchen geschnitzelt und auf die Äcker gesteckt.

Der Weiße Sonntag war der Erstkommuniontag für die Zweit- , bzw. Drittklässler. Große Geschenke bekamen die Kinder nicht, höchstens mal eine Sammeltasse. Die Mädchen waren schon froh, wenn sie ein weißes Kleid und feste Schuhe besaßen.

Am Pfingstsonntag war in Mittersthal der Pfingstkuttn-Brauch üblich. Nur die männliche Jugend nahm daran teil. Ein Junge wurde mit belaubten Buchenästen so eingewickelt und an einem Stab, der durch die Äste geschoben war, von Haus zu Haus geführt. Dort sagte die Gruppe den Pfingstspruch auf, und zur Belohnung erhielten sie Eier und Schmalz. In Leutenbach fand ein ähnlicher Umzug am Pfingstmontag statt. Der Pfingstl dort war in grüne Laubzweige eingehüllt und trug einen Schöpflöffel, seine männliche Pfingstlbraut war rundum mit Blumen und Bändern geschmückt. Es folgten noch mehrere Geleitpaare und der ganze Zug besuchte mit frohem Jauchzen jedes Haus und endete beim Wirtshaus. Der vorgetragene Pfingstspruch ähnelte dem Mittersthaler und auch dem Oberbuchfelder. Manches aus dem Brauchtum jener Zeit ist auch heute durchaus noch üblich und beliebt.

Berta Wienziers


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14/02 2011

Flurbereinigung Mittersthal anno 1957

Im Herbst 1957 beschließt die Gemeinde Mittersthal mit ihren Anliegergemeinden die Flurbereinigung in Angriff zu nehmen. Dafür gab es Zustimmung, aber auch Ablehnung. Gegner machten geltend, dass bei der Flurbereinigung das Gesicht der Landschaft stark verändert werde. Hecken, einzelne Baumgruppen und Wegraine müssten notwendigerweise den breiteren Wegen weichen, Eintönigkeit würde sich breit machen. Die Befürworter sahen in erster Linie die Wirtschaftlichkeit.

Im Februar 1958 fand eine Versammlung statt, bei der der Ausschuss der Flurbereinigung gewählt wurde. Den Vorsitz hatte der Oberkulturbaurat aus Ansbach, fünf Mittersthaler Bürger und zwei Deininger gehörten dem Ausschuss an. Bereits einen Monat später wurden die Grundstücke vermessen und geschätzt. Im April begann der Wegebau mit dem Weg zum Steinbruch und Hütberg, wobei ein tiefer Graben überwunden werden musste. An einer anderen Strecke benötigte man später auch einen Kompressor, um Steine und Felsen aus dem Weg zu räumen. Stromleitungsmasten wurden versetzt, um eine reibungslose Zufahrt zu den neuen Grundstücken zu gewährleisten. Männer, und vor allem sehr viele Frauen halfen tatkräftig mit. Die Männer bedienten Maschinen und Fahrzeuge und erledigten die schwereren Arbeiten, aber auch die Frauen schufteten hart. Denn stundenlang Schotter zu schaufeln, oder auch große Steine zu bewegen war keine leichte Aufgabe, da war Sand schaufeln dagegen direkt einfach. Während des Winters wurden die ausgegrabenen Steine dann mit einer Maschine gebrochen und zu Schotter verarbeitet, der dann wieder zum Wegebau verwendet wurde. Natürlich reichte dieser nicht aus, um alle Wegebauarbeiten durchzuführen. Deshalb wurde Schotter zugekauft, auch Sand, Grassamen und Sträucher.

Im April 1959 kam aus Ansbach dann die Mitteilung, wer welche Grundstücke bekommen sollte. In dieser Zeit tauschte man noch mal hin und her, um alle Teilnehmer zufrieden zu stellen und Streitereien aus dem Weg zu räumen. Im Herbst wurde dann vermessen, setzte man Grenzsteine und legte neue Wege an. Raupen und Lastwägen waren wochenlang im Einsatz, um all die nötigen Arbeiten zu erledigen. Im folgenden Winter stellte man aus den gesammelten Steinen wieder Schotter her. So verging ein Jahr ums andere. Es gab Zeiten, in denen die Helfer ungern mit anpackten, zum Teil verweigerten manche auch ihre Mithilfe, da war dann oft nur ein Mann am verabredeten Treffpunkt. Dann wieder wurde mit vereinten Kräften fleißig die Flurbereinigung vorangetrieben. Der Kassier des Ausschusses hatte es nicht leicht. Die Buchführung mit den täglichen Aufzeichnungen und Verrechnungen nahm ihn voll in Anspruch, wöchentlich mussten an die beteiligten Firmen die angefallenen Kosten bezahlt werden. Auch da gab es Ärger, der gekaufte Schotter war teils stark mit Lehm untermischt und auch sonst qualitätsmäßig keinesfalls befriedigend.

Bei der ersten Zwischenabrechnung stellte sich heraus, dass die Mehrzahl mehr Hand- und Spanndienste geleistet hatte als nötig, und so wurde ihnen etwas zurückbezahlt. Die Betroffenen freuten sich natürlich sehr. Manche mussten allerdings nachzahlen, da sie zuwenig geleistet hatten, das verärgerte wiederum diese. Folglich gab es manche Streitereien und Zerwürfnisse.

Die zweite Abrechnung stiftete wieder große Verwirrung, da kam sogar der Gerichtsvollzieher. Aber das hat bewirkt, dass alle wieder fleißig mithalfen, bis zum glücklichen Ende im November 1968. Zu dieser Zeit verschickte das Ansbacher Flurbereinigungsamt die endgültige Schlussfeststellung.

Berta Wienziers


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28/12 2010

Wiederkehrende Jahrtage und Jubiläen in 2011

Zum Jahresschluss gibt es wieder eine kleine Vorausschau auf das kommende Jahr mit seinen wiederkehrenden Jahrtagen und Jubiläen.

976 wird Waltersberg erstmals urkundlich erwähnt. 1186 wird Oberbuchfeld anlässlich seiner Kirchenweihe zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1641 fochten die Schweden und Franzosen ihren Krieg in unserer Gegend aus. 1676 wird zum ersten Mal in Deining ein Posthalter, nämlich Rochus Schuster erwähnt. 1726 Konsekration der Pirkacher Kirche. 1736 wird die „Ewige Anbetung“ bei uns eingeführt. 1776 wird Georg Bögerl, der spätere Schulmeister von Siegenhofen geboren. 1781 feierliche Konsekration der Wallfahrtskirche Lengenbach. 1781 wird die neue Kirche St. Martin in Leutenbach eingeweiht. 1781 Kirchenweihe in Tauernfeld. 1781 wird die Kirche in Waltersberg neu geweiht. 1796 fand bei Deining die Schlacht der Österreicher gegen die Franzosen statt. Am 22. August wird beim Einfall der Franzosen der Pfarrhof in Deining und die Ökonomiegebäude zerschossen. 1796 Das Gelöbnis der Pfarrei Döllwang „bei grasierender Viehseuche“ das Fest des Hl. Wendelin mit Prozession und Amt in Wappersdorf zu feiern, geht ebenfalls auf diese Schlacht bei Deining zurück. 1801 wird die Kapelle in Sternberg eingeweiht. 1851 wird Kleinalfalterbach eine eigenständige Gemeinde. 1851 wurde in Großalfalterbach ein Jünglings- und Jungfrauenbund eingeführt. 1861 wird der außerhalb des Dorfes liegende Mittersthaler Friedhof eingeweiht und die St. Wendelin Kapelle renoviert. 1891 Gründung des Soldaten- und Kriegervereins Deining. 1891 wird der langjährige Döllwanger Pfarrer Boscher am 27. Dez. in Beilngries geboren.

20. Jahrhundert:

1901 wird der spätere Bürgermeister von Kleinalfalterbach August Obermeier geboren. 1901 wird die FFW Waltersberg gegründet. 1911 Leutenbach bekommt eine Wasserleitung. 1911 Wasserleitungsbau in Unterbuchfeld. 1921 wird der spätere Deininger Pfarrer F.X. Lederer zum Priester geweiht. 1926 Gründung der SKK Großalfalterbach. 1931 Grundsteinlegung eines Alten- und Pflegeheims St. Josef in Deining durch die Abenberger Schwestern. 1936 wird die neuerbaute Kirche in Siegenhofen eingeweiht. 1956 wird ein BRK Ortsverein in Deining gegründet. 1961 feiert Sepp Frank aus Deining seine Priesterweihe und Primiz. 1961 wird das neuerbaute Schulhaus in Deining eingeweiht. 1966 Gründung eines SPD Ortsvereins in Deining. 1971 wird der Mittersthaler Friedhof neu angelegt. 1976 Fahnenweihe der SKK Großalfalterbach mit Kriegerdenkmaleinweihung. 1976 Familiendrama in Sternberg mit vier Toten. 1976 Anschluß von Oberbuchfeld, Döllwang, Großalfalterbach, Kleinalfalterbach, Leutenbach, Mittersthal, Unterbuchfeld und Waltersberg an die Großgemeinde Deining. 1976 stirbt Pfr. Anton Frühauf aus Großalfalterbach. 1981 Gründung des Gartenbauvereins Döllwang. 1981 wird „Frauen Treffen Sich“ in Deining gegründet. 1986 wird der Deininger Friedhof in der Schloßstraße eingeweiht. 1986 Fahnenweihe der FFW Großalfalterbach. 1986 wird der OGV Mittersthal aus der Taufe gehoben. 1986 wird der Fischereiverein Labertal Deining gegründet. 1986 Neugründung des Obst- und Gartenbauvereins Deining. 1986 Gründung des OGV Leutenbach. 1991 wird „Frauen Treffen Sich“ in Großalfalterbach gegründet. 1996 wird Alois Scherer Bürgermeister von Deining.

2001 wird die neuerbaute Mehrzweckhalle in Tauernfeld eingeweiht. 2001 bekommt die Herz Jesu Kapelle am Bahnhof Deining den Segen der Kirche. 2001: in Oberbuchfeld wird zum Abschluss des Wasserleitungsbaus ein „Wasserfest“ gefeiert.

