Geschichte Orte


Arzthofen

Bis zur Eingemeindung zum 1. Januar 1976 gehörte der Ort zur Gemeinde Oberbuchfeld.

Die Lage des Ortes

Durch den Wald von der B 8 her, oder den Berg von Siegenhofen herab, erreicht man nach einer Abzweigung an der ehemaligen Siegenhofer Mühle den langgezogenen Ort Arzthofen. Er liegt an der noch jungen "Weißen Laber", die kurz hinter dem Ort ihr Quellgebiet hat. Außerdem zweigt eine Straße zur Wallfahrtskirche Lengenbach ab.

Der Name

In dieser Gegend kann man heute noch sogenannte "Bonerze" finden. Es sind faustgroße Erzbrocken, die in keltischer Zeit gesammelt und eingeschmolzen wurden. Wahrscheinlich leitet sich der Name auf dieses Erz zurück, sodass es richtiger "Erzhofen" heißen müsste.

Geologische Besonderheiten

Fährt man von der Siegenhofer Mühle auf den Ort zu, so sieht man links der Straße Wiesen und Wälder, rechts von ihr türmt sich ein gewaltiger Sandabhang auf, an dessen Fuß die Weiße, oder wie sie hier heißt, Deininger Laber fließt. Woher kommt diese Verschiedenheit der Landschaft auf so engem Raum?

Im Holozän, vor rund zwei Millionen Jahren, wechselten Eiszeiten mit trockenen, regenlosen Zeitabschnitten, die ein Steppenklima mit Wüstenbildung erzeugten. Dabei trugen starke Stürme Sand aus dem fränkischen Raum hierher in unsere Gegend. An den Hängen des Jura stiegen die Winde dann auf und türmten den Sand zu gewaltigen Dünen. In unserem Raum gibt es mehrere solcher Sanddünen, wo man feinsten Bausand abbauen kann. Damals muss es die Weiße Laber schon gegeben haben, die am Fuße dieser Düne den Sand immer wieder fortspülte. So kam es zu diesem steilen Abfall.

Die Geschichte des Ortes

Über die Ortsgründung gibt es keine Hinweise. Wahrscheinlich siedelten hier aber bereits 1000 v.Chr. keltische Stämme, die durch den Holzreichtum und vorkommende Erzbrocken Schmelzöfen betrieben.

Im Pfarrarchiv von Deining findet sich ein Eintrag, wonach 1588 Lorenz Zötl gelobt habe, wenn er in eine Kirche gehe, werde er sterben. Als er beim Arzthofener Müller Lorenz Kaiser als Hochzeitsgast geladen und mit in die Kirche gezogen war und sich danach beim Wirt Hans Seitz zu Tische setzte, brach er plötzlich zusammen und starb.

Aus Löwenthal, Geschichtsschreiber des Schultheißenamtes Neumarkt 1805: Arzthofen hatte verschiedene Edelleute und zwar den Hanns Loterbeck zu Rothenfels, der es auf Wiederlosung 1405 an Georg Frickenhofer zu Neumarkt verkaufte. Zuvor hatte er sein Gut 1395 an Wolf dem Reiffen gegen Vorbehalt der Gülten, Zinsen und anderer Dienste überlassen.

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Bäckermühle

Früher gehörte sie zur Gemeinde Waltersberg

Die Lage

Unterhalb von Waltersberg an der Straße nach Holnstein gelegen.

Der Name

Die Bäckermühle darf ihren Namen wohl auf eine Müllersippe zurückführen, die sich Bäcker, Becker oder Beck nannte. Über deren Stamm ist leider nichts bekannt, im 18. Jhd. kommt jedoch erstmals die Bezeichnung "Beckhenmühl" in amtlichen Aufzeichnungen vor. Die Mühle ist zweifellos älter und dürfte schon im 15. Jhd. bestanden haben.

Zur Geschichte

Seit alten Zeiten gehörte die Bäckermühle zu den Gütern des Benediktinerordens im Kloster Bergen bei Neuburg an der Donau. Die Klosterfrauen hatten in Waltersberg ein Kastenamt, das die jährlichen "Reichnisse" einzog. In dem Einkünftebuch dieses Kastenamtes aus dem Jahre 1760 ist die Beckhenmühl mit ihren Erträgnissen aufgeführt. Also muss der Müllerstamm der Beck schon vorher hier gelebt haben, denn Besitzer in dieser Zeit war ein Leonhard Sippl, der die Mühle von einem Christoph Gmelch übernommen hatte. Wie lange die Gmelchs dort gesessen haben, ist nicht bekannt. Auch Leonhard Sippl blieb nicht lange auf der Mühle, denn im Kastenamt Waltersberg ist Ende 1760 bereits ein Matthias Birkl als Besitzer eingetragen. 1760 gehörten zu der Beckhenmühl, die mit zwei Gängen lief, ein Haus, ein Stadel, Viehstallungen, ein Getreidekasten und ein Garten von einem Tagwerk. Außerdem einige Wiesen und Felder.

In einer Klosterurkunde von Kastl erscheint "Ulrich der Sturtzmeß" als Müller unter Waltersberg. Er geriet mit dem Abte von Kastl wegen eines Erbrechts auf einem Klostergute zu Voggenthal in Streit, den der Abt am 26. Februar 1416 durch den Landrichter Hans Loterpeck von Hirschberg entscheiden ließ. Dieser Sturtzmeß muss auf der heutigen Bäckermühle sesshaft gewesen sein, denn die Sipplmühle, die in der Nähe liegt, taucht in einem Kaufbriefe von 1424 als Mühle unter Sternberg auf und lag in der Hand des Müllers Seng.