Berta Wienziers


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28/10 2010

Kirchweih und Martiniritt in Leutenbach

Über die Kirchweih in Leutenbach gibt es im Archiv viele schriftliche Unterlagen, natürlich in erster Linie Informationen zur Tradition der Pferdesegnung.

1600: Scheinbar hatte der Pfarrer große Schwierigkeiten, die ihm zur Kirchweih zustehende Bezahlung, in Form von Speisen, zu erhalten, denn er beschwerte sich bei der Obrigkeit darüber, dass er teils bis Weihnachten den einzelnen Schuldnern nachlaufen und sich zanken musste, um seinen Anteil zu bekommen. Ihm stand demnach zu, dass er aus jeden Haus 1-2 Mahlzeiten zu erhalten habe, dazu Brot und Bier, oder stattdessen den Geldwert. Er forderte deshalb, wenn die Honorierung zu lange hinausgezögert werde, die doppelte Bezahlung. Es kam seinem Schreiben nach sehr oft vor, dass er von seinen Pfarrkindern gar nichts erhielt und er sich damit abfinden musste. Das wollte der Pfarrer für die Zukunft nun nicht mehr dulden und bat um Amtshilfe.

1834 „In Leutenbach, das schon vor 1644 eine Wallfahrt ist, ist am Sonntag nach Martini Pferdesegnung cum ostensorio, wobei auf dem Friedhof um die Kirche geritten wird.“ Dieser Ritt auf dem Friedhof wurde später verboten.

1859 starb auf der Kirchweih in Leutenbach ein Schneidergeselle aus Arzthofen. Der Grund ist nicht näher erklärt, aber es war vermutlich eine unnatürliche Todesursache.

1938: Die Pferdesegnung in Leutenbach am Patroziniumsfest des Hl. Martins wurde diesmal nicht wie sonst immer nach dem Hochamt in der Frühe, sondern nachmittags in besonders feierlicher Weise vorgenommen. Es waren ferner nicht bloß die Leutenbacher mit ihren Pferden da wie sonst,
sondern auch viele andere aus der Pfarrei waren gekommen, um ihren Rössern den Segen der Kirche spenden zu lassen. Man zählte nahezu 50 Pferde.

1950: Altem Herkommen gemäß wird in Leutenbach nach der Nachmittagsandacht die Pferdesegnung vorgenommen. Vor der Beschlagbrücke des Schmiedeanwesensreihen sich neben- und hintereinander die „aufgenistelten“ Pferde des Dorfes. Und hoch zu Ross die Burschen in meist schwarzer Reithose und weißem Hemd. Ein prächtiges Bild! (Seit der Umstellung der Landwirtschaft nimmt der Pferdebestand merklich ab. Vor 10 Jahren und mehr kamen über 30 Gäule, heute kaum die Hälfte.) Der Priester amtiert, singt die Weihegebete, der Chor antwortet in feierlicher Weise, die Pferde werden mit Weihwasser besprengt und mit dem Allerheiligsten gesegnet. Die zur Kirche zurückkehrende Prozession begleiten Burschen und Knechte hoch zu Ross. Dann sprengen sie mit ihren Rössern durch die Dorfstraße, verfolgt von den Blicken prüfender Zuschauer.

1962 waren nur noch zwei Pferde mit ihren Reitern zur Segnung anwesend und deshalb fand im folgenden Jahr keine Pferdesegnung mehr statt.

1975: Früher fand anlässlich der Kirchweih die Pferdesegnung statt. Leider hat der Traktor diesen Brauch zum Aussterben verurteilt.

1982 wurde nach 20 Jahren Pause der Brauch der Pferdesegnung durch den Deininger Reiterverein St. Georg wiederbelebt. 22 Reiter ritten von Deining nach Leutenbach und wurden am Ortseingang von den Gläubigen erwartet. Nach der Ankunft der Reiter bestieg auch Pfr. Willibald Brems einen Schimmel und ritt an der Spitze der Prozession durchs Dorf. An der Marienkapelle wurden die Pferde und ihre Reiter gesegnet. Die Martinsfeier wurde von den Jagdhornbläsern musikalisch umrahmt. Weit mehr als 500 Zuschauer hatten sich eingefunden, um an diesem neubelebten Brauch teilzunehmen.

Berta Wienziers


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19/08 2010

Die Deininger Postgeschichte

ehem. Gasthaus "Alte Post"
der damalige Postbote Richard Vögeler
die Postassistentin Theresia Fremmer

Die Deininger Postgeschichte ist zweihundert Jahre mit der Geschichte des Wirtshauses zur Post eng verknüpft. Der 1676 erstmals erwähnte Kaiserliche Postmeister Rochus Schuster, war auch der Wirt des Gasthauses. Sein Nachfolger war Schwiegersohn Hans Eichenseer, der 1704 eine Jahresbesoldung von 150 fl. bezog und noch 1724 als Kaiserlicher Posthalter erwähnt wird. Stephan Götz, der nächste Posthalter hat 1739 dem Fürsten Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis den Diensteid geleistet.

1745 soll Kaiserin Maria Theresia in Deining Station gemacht haben, als sie zur Krönung ihres Gemahls Kaiser Franz I. nach Frankfurt reiste, zumindest fuhr sie mit ihrer Kutsche durch Deining und wurde dabei vom Volk umjubelt. Leonhard Feihl war zu dieser Zeit vermutlich der Deininger Posthalter. Seinem Sohn Johann Feihl wird 1751 das Amt übertragen. Anton Feihl setzte die Familiengeschichte fort.

Eine Postkutsche benötigte für die Strecke Regensburg - Würzburg ca. 50 Stunden Fahrzeit. Am 1. Tag gegen Abend war die Kutsche in Deining. Hier wurden die Pferde gewechselt, Post aus- und eingeladen, die Fahrgäste mit Nahrung versorgt und dann die Nacht hindurch weitergefahren. 1782 werden bei der kaiserlichen Posthalterei in Deining drei Postknechte und ein Beiläufer, 13 gute und starke Pferde, zwei halbgedeckte und drei offene Kaleschen und ein Postkarren gehalten. Anton Feihls Sohn Anton blieb ledig und übergab deshalb an seinen Bruder Georg Feihl die Deininger Posthalterei. 1840 wird ein Postillon Hofmann wegen rohen Benehmens gegen einen Kondukteur aus dem Dienst entlassen, ebenso ein Postillon Schrafl, der im Dienst geschlafen hatte. 1854 wird ein Postillon Fromm wegen Fälschung des Dienstbotenbuches entlassen.

1880 wird Matthias Feihl der Postexpeditionsdienst mit der Poststallhaltung übertragen. Bis hierher geht die gemeinsame Geschichte der Post und des Wirtshauses zur Post, denn um 1890 wurde die Posthalterei aufgelöst und im Haus Nr. 38 bei Georg Simson, dem Kgl. Postboten eine neue Poststelle eröffnet. In den Unterlagen findet man die Briefbeförderer mal als Postillone, mal als Postknechte, mal als Postboten tituliert. Josef Solleder, der Schwiegersohn von Georg Simson wurde 1917 der neue Leiter des Postamtes.

Unzählige Postboten taten in Deining ihren Dienst und lieferten die Briefe und Pakete im Ort und den umliegenden Dörfern zu Fuß und per Rad aus. Zum Zustellungsbezirk Deining gehörten um 1942 Straußmühle, Labermühle, Waltersberg, Bäckermühle, Kreismühle, Thann, Dietersberg, Sternberg, Sallmannsdorf, Sippelmühle, Rossamühle, Tauernfeld, Leutenbach, Bahnhof Deining, Döllwang, Mittersthal, Waltershof, Siegenhofen, Unterbuchfeld, Oberbuchfeld, Günching, Krondorf, Dürn, Arzthofen, Lengenbach und Siegenhofener Mühle. Zwei Postboten erledigten diese Wegstrecken tagtäglich.

1949 wird das bis jetzt in einem düsteren Raum untergebrachte Postamt auf die andere Seite des Hauseingangs in zwei helle und freundliche ineinandergehende Räume verlegt und mit einer Fernsprechzelle eingerichtet. Die Kosten für den Umbau übernahm Josef Solleder selbst. Eine Postkarte kostete in diesem Jahr 20 Pfennige, ein Brief 30 Pfennige.

1954 trat Josef Solleder in den Ruhestand und Theresia Fremmer wurde seine Nachfolgerin. 1962 übernahm Theresia Solleder dieses Amt als Leiterin des Deininger Postamts. 1951 gab es in Deining 14 Telefonanschlüsse, die Rufnummer „1“ hatte die Polizeistation, „2“ das Schloss, „3“ das Pfarramt. 1960 waren es 16, 1971 mehr als 100 und 1977 bereits 269 Telefonanschlüsse im Ortsnetz.

Das Postamt Deining wurde 1996 geschlossen und eine Postagentur in der Tankstelle Seitz eröffnet.

Berta Wienziers

 

 

 

 

 


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25/06 2010

Herkunft der Flurnamen

In den Sommermonaten sieht man auf allen Fluren arbeitende Landwirte. Um zu erklären, auf welchem Feld sie zu tun haben, verwenden sie sehr oft althergebrachte Flurnamen. Wie diese entstanden sind, soll der nachfolgende Artikel zeige.

Leicht zu erklären sind solche Grundstücke, die ihren Namen vom Besitzer ableiten, wie z. B.: Meierholz, Platz(er)äcker, Sipplhub, Burgholz, Mühlberg. Auch wenn Ortsnamen Pate standen ist der Ursprung klar, wie bei Thanbichler Höhe, Grossaholz, Deininger Berg.

Die Gestalt war ausschlaggebend für Eckwiesen, Lange Äcker, Schüsseläcker, Spitzacker.
Ersichtlich ist auch, wenn Felder nach der Größe benannt sind: Großer Acker, Kleine Wiesen.

Die Lage im Gelände führte zu Benennungen wie Höhenberg, Finstertal, Stiegel, Talwiesen, Bühel, Am hohen Baum, Bachwiesen, Kelleracker, Steinbruch, Untere Wiesen, Hochfeld, Brunnwiese, Straßäcker, Weißmarteräcker.

Auch Scherz und Witz schufen wunderliche Namen wie Badstube, Hackbrett.

Auf entsprechenden Anbau lassen Bezeichnungen wie Weinberg, Kohläcker schließen. Tier- oder Pflanzenvorkommen mussten ebenso für Namensgebungen herhalten: Krambeerstaude, Kramberberg, Fuchsloch, Vogelherd, Bisloh (Bienen-), Kräberg, Holleräcker, Rosenäcker, Krautacker, Katzenbühl, Fichtenweiher, Aicha (Eichen). Jede Tierart hatte auch eine besondere Weide wie Gänsberg, Sauwiesen, Sauleiten, Geissbügel, Entenfeld, Rößberg oder Kühberg.

Die Güte des Bodens erkannte man in Sandäcker, Bachwiesen, Arz(Erz)grube, Öder Grund, Sonnenbergäcker, Fürstenäcker, Lustäcker, Mistfleckl.

Unliebsame Begegnungen führten zu Räuberholz.

Glaube und Sitte waren der Ursprung für Heilingholz, Meinholz, Pfaffenberg, Teufelsholz. Hölle oder Hülloh ist allerdings nicht von der Hölle abgeleitet, sondern von hohl, also einem Hohlweg.
Bezeichnungen wie Schwend, Schwand, Brentenschlag, Gereut, Loh oder Ohsang stammen von den abgebrannten Buschwäldern, die nur einige Zeit bebaut und dann wieder dem natürlichen Waldanflug überlassen wurden.

Manche Ortsbewohner hatten das Recht , ein Grundstück beim Haus für sich einzuzäunen, das war dann an das Haus gebunden, also Beundt, Point, Einzäune. Der Espan war eine eingezäunte Gemeindeweide, in der die Zugtiere nach der Feldarbeit noch für einige Stunden ihr Futter suchen konnten. Ein eingezäunter Viehtrieb hieß Gasse, z.B. Lange Gasse, Untere Gasse, Weidgassäcker oder Hintere Gasse.

Damit man für das Stallvieh keine eigenen Hirten benötigte und es trotzdem nahe bei den Felder hatte, umfriedete man Grasplätze beim Dorf und nannte diese Anger, z.B. Sauanger. Hagenfeldäcker waren vormals Gemeindeeigentum und wurden dem zur Nutzung überlassen, der den Hägel, also den Gemeindestier hielt, z.B. Hagenberg.

Es gab geheute (=verbotene) Wege, bzw. Berge, die eingezäunt waren und für das Vieh unzugänglich, daher Heuweg, Heuberg. Gwend, Gwanden, Zwirren, Zwerch- oder Anwandäcker hießen jene Äcker, auf denen die Angrenzer das Anwandrecht hatten, also ihre Pflüge wenden durften. Ein Bergabhang, der das Wasser ableitet, heißt Schwall, Leite oder Leiten. Schuläcker standen früher dem Lehrer des Ortes zur Nutznießung zur Verfügung.

Viele Namen sind aber schon verlorengegangen und manche Flurnamen werden auch weiterhin nicht mehr zu erforschen sein, da sich die Schreibweise geändert hat oder man sich nicht mehr in die Gedankenwelt unserer Vorfahren versetzen kann.

Berta Wienziers


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06/04 2010

Franz Xaver Obeltshauser, Pfarrer in Siegenhofen

Ehem. Schulhaus Siegenhofen
Grabstein der Eltern von F.X. Obeltshauser am Deininger Friedhof (bereits abgebaut)

Siegenhofen feiert am 9. Mai seine Kirchweih. Aus diesem Anlass nachstehend der Lebenslauf von Franz Xaver Obeltshauser, ein zu seiner Zeit sehr bekannter gebürtiger Siegenhofener. Er wurde am 2. Oktober 1872 in Siegenhofen geboren, wo seine Eltern, die Lehrerseheleute Georg Obeltshauser und Therese geb. Strasser aus Regensburg, sesshaft waren. Er war das erste von 16 Kindern, von denen aber neun bereits im Kindesalter starben. Ab Oktober 1882 bezog er das Gymnasium in Eichstätt, nachdem er zuerst die Volksschule in Siegenhofen besucht und zuletzt durch den damaligen Kaplan in Deining, Wilhelm Vogel, Vorunterricht empfangen hatte. Oktober 1883 wurde er in das Bischöfliche Knabenseminar in Eichstätt aufgenommen, absolvierte das dortige Gymnasium im Juli 1891 und widmete sich dann den philosophischen und theologischen Studien am Bischöflichen Lyzeum in Eichstätt. 1892 wurde der Vater an die Deininger Schule versetzt und so zog die Familie von Siegenhofen nach Deining um, wo auch die feierliche Primiz stattfand. Am 19. März 1896 wurde Franz Xaver Obeltshauser von Bischof Franz Leopold Freiherr von Leonrod zum Priester geweiht. Seine weiteren Stationen waren: Von Mai bis Mitte August 1896 als Kooperator in Berngau; von Mitte August 1896 bis Ende Januar 1897 als Kooperator in Plankstetten. Am 25. Januar 1897 als Kooperator nach Neumarkt berufen, wirkte er dort bis 1. Februar 1898; im letzten Vierteljahr hatte er auch den dortigen Kath. Arbeiterverein als Präses zu leiten. Vom 1. Februar 1898 bis Mitte Februar 1903 wirkte er als Kooperator in Ingolstadt bei St. Moritz und die letzten zwei Jahre seines dortigen Aufenthaltes leitete er den Kath. Gesellenverein als Präses, nachdem er bereits seit 1898 dessen Vizepräses gewesen war. Mitte Februar 1903 bezog er als Provisor die Stadtpfarrei Altdorf b. Nürnberg. Im März 1904 wurde ihm die Pfarrei Altdorf b. Titting übertragen, welche er bis August 1913 verwaltete. Ab 1. März 1907 wurde er bis August 1913 zum Distriktschulinspektor für den Schuldistrikt Greding ernannt. Am 27. Juli 1913 wurde ihm die Stadtpfarrei Spalt übertragen, die er bis zu seinem plötzlichen Tod am 18. Januar 1937 leitete. Seine Schwester Margarete lebte bei ihm in Spalt und führte ihm den Pfarrhaushalt. In seiner Todesanzeige trauerten um ihn vier Brüder: Georg - Studienprofessor; Josef - Oberregierungsrat, Alois - Studienprofessor, Karl - Ingenieur, und die beiden Schwestern Therese und Margarete.

Sein Nachruf lautete: Franz Xaver Obeltshauser, Bischöfl. Geistl. Rat, Dekan, Stadtpfarrer und Ehrenbürger von Spalt, hat über 23 Jahre die Seelsorge in Spalt geführt. Er pflegte die Gabe der Rede, welche in gepflegter Form Menschenkenntnis, Wissen und Welterfahrung austeilte. Er pflegte die Gabe der Menschenfreundlichkeit, welche jedermann ein gütiges Herz, einen freundlichen Gruß, ein liebes Wort schenkte. Er verwendete seine freien Stunden auf  geschichtliche Studien und Forschungen und schenkte der Stadt Spalt wertvolle Feststellungen und Darstellungen ihrer Heimatgeschichte. In Anerkennung dieser großen Verdienste ernannte ihn die Stadt Spalt zu ihrem Ehrenbürger. Die Beerdigung am 21. Februar war eine außerordentliche Kundgebung der Hochschätzung für den Verstorbenen seitens der Stadt- und Pfarrgemeinde, der Schule, der geistlichen Mitbrüder, besonders der vielen Kapläne, die unter seiner Führung die Seelsorge in Spalt ausübten. F.X. Obeltshauser war nicht der einzige gebürtige Siegenhofener, der Priester wurde, auch  Willibald Kürzinger, geb.1881 wurde einige Jahre nach Obeltshauser zum Priester geweiht.

Berta Wienziers


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13/02 2010

Faschingstreiben in Deining

Faschingszug in Deining, ca. 1960

Der Fasching liegt in den letzten Zügen und die Narren fiebern dem Endspurt entgegen. In diesem Jahr wird das närrische Volk Deinings von den Hoheiten Alice Müller und Jochen Rupp regiert . Ihre Vorgänger waren: 2009 Melanie Pohl und Tobias Gottschalk, 2008 Sabine Kahl und Oliver Sacha, 2007 Sonja Meier und Matthias Schrafl, 2006 Susanne Buchner und Jürgen Kraus, 2005 Evi Sacha und Andreas Auer, 2004 Katja Schrafl und Sebastian Fersch, 2003 Daniela Schmid und Matthias Graf, 2002 Carina Bayer und David Berschneider, 2001 Carola Schöppel und Christopher Lang, 2000 Bianca Seitz und Helmut Lachner, 1999 Carina Wienziers und Stefan Simon, 1998 Irmgard Simon und Bernhard Zoch, 1997 Claudia Klein und Roland Buchner, 1996 Margot Eiberger und Matthias Seger, 1995 Karin Zoch und Gerd Kirsch, 1994 Elke Ortner und Christian Bayer, 1993 Alexandra Wittmann und Gerhard Fruth, 1992 Elisabeth Zoch und Jürgen Kanitz.

Davor gab es bereits schon zweimal kurze Episoden mit  Prinzenpaaren bei Faschingszügen: 1978 Maria Vögerl und Josef Fersch, 1977 Irmi Fersch und Fritz Zürcher. 1963 Marianne Fleischmann und Josef Sippl, 1962 Adelheid Schlosser und Xaver Zoch, 1961 Irmgard Zoch und Theo Fruth.

Unabhängig von den Deiningern gründete Familie Gabler vom Campingplatz Sippelmühle 1966 zuerst nur für die Camper, die Faschingsgesellschaft Campnesia mit einer Prinzengarde, einem Männerballett, später auch einer Kindergarde und einem Prinzenpaar, die von 1979 – 1985  mindestens 30 Auftritte pro Saison hatten.

Faschingszüge gab es in Deining aber auch schon vor dem Krieg und zwar immer am Nachmittag des Faschingsdienstags, denn das letzte Fastnachtswochenende war geprägt vom 40stündigen Gebet und in dieser Zeit fanden keinerlei Vergnügungen statt. Erst nach dem Ende desselben gegen 14 Uhr am Dienstag begann der Kehraus mit dem Umzug und in allen Wirtshäusern wurde bis Mitternacht gefeiert.

Bei den Umzügen wurden gern Personen ausgespielt, die während des Jahres mit lustigem oder unsinnigem Verhalten  Aufmerksamkeit im Dorf erregt hatten. So sorgte 1935 der damalige Kaplan für allgemeine Heiterkeit, als er zwei Kirchen miteinander verwechselte und in Unterbuchfeld fertig angezogen alleine stand, während in Mittersthal die Gläubigen auf ihn warteten. Nach Feststellung seines Irrtums eilte er auf seinem Motorrad mit wehendem Priestergewand von einer Kirche zur anderen.

Aber auch so ging es im Deininger Fasching immer hoch her. 1960 z.B. wurden einschließlich Silvester 1959 für 20 Tanzveranstaltungen Genehmigungen bei der Gemeinde beantragt, wobei keiner der Faschingsbälle über mangelnde Besucher klagen konnte. Die meisten Tanzvergnügen begannen um 19 Uhr und endeten um 24 Uhr. Vor dem Krieg fand mindestens ein Faschingsball in jedem Wirtshaus statt.

Die Männer verkleideten sich meist als Frauen oder Hexen, die Frauen zogen Männerkleidung an.
Am Aschermittwoch wurde in aller Frühe das Bärentreiben veranstaltet. Burschen zogen Fellkleider an und gingen auch in umliegenden Dörfern von Haus zu Haus. Der Bär tanzte zum Spiel einer Teufelsgeige und die Zuschauer spendierten dafür Eier, Würste und Speck. Wieder zu Hause wurde ein Eierfleck gekocht, Würste und Fleisch hob man für den nächsten Tag zum Essen auf. Gegen 17 Uhr stellte man sich zu einem Trauerzug auf, um die Geldbeutel zu waschen und zu begraben. Auf einer Bahre lagen oder hingen viele alte Geldbeutel. Weinend und jammernd, mit großen Taschentüchern ausgerüstet marschierten alle Teilnehmer zum Bach, wo die Geldbeutel gewaschen wurden. Danach ging’s weiter zum Espan, dort wurde ein Loch gegraben und alle Geldbeutel darin verscharrt. Jetzt war auch der Fasching begraben.

Berta Wienziers


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17/12 2009

Geschichtsträchtige Ereignisse

1910: Marianische Männerkongregation
1950: Grundsteinlegung des heutigen Seniorenheims St. Anna
1950: Primiz von Josef Pfeiffer
Ehrenbürger Johann Zoch (+1985)

2010 steht vor der Tür und da jähren sich wieder viele ortsgeschichtliche Ereignisse,
ob es nun schreckliche oder schöne Erlebnisse waren. Geburts- oder Todestage bekannter Persönlichkeiten laden zum Gedenken ein, Vereine können Jubiläum feiern.

1070 findet laut alter Akten in Siegenhofen die Weihe einer Kirche statt. 1150 steht Döllwang erstmals in alten Urkunden. 1190 ist Unterbuchfeld zum ersten Mal anlässlich der Weihe einer Kirche aufgezeichnet. 1315 erfolgt eine Kirchenweihe in Leutenbach. 1400 wird die Kirche in Tauernfeld dem Hl. Nikolaus geweiht.

1420 wird der Beginn eines Kirchenbaus in Mittersthal niedergeschrieben. 1480 wird Siegenhofen eine eigene Pfarrei. 1480 wird die Laabermühle erstmals in alten Schriften aufgeführt, ebenso wie die zugehörige Ulrichskapelle.

1505 wird Deining und Schloss Altenburg durch die Nürnberger im Landshuter Erbfolgekrieg ein Raub der Flammen. 1545 herrscht in Waltersberg die Pest, die viele Opfer fordert.

1625 Wiedereinführung der Katholischen Religionsausübung auch in unserer Gemeinde. 1630 wird die Kreismühle erstmals erwähnt. 1670 brennt Deining und auch die Kirche. 1690 wird Pfr. Georg Zinckl in Weißmain geboren, er ist ab 1723 51 Jahre Pfarrer in Deining.

1710 brennt Leutenbach vollständig ab. 1715 stirbt der Pfarrer Xaver Beer, 43 Jahre alt, er liegt neben dem Hochaltar begraben. 1720 brennt Deining ab, nur die Kirche bleibt verschont. 1725 verbrennt ganz Unterbuchfeld bis auf die Kirche und den Hof im Tal. 1745 macht Kaiserin Maria Theresia von Österreich im Gasthaus zur Post in Deining Halt auf ihrer Reise nach Frankfurt zur Krönung von Kaiser Franz I. 1760 wird die Bäckermühle erstmals in Urkunden erwähnt. 1795 brennt fast ganz Tauernfeld ab.

1840 wird der Kirchenmaler Georg Lang in Deining geboren. 1855 wird Johann B. Mößl in Oberbuchfeld geboren, Pfarrer und Ehrenbürger von Waltersberg. 1860 wird in Mittersthal ein eigener Friedhof errichtet. 1865 findet in der Gegend ein 5000 Mann starkes Manöver statt, mit Einquartierungen in Deining und den Filialen. 1875 brennt fast ganz Unterbuchfeld ab. 1895 wird ein Darlehenskassenverein in Deining gegründet, die spätere Raiffeisenbank.

1900 stirbt der Kirchenmaler Georg Lang an den Folgen eines Sturzes vom Gerüst. 1900 wird die Freiwillige Feuerwehr Unterbuchfeld gegründet. 1910 wird Pfr. Matthias Breindl in Weigersdorf geboren, langjähriger Seelsorger und Ehrenbürger von Deining und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. 1910 Gründung der Marianischen Kongregation in Deining. 1935 ist der Beginn der Entstehungsgeschichte des Ortsteils Hacklsberg. 1950 wird der Grundstein für den Bau des St. Annaheims gelegt und das Pfarrheim eingeweiht. 1950 wird Josef Pfeiffer aus Leutenbach in Eichstätt zum Priester geweiht. 1955 beginnt die Geschichte des Schützenvereins Großalfalterbach. 1960 entsteht die Marianische Männerkongregation in Deining. 1965 wird die KLJB Deining ins Leben gerufen, ebenso wie die Deininger CSU. 1970 Gründung des Fremdenverkehrsvereins. 1975 wird die Blaskapelle Deining gegründet, genauso wie der Tennisverein. 1980 entsteht der Burschenverein Oberbuchfeld. 1985 stirbt Johann Zoch, Altbürgermeister und Ehrenbürger von Deining. 1985 wird der OGV Siegenhofen aus der Taufe gehoben, ebenso wie der Verein für Gartenbau und Heimatpflege in Tauernfeld. 2000 weiht Bischof Walter Mixa zum Jubiläumsjahr den Georg Lang Brunnen in Deining.
Das war nur ein kleiner Rückblick über einige Ereignisse, die die einzelnen Dörfer unserer Gemeinde in ihrer jahrhundertealten Geschichte erlebt haben.

Berta Wienziers


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17/10 2009

Kapläne in Deining

Kaplan Werner Müller
Kaplan Pereira Benjamin
Kaplan Wenhart Anton

Seit September 2009 haben wir mit Martin Becker einen neuen Kaplan, es ist der 187. namentlich bekannte seit es darüber Aufzeichnungen gibt. An manche seiner Vorgänger haben bestimmt noch viele Pfarrangehörige ihre eigenen Erinnerungen. Hier alle überlieferten Namen rücklaufend bis 1492.
Benny Karickamukalel, Janusz Stanczak, Sibi Manickathan, Norbert Kokott, Hans Reicherzer, Benjamin Pereira, Klaus Meyer, Josef Heigl, Reinhard Förster, Erich Schredl, Andreas Hanke, Werner Müller, Richard Herrmann, Franz Josef Gerner, Alfred Rottler, Johann Schleer, Karl Schmid, Anton Wenhart, Thomas Gensberger, Anton Hirschbeck, Michael Seitz, Georg Köbl, Willibald Brems, Johann Gottschalk, Ernst Rohbach, Otto Obergruber, Josef Feil, Franz Turba, Alfons Butkus, Johann Stieglbauer, Johannes Winand, Johann Sauer, Heinrich Meißner, Johann Ehbauer, Michael Holzschuh, Johann Fuchs, Kaspar Bauernfeind, Rudolf Probst, Albert Naß, Simon Seitz, Augustin Knör, Josef Frank, Anton Auchtor, Andreas Stöcklhuber, Max Brenner, Max Strauß, Josef Meyer, Johann Brock, Josef Bayerschmid, Johann Rackl, Johann Gerngroß, Josef Seitz, Johann Waldmüller, Franz X. Schrafl, Rudolf Asmus, Benno Meier, Josef Bayer, Matthias Gsandner, Maximilian Rehm(1905), Stanislaus Donaubauer, Quartan Schmid, Gebhard Gasser, Johann Hutter, Johann Gottschalk, Anton Gerngroß, Ferdinand Freiherr von Papius, Georg Fellner, Anton Hofbeck, Johann Hirner, Georg Wechsler, Johann Bap. Mack, Georg Wohlgemuth, Simon Sturm, Johann Weber, Franz X. Schiegl, Anton Janninger, Friedrich Ehrmann, Wilhelm Vogel, Franz Welter, Karl Müll, Leopold Hugelmann, J.H. Scheurin, Josef Drexler, Johann Meier, Peter Meyer, Georg Bayer, Georg Koller, Karl Pfahler, Georg Pirkl, Anton Gebhard, Sebastian Ablaßmeyer, Lukas Kerling, Franz Benz, Dominicus Gröbl, Anton Lindl, Johann Leib, Franz Pfaller, Alois Zeller, Martin Kraus, Alois Spitzner, Josef Schönberger, Karl Bruckmüller, Ferdinand Raab, Martin Wirth, Josef Straubmeier, Jakob Heuberger, Johann Posch, Johann Siegert, Georg Bittner, Michael Meixner, Josef Betz, Christian Ibler, Franz X. Maurer, Georg Kellermann, Simon Semon, Thomas Graf, Josef Winterich, Lorenz Schmalhofer, Anton Haunschild, Franz X. Reiser, Nikolaus Flierl, Michael Urban, Josef Bermüller, Georg Deinhard(1804), Johann Gotshammer, Karl Hofmann, Josef Mederer, Martin Ernsberger, Johann Hofmann, Franz X. Reiser, Georg Deinhard, Bernhard Lang, Johann Götz, Wolfgang Köstler, Josef Rieger, Lorenz Predatsch, Johann Schweigert, Johann Auerbach, Johann Seitner, Johann Merl, Ferdinand Spezius, Jakob Auhuber, Georg Achaz, Peter Pfaller, Franz X. Burk, P.P. Nicanor, Joseph Hertle, Michael Kienlein, Konrad Thumann, Franz Brandl, Stephan Morger, Josef Beer, Alois Pracher, Adam Kemeter, Stephan Hollweck, Simon Maier, Simon Pickl, Franz Mader, Georg Wolfrum(1762), Leonhard Guttenberger, Franz Zinkl, Josef Gruber, Johann Iberl, Ignaz Zinkl, Vogl, Laurian, Rubenbauer, Beck, Wirthwein, Westermeier, Preussinger, Matthias Dull, Reischl, Hecker, Brein, Franz, Brell, Widmann, Stangengast, Paul Francisci, Achatius Anwander, Erasmus Hensel, Elias Sella, Ambrosius Kunzmann, Michael Kirsteiner (1585), Konrad Egelwanger.

Manche dieser Kapläne waren nur einige Wochen oder Monate hier in Deining, die meisten zwei bis zehn Jahre, einige kamen später als Pfarrer oder Benefiziaten wieder an ihre ehemalige Kaplanstelle zurück, andere wurden mehrmals nach Deining versetzt. Manchmal waren mehrere Kapläne zur gleichen Zeit in Deining, dann wieder gab es längere Zeiten, in denen nur ein Pfarrer für alle Gläubigen am Ort war.

Berta Wienziers


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17/08 2009

Geschichte der Deininger Gendarmerie-Stationen

Willi Kaunz links auf dem Bild
Adam Mayer 2. von links auf dem Bild
Xaver Eiberger

Nachdem die Gemeinden Bayerns immer wieder durch Briefe vom Kgl. Staatsministerium des Innern aufgefordert wurden, für die neu eingerichteten oder die alten bestehenden Gendarmeriestationen, Arresträume zur Verfügung zu stellen, entschloss sich die Gemeinde Deining im Jahre 1910 endlich ein dafür geeignetes Objekt zu erwerben. Der Kaufpreis für das Anwesen Nr. 76 (jetzt abgebrochen) zum Zwecke der Errichtung eines Haftlokals betrug 500 M. Die Gemeinde hatte die Verpflichtung dieses Gebäude zu beschaffen, einzurichten, zu unterhalten und für die Verpflegung der Inhaftierten zu sorgen, was immer wieder zu Ärger bei den Verantwortlichen und zum Streit mit den Behörden führte. Eine Aufsichtsperson für die Häftlinge zu stellen war Sache der Gendarmerie.

Der Kostenvoranschlag für die Einrichtung des Haftlokals war folgender: Spenglerarbeiten, Rohre, Ofen, Tür (40 M.), 2 Matratzen m. Polster (25 M.), Tür, Fensterstock, Tisch, Nachtkübel (22 M.), Weißdecke (36 M.), schadhafte Innenwände, teilweise auszumauern und zu verputzen (25 M.), 4 Fuhren Sand (12 M.), 4 Zentner Zement und 2 Zentner Kalk (14 M.), Rauchrohre in d. Kamin leiten (5 M.), Erdarbeiten (10 M.), Eindringen von Außenwasser (6 M.), Schlosser- und Schmiedearbeiten (10 M.), Essschüssel mit Besteck (4 M.), Bodenbretter mit Türstock (60 M.).

Namentliche bekannte Gendarmerie- oder Polizeibeamte der Station in Deining waren: Christoph Stiel (1876 in einer Urkunde erwähnt), Andreas Grimm (1878), Georg Höllerl, geb. 1837 (1879), Michael Straßberger geb. 1846 (1879), Georg Batz (1879), Andreas Greiner, geb. 1841 (1884), Jakob Servi (1888), Andreas Beinrucker (1897), Josef Pfleger, geb. 1860 (1897), Josef Schleicher, geb. 1873 (1906), Paul Wilhelm, geb. 1878, Ludwig Gantz, geb. 1882 (1917), Georg Breindl, geb. 1876, Georg Seidl, geb. 1884, Leonhard Aures; geb. 1895 (1923), Peter Braun, geb. 1881 (1924), Johann Betz, geb. 1897, Heinrich Stauber, geb. 1894, Josef Meyer, geb. 1898, Jakob Engelhard, geb. 1892, Christian Rödel, geb. 1852, Leonhard Brunner, geb. 1895 (1939), Ludwig Hödl, geb. 1910 (1939), Johann Baptist Zrenner, geb. 1902 (1939), Willibald Kaunz, geb. 1901 (1942 -siehe Bild-), Guido Hofbauer, geb. 1906 (1942), Georg Stelze, geb. 1903 (1942), Michael Lehner, geb. 1896 (1942), Johann Schöppel, geb. 1897 (1942), Ludwig Thurner, geb. 1900 (1943), Josef Kunz, geb. 1913 (1945), Josef Gratzl, geb. 1919 (1946), Josef Frömmer, geb. 1903 (1947), Josef Hofbauer, geb. 1920 (1949), Leonhard Fiegl, geb. 1919 (1949), Josef Feßmann (1950), Michael Härtl, geb. 1919 (1950), Johann Eisenbeißer, geb. 1910 (1951), Michael Götz, geb. 1909 (1953), Willibald Mayer, geb. 1935 (1954), Ferdinand Löw, geb. 1911 (1955), Adam Mayer, geb. 1922 (1959 -siehe Bild-), Josef Hornung, geb. 1919 (1961), Xaver Eiberger, geb. 1915 (1962 -siehe Bild-).

Die Polizeidienststelle war ab 1936 im Haus Nr. 44 (jetzt Obere Hauptstr. 11) untergebracht, der Arrestraum blieb weiterhin im Haus Nr. 37 (jetzt Leutenbacher Str. 2), wo sich zuvor die ganze Gendarmeriestation befand.

1950 gab es im Dienstzimmer eine Explosion. Leonhard Fiegl, der sich im Zimmer aufhielt, wurde schwer verletzt und konnte seinen Dienst nicht mehr voll ausüben.

1951 zog die Dienststelle samt Arrestraum um ins Haus Nr. 105 (jetzt Grabenberg 13).

1962 wurde die Polizeistation in Deining aufgelöst und die verbliebenen Beamten nach Neumarkt versetzt.

(Berta Wienziers)

 

 

 

 

 

 

 

 


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10/09 2009

Kirchweihbrauchtum

Einige Kirchweihen in unserer Gemeinde stehen vor der Tür, und deshalb wieder einmal ein Rückblick in das Brauchtum von 1950. Josef Kollmeier aus Unterbuchfeld erzählt sogar aus seiner Jugendzeit von der Kirwa um 1870.

Damals wurde er als Schulbub zu den Verwandten und Bekannten zum „Festlodn“ geschickt. Das war ein einträgliches Amt, denn ausser einem Getränk und dem Eierfleck gab es auch ein kleines Trinkgeld dafür. Kaum ein Haus im Dorf, das vor dem Fest nicht mit irgendwelchen Verschönerungs- oder Reparaturarbeiten beschäftigt ist. In jedem größeren Bauernhof schlachtet man rechtzeitig zur Kirchweih ein Schwein.

Jeder Hof und alle Dorfwege werden sauber gekehrt, um guten Eindruck zu machen.
Am Samstag stellen die Burschen und Jungmänner den herausgeputzten Kirwabaum auf. Die ganze Nacht hindurch bewachen sie ihn, damit er von der lauernden Jugend der Nachbargemeinden nicht beschädigt oder gestohlen werden kann. Manche Baumspitze lag am Festtag schon abgeschnitten auf dem Boden, wenn die Bewacher eingeschlafen waren und ihr Wachamt nicht ernst genug genommen hatten. Das sorgte dann für Spott und Hohn im weiten Umkreis. Sowas will jede Gemeinde vermeiden.
Ebenfalls am Samstag treffen auch schon die ersten, vor allem weiblichen Gäste im Laufe des Tages ein, um der Hausfrau am Nachmittag beim Kuchen- und Küchlbacken zu helfen. Ganze Berge von knusprigen, federleichten Kücheln werden aufgetürmt und die Bleche mit Zwetschgenkuchen reihen sich aneinander.
Für die Lustbarkeit der Kinder kommt zur Kirwa eine Schiffschaukel ins Dorf, oder wie es in Mittersthal (1950) üblich ist, wird eine „Reitschul“ aufgebaut, ein improvisiertes Karussell aus Achse, Wagenrädern und Leiter.

Die Männer starten die Vorfeier am Abend mit den anwesenden Besuchern daheim, oder in der Mehrzahl im gastlichen Wirtshaus, bei Unterhaltung, Bier und feiner Küche.

Am Sonntag in aller Früh holen die Ministranten mit dem Mesner junge Birken, um damit den Kircheneingang und den Hochaltar zu schmücken. Vom Kirchturm kündet der wehende gelb-weiße „Zachäus“ von der Kirchweih. Mit Ausnahme der Köchinnen, besuchen alle Dorfbewohner und ihre Gäste den feierlichen Gottesdienst. Danach wartet schon ein reich gedeckter Tisch. In den meisten Haushalten wird ein Fass Festbier angezapft oder Flaschenbier bereitgestellt. Dann tragen die Köchinnen reichlich auf: Leberknödelsuppe, gekochtes Rindfleisch mit Preisselbeeren, Kren und Kartoffelsalat, Braten mit Klößen, auch das echte Bauerng’selchte fehlt nirgends, von den Mehlspeisen gar nicht zu reden. Keine Familie will sich lumpen lassen.

Am Nachmittag tanzt die ältere Jugend um den mit Bändern verzierten Kirwabaum. Im Laufe des Tages wird dieser dann versteigert. Im Wirtshaus spielt die Musik zum Tanz, in der Kegelbahn geht es hoch her, auch kleinere oder größere Raufereien bleiben nicht aus. Die Kinder vergnügen sich mit Spielen, Karussell oder Schiffschaukel. Am Montag spendieren viele Wirte ihren Stammgästen Freibier und da wird nochmal fest gefeiert.

Am Sunnta is Kirwa, dou gfrei i mi draf, dou macht da Baua sein Göjdbeitl af, und wenna ma a Kirwagöjd git, nou kaaf i mir a Pferdl zum reitn, an Säwe af d’Seitn, a Steckerl in d’Händ, das mi nemad meia kennt.--------------------------A richtige Kirwa, dauert Sunnta, Manda und Irta, es kann se schicka, bis zum Migga, wenns nird fajt am Kocha, a ganze Wocha. --------------------------O Kirwa lou nird nou, bleib nu a bisserl dou, o Kirwa lou nird nou, i hob ja nu a Fünferl dou, o Kirwa lou nird nou.------------------------Aus is die Kirwa, aus is da Tanz, hi is des Göjd und vaspeist is die Gans.---------

(Berta Wienziers)


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17/08 2009

Kirchenglocken als Kriegsmetall

Auer Willibald bei der Brückenwache auf der Deininger Bahnbrücke
Die Deininger Kirchenglocken stehen zur Abholung zum Einschmelzen für Kriegstechnik bereit
Nach seinem letzten Urlaub beim Aufbruch in den Krieg (1944 gefallen)

70 Jahre sind nun seit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs vergangen und obwohl viele schriftliche Unterlagen verloren sind, gibt es doch noch manche Überlieferungen aus dieser Zeit in unserm Archiv. Aus den Begleitschreiben für die Lebensmittelkarten kann man ersehen, dass z.B. 1941 dem Normalverbraucher für 4 Wochen 9 kg Brot oder 4,2 kg Brot und 3,6 kg Mehl zustand. Zur Weihnachts-Sonderzuteilung 1942 wurden 500g Mehl, 200g Fleisch, 125g Butter, 62,5g Käse, 250g Zucker, 125g Hülsenfrüchte, 125g Zuckerwaren, 50g Bohnenkaffee, 0,35l Trinkbranntwein zusätzlich gewährt.
Listen über Kriegsgefangene sind zum Teil noch handgeschrieben vorhanden. Deren Heimatländer waren hauptsächlich Frankreich, Polen, und Russland. Ihre Arbeitgeber bekamen ein Merkblatt mit den 10 Geboten für die Behandlung Kriegsgefangener.

Im Ochsenwirtshaus in Deining waren gegen Ende des Krieges ca. 100 ungarische Soldaten der Waffen SS untergebracht und in Kleinalfalterbach ca. 60.

Am Ende des Krieges waren in jedem Ort der Gemeinde viele Männer vermisst, gefallen, verwundet oder in Kriegsgefangenschaft. Insgesamt 247 Soldaten verloren in diesen sechs Jahren ihr Leben. Deining trauerte um 44, Waltersberg um 40, Großalfalterbach um 28, Leutenbach mit Bahnhof Deining um 25, Döllwang um 22,  Oberbuchfeld mit Rothenfels und Arzthofen um 22, Unterbuchfeld um 16, Mittersthal um 16, Tauernfeld um 11, Kleinalfalterbach um 11, Pirkach um 7, Siegenhofen um 5  gefallene oder vermisste Mitbürger. Die ersten Kriegstoten waren 1941 zu beklagen, die meisten Opfer forderte das Jahr 1944 mit 60 Toten. Unsere gefallenen Gemeindebürger mussten in den meisten Fällen ihr Leben in Rußland lassen, aber auch in Polen, Rumänien, Italien, Jugoslawien, Finnland, Griechenland und Frankreich. Einer der ältesten gefallenen Soldaten war Josef Schiller, ein damaliger Deininger Lehrer, der 1944 mit 48 Jahren starb. Die jüngsten waren 17 Jahre, als sie ihr kurzes Leben 1945 zum Kriegsende noch opfern mussten. Es war auch keine Seltenheit, dass aus einer Familie drei oder sogar vier Söhne ums Leben kamen.

Da viele Anordnungen, Gebote und Verbote durch die Militärregierung ausgesprochen wurden, blieb es auch nicht aus, dass viele Verstöße geahndet wurden. So wurde der Deininger Pfarrer wegen verbotenen Abhaltens eines Gottesdienstes am Himmelfahrts- und Fronleichnamstag 1941 zu 100 RM Geldstrafe oder 10 Tagen Gefängnis, und sein Kaplan zu 300 RM oder 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Anordnung lautete nämlich: Mit Rücksicht auf die Erfordernisse der Kriegswirtschaft wird der Fronleichnamstag (Himmelfahrtstag) auf den folgenden Sonntag verlegt. Eine Vorschrift war auch der „Eintopfsonntag“, der jeweils am 2. Sonntag in den Wintermonaten von Oktober bis März eingehalten werden sollte. Ab 1943 hieß er dann „Opfersonntag“ und fand am 1.Sonntag des Monats statt. Das in unserer Gegend allgemein übliche und beliebte Neujahrsanschießen wurde bereits im ersten Kriegsjahr 1939 verboten.

Jeder Ort musste 1942 seine Kirchenglocken abliefern. Diese sollten eingeschmolzen und dann zu Kanonen verarbeitet werden. Von den 9 Kirchtürmen der Deininger Pfarrei holte man 14 Glocken, nur 3 kamen nach dem Krieg wieder zurück. Aus der Pfarrei Großalfalterbach wurden 4 Glocken zur Kriegsverlängerung eingezogen.

Pfr. Griesbauer aus Großalfalterbach setzte sich sehr oft großer Gefahr aus, als er Gedichte gegen die Regierung verfasste und öffentlich bekanntmachte, so z.B.:

Ein „deutsches“ Glaubensbekenntnis (13 Glaubensartikel aus dem großen Kriegsjahr 1942) / Im braunen Haus, da wo der Hitler sitzt (Melodie: Im grünen Wald) / Zum Gedächtnis der Gefallenen (Eine besinnliche Ehrung für die Gefallenen).

(Berta Wienziers)

 

 

 

 

 

 

 

 


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01/02 2009

Branchenverzeichnis von früher

Im Branchenverzeichnis der Gemeinde Deining aus dem Jahr 2002 kann man sich über alle ortsansässigen Handwerksbetriebe informieren. Da ist von A wie Apotheke überF wie Fotostudio bis Z wie Zimmerei alles zu finden, was Hilfe für jede Lebenslage verspricht.

1978 waren die Gewerbebetriebe der Großgemeinde zwar noch nicht so vielfältig wie 30 Jahre später, aber da gab es neben Gaststätten, Lebensmittelhandel, Malern, Maurern, Friseuren, Fuhrunternehmern, Schreinern, Schneidern und Schustern auch noch einige seltenere Berufszweige wie Fahrradhandel, Viehhändler, auch eine Fahrschule und einen Automatenaufsteller.

1950 waren im Ort Deining 27 Gewerbetreibende registriert, hauptsächlich althergebrachtes bodenständiges Handwerk und Gewerbe, von Gemischtwarenhandel über Gastwirtschaften, Bäcker, Metzger, Müller und Sägewerksbetriebe, Wagner, Schmied, Zimmerer, Elektriker, Friseur, Schuster, Viehhändler, Kohlenhändler, sowie  Arzt und Hebamme. In Leutenbach ist in diesem Jahr von je einem Wagner, Schmied, Wirt, Maurer und Krämer die Rede. Kleinalfalterbach hatte zur selben Zeit zwei Gastwirtschaften, je einen Krämer, Schmied, Maurer, ein Fuhrunternehmen und einen Schnitt- und Kurzwarenhandel gemeldet. Letzterer wurde im Zusammenhang mit einer Näherei geführt.
1943 gab es in Deining 30 Gewerbetreibende, hauptsächlich die bereits genannten Berufe, dazu sind auch einige Brandmetzger, sowie Stellmacher und Sattler aufgeführt.

Im Zeitraum von 1887 bis 1904 sind in Oberbuchfeld folgende Gewerbeanmeldungen verzeichnet: Näherei, Wagner, Brandmetzger, Zimmermann, Dachdecker, Schneider, Gastwirt, Holzhandel, Maurer, Dachziegelhersteller, Viehhandel, Anstreicher, Schmied, sowie ein Korbmacher und auch ein Schmuser. Dieser zahlte 1889 immerhin 4 Mark an Gewerbesteuern. Zum Vergleich: dem Schmied wurden 3 M, dem Wirt 6 M, dem Krämer 1,82 M und dem Brandmetzger 1,20 M Steuern berechnet.  

In Kleinalfalterbach haben zwischen 1883 und 1911 folgende Gewerbean- oder   abmeldungen stattgefunden: Wagner, Krämerei, Korbflechter, Maurer, Schuhmacher, Brandmetzger, Schäfer, Spezereienhandel.

Zwischen 1901 und 1937 gab es in Deining viele Betriebsan- und –abmeldungen, darunter waren Bierbrauer, Seiler, Weber, Binder, Wäscherin, Molkerei, Steinmetz, Spedition, Glaserei, Lohnfuhrwerk, Westenstrickerei, Holzhandel, Zigarrenhändler, Musikkapelle, Musiker im Nebengewerbe, Geflügelhandel, Ofensetzer, Getreidehandel, um nur einige zu nennen. Dass auch 1910 schon Kontrollen stattfanden und vieles beanstandet wurde, zeigt ein Brief an einen Wirt vom Königl. Bezirksamt. Darin stand zu lesen: Sie erhalten den Auftrag: 1. den Küchenkamin vollständig einzuwölben und eine Einsteigöffnung für den Kaminkehrer herzustellen. 2. Ofen, Herd und Kessel mit Rauchrohren zu versehen. 3. den rußigen Verputz der Küche abzunehmen und einen neuen Verputz aufzubringen. 4. für Pissoir und Schweinestall eine wasserdichte Odelgrube herzustellen. 5. die Abortgrube am Hause frisch auszumauern.

1927 wurde ein Wirt aufgefordert, weiß emaillierte Spucknäpfe mit Wasserfüllung aufzustellen und Tafeln mit „Ausspucken auf den Boden ist verboten“ anzubringen.

1950 bekam ein Krämer folgende Rüge: „Vom Laden aus ist ein Schlafzimmer zugängig. Nicht statthaft! Dass dies nicht schon vor Jahren beanstandet wurde, ist erstaunlich.“

Berta Wienziers


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01/12 2008

Brauchtum im Winter

Lehrer Weindler aus Leutenbach und Lehrerin Klöckner aus Deining haben 1950 in ihren Aufzeichnungen über Brauchtum in unserer Gegend für die Weihnachtszeit bis Lichtmeß folgendes geschrieben:

Am Barbaratag läutet um Mitternacht das Barbaraglöckl und die Barbarazweige werden geschnitten. Diese sollen bis Weihnachten erblühen und gelten als Wunschbaum.

Am 6. Dezember ist Nikolaus. Er ist zum Gabenspender und Sittenrichter geworden, der nachts bei uns umzieht. Am Abend wird er von der Jugend erwartet; bringt er doch Nüsse und süßes Gebäck als Belohnung. Er kann aber auch ein gefürchteter Gast sein, manchmal in Begleitung vom Knecht Ruprecht, der den weniger braven und weniger guten Kindern mit Besen, Rute und Sack panischen Schrecken einzujagen vermag.

In den feierlichen Rorateämtern des Advents werden die an Lichtmeß geweihten Wachsstöcke und Lichter fleißig benützt. Der Adventskranz ist allgemein üblich.

Die Kinder dürfen täglich ein Türchen vom Adventskalender öffnen, dahinter verbergen sich bunte Bildchen.

Es naht das schönste aller Feste, das Christkindl mit dem Lichterbaum. Zuvor schreiben die Kleinen noch ihren Christkindlbrief, und die Weihnachtskrippe wird aufgestellt. Das Christkind schmückt hinter verschlossenen Türen den Christbaum und bringt kleine Geschenke. Überall seligste Weihnachtsstimmung.

Noch vor dem 2. Weltkrieg holte mancher Bauer seine Jagdflinte, mancher Knecht eine alte verrostete Pistole aus dem Kasten, um sie zu laden. Sie schießen damit das Christkindl an; derselbe Brauch war auch zu Neujahr: Neujahranschießen!

Nach der Heimkunft von der Christmette, die um Mitternacht stattfindet, erwartet die nächtlichen Beter die saftige Mettenwurst.

In den folgenden Rauhnächten bis Dreikönig sollen die Träume in Erfüllung gehen.

Zum Jahreswechsel wird mit Bleigießen oder Pantoffelwerfen in die Zukunft geschaut. Um Mitternacht läuten die Glocken. Das Neujahrswünschen geschieht von Haus zu Haus mit einem Spruch.

An Dreikönig werden Stall und Wohnräume mit Weihrauch ausgeräuchert. Kinder als  Sternsinger oder Hl. Drei Könige verkleidet, ziehen von Haus zu Haus.

Seit tausend und mehr Jahren ist in Altbayern die Bienenzucht ein beliebter Beschäftigungszweig der ländlichen Bevölkerung. In vielen Orten hat sich die Veranstaltung von Wachsmärkten in den Tagen vor Lichtmeß erhalten. Da sieht man Wachsstöcke mit allerlei Verzierungen, Kerzen, auch Wachsfiguren aller Art als Opfergabe für Wallfahrten.

Noch heute läßt die christkatholische Bäuerin zu Lichtmeß, wenn die Kirche die Lichter zu ihrem Gebrauche segnet, ihren Hausbedarf an Wachs weihen.

Lichtmeß spielt im Leben der Landbevölkerung eine Rolle als Umzugstag der Dienstboten. Nach dem Mittagessen zahlt der Bauer seinen Dienstboten den restlichen Lohn aus. Dann ziehen die den Dienst quittierenden Ehehaltn ab, sonst kann es vorkommen, dass sie überzogen werden, d.h. dass die auf ihre Stelle Neueinziehenden kommen, ehe der Platz geräumt ist. Kleiderkasten des Abziehenden werden von einem Knechte der neuen Herrschaft abgeholt, wobei die Dirn nicht bloß ein Trinkgeld, sondern auch bei der Einkehr eine Mass zu zahlen hat.

Blasius-, Andreastag und Aschermittwoch waren einmal „Schlenkelzeit“, an denen vormals wenig, manchmal gar nichts gearbeitet wurde.

Berta Wienziers


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01/10 2008

Unwetter in und um Deining

In den Herbst- und Wintermonaten treten immer wieder schwere Stürme auf, verbunden mit Wind- und Schneebrüchen, oder es kommt zu Hochwasser infolge starker Regen- oder Schneefälle. Vor solchen Unwettern blieben die Bürger unserer Gemeinde auch vor 100 und 200 Jahren nicht verschont, wie einige Auszüge aus dem Archiv beweisen.

  • 1764 fiel außerordentlich viel Schnee und es gab große Überschwemmungen.
  • 1785 kam noch mehr Schnee, man glaubte das Ende der Welt sei nahe.
  • 1864, 14. Jan. taut es und eine bedeutende Wassermenge bedeckte das Deininger Tal.
  • 1900, 3. Juni. Ein Naturschauspiel in Art einer Windhose stellte sich heute im nahen Weiler Arzthofen ein. Es war gegen halb zwei Uhr nachmittag, als sich bei Tauernfeld ein starker Windstrich bemerkbar machte, der in der Richtung gegen Arzthofen herankam, begleitet von dichten finsteren Staubwolken und einem solchen Gerassel, dass man meinen sollte, es käme eine ganze Reihe Fuhrwerke in größter Geschwindigkeit auf der Landstraße angefahren. In Arzthofen selbst wurden starke Äste von den Bäumen gebrochen und von zwei an der Straße gelegenen Häusern die Dächer auf je einer Seite vollständig abgedeckt. Ein starkes Brett, das die Windhose mit sich riss, wurde bis Lengenbach geworfen.
  • 1902, 18. Dez. Heute früh 4 Uhr wurden einige Deininger Hausbesitzer vom Schlafe erweckt, um sich vom Hochwasser zu retten; denn es wurde das Wasser so groß, dass es seit Menschengedenken nicht so groß war. Das Vieh mussten viele aus den Ställen bringen. Dem Müller wurden Blöcher fortgeschwemmt, sogar auf einem Lagerplatz des Herrn Geck wurden Stämme von 2 bis 3 Kubikmeter fortgeschwemmt. Die Straße wurde stellenweise abgerissen.
  • 1929, 4. Juli. Ein furchtbarer Orkan, der alles in nächtliches Dunkel hüllte und sich in mächtigen Blitzen und Donnern und in verheerenden Hagelschäden entlud, fegte mit gigantischer Wucht über das Land. Die hühnereigroßen Hagelschloßen schlugen bis zu 10cm in den Boden und erschlugen ganze Gänsescharen.
  • 1953, 31. Jan. Durch die starken Schneefälle sind viele Ortschaften eingeschneit. Flüsse und Bäche sind infolge der starken Schneeschmelze und immer neuer Schneefälle über die Ufer getreten. Die Schulkinder mussten dem Unterricht fernbleiben. Ärzte, die dringende Krankenbesuche machen mussten, kamen nur auf Skiern durch den Schnee.  
  • 1955, 22. Juli. Während eines Gewitters entstand etwa 30m über der Kurve am Weißmarterberg ein Dammrutsch, durch den die Straße auf etwa 7m verschüttet wurde.
  • 1971, Pfingsten. Eine knappe halbe Stunde wütete ein Gewitter, das Hagelniederschläge in einem Ausmaß mit sich brachte, wie man es bisher in den beiden Gemeinden noch nicht erlebt hat. Schussergroße Hagelkörner vernichteten die Arbeit des ganzen Jahres vollständig. Die Straße von Siegenhofen nach Arzthofen glich einem Geröllfeld.
  • 1974, 8. Dez. Das gesamte Espan ist nach anhaltenden Regenfällen vom reißenden Strom überflutet und unpassierbar.
  • 1984, 23. Nov. Windböen in Orkanstärke knickten Bäume wie Streichhölzer um. Telefonleitungen wurden beschädigt und Dächer abgedeckt.
  • 1990, 27. Feb. Die Gegend um Deining hat es mit Sturmschäden schwer erwischt.
    2002, 21. März. Wassermassen so weit das Auge reicht an der Sipplmühle. Auch die Siegenhofermühle stand unter Wasser aufgrund der starken Regenfälle.

Berta Wienziers


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01/08 2008

Schulgeschichte von Tauernfeld

Zum baldigen Schulbeginn ein kleiner Einblick in die Tauernfelder Schulgeschichte.

Lehrer Josef Brückner schreibt 1873 folgendes:

„Das Schulhaus wurde 1847 erbaut, ist in gut baulichen Zustande, einstöckig und Eigentum des Schulsprengels. Die Wohnung des Lehrers enthält neben dem Lehrzimmer, eine Wohnstube, eine Küche mit Kochherd, einen Boden mit Dachzimmer,  einen Keller, durch den ein beständiger Wasserfluß läuft, ein großer Schulgarten, von dem der Lehrer allerdings selbst in fruchtbaren Jahren wenig Nutzen hat, denn freche, rachgierige Menschen halten Haberfeldtreiben und machen sich mit der Beute davon. So geschehen vom 12. auf den 13. Juli 1872. Die Lage des Hauses selbst ist eine ungünstige, weil tiefliegend, von Brunnen umgeben, der Baugrund lehmig und naß. Schülerzahl: 22 Werktags- und 15 Feiertagsschüler.“

„Das alte Schulhaus, jetzige Krämerei zwischen Kirche und Schmiede, war feucht, die Lehrerwohnung beengt, der Schulsaal war zu klein. Den Hausschlüssel konnte man zur Aufbewahrung in die Dachrinne legen. Es war alles klein und unansehlich,“ schreibt Franz Besold 1953, „und genügte den höheren Ansprüchen nicht mehr, und so wurde der Bau eines neuen Schulhauses erwogen und 1928 ausgeführt. Schülerzahl: 28.“

Während der dreiunddreißigjährigen Amtszeit von Michael Hoferer waren verschiedene Aushilfslehrer krankheits- und kriegsbedingt in Tauernfeld tätig, wie Ernst Röder, Michael Holzschuh, Hans Zemler, Alois Böhm.

Wegen geringer Schülerzahl ist die Tauernfelder Schule während des Schuljahres 1953/54 geschlossen und 17 Kinder müssen nach Leutenbach zur Schule gehen. Die Schule in Tauernfeld wurde 1969 aufgelöst und in die Verbandsschule Deining eingegliedert.

Vor dem Bau des ersten Schulhauses 1847 wurde u.a. im Mesnerhaus unterrichtet.

Folgende Lehrer oder Schulverweser waren an der Tauernfelder Schule tätig.

Johann Plamenhofer 1746, Georg Beer 1787, Reichenberger 6. Dez. 1846 -  20. Okt. 1848, Wilhelm Hermann 28. Okt. 1848 - 19. März 1850, Wallenfels 19. März 1850  -20. Okt. 1853, Siegmund Fischer 20. Okt. - 1. Dez. 1854, Jakob Eder 15. Dez. 1854 - 25. Sept. 1858, Alexander Bögl 20. Okt. 1858 - 1. Okt. 1861, Anton Dürschl 1. Okt. 1861 - 11. Okt. 1862, Johann Benl 30. Okt. 1862 - 2. Nov. 1865, Andreas Kellner 3. Nov. 1862 - 31. Dez. 1869, Georg Boeckl 1. Jan. 1870 - 30. Apr. 1871, Josef Brückner 1. Mai 1871 - 1. Okt. 1873, Franz Xaver Nagler 1. Okt. 1873 - 1. März 1875, Georg Karl Artmeyer 1. März 1875 - 1. Sept. 1877, Josef Fröhlich 1. Sept. 1877 - 1. Okt. 1878, Johann Gg.Adolf Schreiber 1. Okt. 1878 - 1. Apr. 1881, Johann Eder 1. Apr. 1881 -16. Jan 1884, Johann Wilfurth 16. Jan. 1884 - 1. Nov. 1887, Franz Ipfelkofer 1. Nov. 1887 - 1. Aug. 1892, Joseph Heckenstaller 1. Aug. 1892 - 1. Sept. 1897, Andre Bücherl 1. Sept. 1897 - 1. Feb. 1900, Johann Wartbigler 1. Feb. 1900 - 1. Okt. 1902, Joseph Eiban 1. Okt. 1902 - 1. Jan. 1906, Anton Sonnleitner 1. Jan. 1906 - 1. Jan. 1909, Karl Thoma 1. Jan. 1909 - 1. Okt. 1909, Adolf Dürr 1. Okt. 1909 - 16. Dez. 1911, Josef Böllert 16. Dez. 1911 - 1. Okt. 1918, Michael Hoferer 1. Okt. 1918 - 1. Mai 1951, Franz Besold 1. Sept. 1951 - 1. Sept. 1953, Ernst Iser 1. Sept. 1954 - 1. Mai 1958, Adolf Turba 1. Juni 1958 - 1. Aug. 1966, Ernst Endres 7. Sept. 1966 - 30. Sept. 1966, Josef Burger 1. Okt. 1966 - 25. Apr. 1967, Hermann Hanf 26. Apr. 1967 - 1. Aug. 1969.

Berta Wienziers


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01/06 2008

"Verbraucherpreise" anno dazumal

Jeder Verbraucher der zur Zeit Heizöl benötigt, stöhnt in diesem Jahr über die hohen Heizölpreise, und sie steigen scheinbar unaufhörlich weiter. Was waren das noch für Zeiten, als man 1978 bei Abnahme von 1500 Liter 30 Pfennig pro Liter zahlte. Oder auch 1974, da war der Preis bei Abnahme von 6000 Liter 23,5 Pfg. pro Liter.

Wie gerne würden wir auch die Benzinpreise von 1967 in Kauf nehmen, als wegen der Nahostkrise der Spritpreis von 48,9 Pfg. in damals ungewohnte Höhen von 66 Pfg. getrieben wurde. Das dazugehörige Auto, z.B. einen Opel Rekord bekam man 1973 für 9815 DM, oder einen Renault 16 TS für 10625 DM.

Bulldogpreise lagen 1973 zwischen 3950 DM und 16600 DM.  

Ein Farbfernsehgerät dagegen kostete 1972 stolze 2098 DM, das Schwarzweißgerät gabs für 548 DM.
1973 zahlte man für eine Markennähmaschine 159 DM.

Zur Zeit wird der Milchpreis äußerst kritisch betrachtet, 1950 kostete ein Liter 37 Pfg., 1958  40 Pfg. , 1965  90 Pfg. Für ein Pfund Butter zahlte man 1936  1,60 RM, 1950  2,92 DM, 1958  3,44 DM und 1972 bereits 4,12 DM.

Die Eierpreise haben sich im Laufe der Jahre nur unwesentlich verändert, 1936 waren es 13 Reichspfennig, 1950  13 Pfg., 1973  16 Pfennige für ein Ei.

Ein Kilo Brot war 1950 für 48 Pfg. und 1973 für 1,12 DM zu haben.

Die Bierpreise konnten sich 1973 auch noch sehen lassen. Für einen Kasten Bier (10 Liter) zahlte man 6,48 DM. Interessant ist es auch die Bierpreise auf dem Neumarkter Volksfest zu beobachten. 1954 legte der Volksfestbesucher für eine Maß 1,30 DM hin, 1958 waren es 1,50 DM, 1961 dann 1,60 DM, 1977 schon 3,30 DM, 1979  3,80 DM, 1980  4 DM, 1985  4,80 DM, 2003  4,90 € und 2007 stolze 5,40 €.
Übrigens, ein Kilo gebratener Hering kostete 1956 beim Volksfest 96 Pfennige.
Rindfleisch, Schweinefleisch und Kalbfleisch lagen 1952 bei jeweils 4 DM das Kilo. Zehn Jahre später, nämlich 1962 war Rindfleisch für 5 DM, Schweinefleisch für 4 DM und Kalbfleisch für 6 DM je Kilo zu haben.

Die Preise von 1950 für jeweils ein Kilo waren folgende:

Salz 30 Pfg., Grieß 70 Pfg., Zucker 1,20 DM, Nudeln 1 DM, Reis 1,50, Mehl 50 Pfg., Rosinen 2,40 DM, Margarine 2,44 DM.

Preise von 1965, jeweils für ein Kilo oder einen Liter:

Kandiszucker 3 DM, Würfelzucker 1,60 DM, Puderzucker 2 DM, Traubenzucker 4,60 DM, Kakao 4,80 DM, Bohnenkaffee 15,80 DM, Malzkaffee 3,20 DM, Salatöl 2,30 DM, Semmelbrösel 2,20 DM, Haferflocken 2,20 DM, Kartoffelmehl 1,40 DM, Senf 2,50 DM

Einige Preise vom Mai 1972:

5 Pfund Kartoffeln 1,29 DM, 1 Pfund Äpfel 88 Pfg., 1 Kilo Orangen 98 Pfg., 1 Pfund Bananen 49 Pfg.,1 Pfund Birnen 68 Pfg., 1 Pfund Tomaten 78 Pfg., 100g Schokolade 37 Pfg.,300g Speiseeis 78 Pfg.

Natürlich unterlagen die Preise auch früher immer wieder den jahreszeitlich bedingten Schwankungen und die angegebenen Preise müssen nicht immer und überall gegolten haben, aber im Archiv sind sie so zu finden.

Berta Wienziers


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15/04 2008

Bürgermeister in Deining

 

Nachdem die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen  nun vorbei sind, kann der wiedergewählte „alte“ Bürgermeister Alois Scherer sein Amt weitere sechs Jahre bis zur nächsten Wahl führen.

Zu diesem Neuanfang ist es vielleicht ganz interessant mal über seine Vorgänger nachzudenken.
Bürgermeister, oder Vorstände wie sie zuerst genannt wurden, gibt es erst seit der Kommunalreform von 1808, bei der die Selbstverwaltung angestrebt wurde.

Vor 12 Jahren löste Alois Scherer

1996 -

Franz X. Oettl  von diesem Amt ab 

1978 - 1996

Xaver Keckl regierte davor den Ort

1972 - 1978

Johann Zoch wurde bei den ersten Nachkriegswahlen zum Bürgermeister gewählt

1946 - 1972

Nach Kriegsende setzten die amerikanischen Besatzer Ottmar v. Gumppenberg zum Gemeindeoberhaupt ein

1945 - 1946

Josef Breu hatte während der Kriegszeit und ein paar Jahre zuvor das Sagen in Deining

1937 - 1945

Vor ihm war Franz Bickl kurze Zeit der Chef

1934 - 1937

Leonhard Seitz hatte das Bürgermeisteramt zehn Jahre inne

1924 - 1934

Franz Seger leitete Deining vor ihm

1908 - 1923

Feihl Willibald führte die Amtsgeschäfte einige Jahre am Anfang des neuen Jahrhunderts

1902 - 1908

Willibald Gürner war fünfzehn Jahre Gemeindeoberhaupt

1886 - 1901

ebenso wie sein Vorgänger Michael Gäst, der als erster alle Urkunden mit dem Titel „Bürgermeister“ unterschrieb

1870 - 1885

Johann Graf unterzeichnete zuvor als Vorstand

1866 - 1869

Johann Hiltl wird Vorstand der Landgemeinde genannt

1860 - 1866

Johann Frisch ist in den Jahren zwischen den

1857 - 1860

Amtsperioden von Johann Hiltl aufgeführt

1851 - 1857

Johann Kirsch lenkte Deining

1848 - 1851

Benno Zoch wird erwähnt von

1845 - 1848

Willibald Hiltl ist ebenso in diesem Jahr

1845

als Vorstand aufgezeichnet wie Mathias Frisch

1842 - 1845

Benno Zoch war für Deining schon einmal verantwortlich

1839 - 1841

Lückenhaft findet man Georg Hofer

1837

oder auch Felix Lang

1832 - 1834

Ein Mathias Frisch taucht bereits

1826

auf, und Johann Schrafl findet man

1822 - 1823

Nicht ganz ersichtlich ist aus den Unterlagen, ob drei Jahre nach der Reform der erste Gemeindevorstand von Deining Adam Schrafel oder Joseph Rottner war 

1811

(Berta Wienziers)

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