Die Bäckermühle teilte im 18. und 19.Jhd ihr Schicksal mit dem Kloster-Bergischen Kastenamte Waltersberg, dem sie unterstand. Es wechselten Jesuiten mit Maltesern, bis 1808 Kurfürst Max Josef von Bayern die Orden ganz aufhob und die Rittergüter an den bayerischen Staat kamen. So wurde die Bäckermühle dem Landgerichtsbezirk Neumarkt zugeteilt, wo sie auch 1840 im bayerischen Ortsverzeichnis als Bäckermühle bei Holnstein verzeichnet ist. In den Ortsverzeichnissen von 1904 und 1928 heißt es, dass die Einöde Bäckermühle in der Gemeinde Waltersberg neun Einwohner und ein Wohngebäude umfasst.

Die heutigen Besitzer des Anwesens sind Engelbert und Elisabeth Pirkl, geb. Schötz. Sie betreiben die Mühle als Sägewerk und die Land- und Forstwirtschaft als Nebenerwerb. Das Mehlmalen wurde 1970 aufgegeben und das alte Mühlengebäude 1989 abgebrochen. Das Sägewerk jedoch, das schon seit 1913 als Vollgatter läuft, wurde 1986 und 1991 komplett neu ausgebaut.

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Büglmühle

Hierüber sind im Gemeindearchiv z.Zt. noch keine Unterlagen vorhanden. Wenn Sie hier weiterhelfen können, wenden Sie sich bitten an unsere Archivarin bzw. den Ortsheimatpfleger!

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Deining

Kernort der Großgemeinde, früher gehörten nur die Bügl-, Rossa- und Straußenmühle dazu.

Die Lage

Im Südosten von Neumarkt, wo die alte Handels- und Heerstraße – heute B 8 – aus Nürnberg kommend und nach Regensburg führend, das Tal der Weißen Laber kreuzt, liegt der Ort Deining. Er gehört zu den ältesten Siedlungen dieses Raumes, etwa 600 bis 700 n.Chr. und soll von dem Geschlecht der "Thio" abstammen, die vor mehr als tausend Jahren hier ihren Wohnsitz hatten. Auch die alten Schreibweisen, von Thuigingen über Theiningen und Teyning bis Teining lassen darauf schließen, dass dieses Kirch- und Schuldorf am Rande des Kalkgebirges des Oberpfälzer Jura schon lange bekannt war. Auch wenn Deining ca. 35 km nördlich vom Limes liegt, der Ort wurde wohl von Römern gegründet und von Kelten und Römern bewohnt. Das -ing deutet jedenfalls auf inquilinus = eingewanderter römischer Bürger oder auf Ingenuitas = frei geboren, hin.

Die einstige römische Grenze in Süd- und Südwestdeutschland wurde in verschiedenen Ausbaustufen zwischen 100 n.Chr. und 160 n.Chr. errichtet. Zwischen Rhein und Donau reihten sich über 100 größere und kleinere Militärlager und über 900 Wachttürme entlang der insgesamt 550 km langen durchgehenden Grenzsperre. In der Provinz Obergermanien war sie als Holzpalisade bzw. Erdwall und Graben, in der Provinz Raetien als Steinmauer ausgeführt. Hier begegnete die entwickelte Kultur der römischen Antike dem "barbarischen" Germanien. Zusammen mit der Hadriansmauer und dem Antoninuswall in Großbritannien bildet er die grenzüberschreitende Welterbestätte "Grenzen des Römischen Imperiums".

Kurzbeschreibung

Die Geschichte von Deining ist ein Spiegelbild der rauen und steinigen Oberpfalz, ein Wechsel von Aufbau und Zerstörung, von Herrschaft und Glauben. So haben der Dreißigjährige Krieg 1618-48 und die große Schlacht bei Deining 1796 zwischen Franzosen und Österreichern, den Truppen des General Jourdan und Erzherzog Karl, tiefe Wunden hinterlassen. Doch durch die unermüdliche Tatkraft seiner Bürger, unter Mithilfe der Pfarrherren, ist der Ort Deining immer wieder neu erstanden.

Heute bietet die Großgemeinde Deining mit seinen 29 Orten und über 4000 Einwohnern auf einer Fläche von 7.248 ha. einen hohen Wohn- und Freizeitwert. Mit seinen Mühlen im Tal der Weißen Laber, wo noch Orchideen blühen, mit der Wallfahrtskirche Lengenbach und anderen Filialkirchen, in denen der Maler Georg Lang (in Deining 1840 geboren und 1900 hier beerdigt) im Stil der Nazarener unvergängliche Kunstwerke schuf, ist die Großgemeinde Deining zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf gut ausgebauten Radwegen stets ein Erlebnis. Dabei kann man in den Steinbrüchen des Jura noch Ammoniten, Belemiten und Turmschnecken finden, die vor 150 Millionen Jahren hier im Jurameer gelebt haben.

Aus der Geschichte

1072 Erste urkundliche Erwähnung, als Bischof Gundekar II.. von Eichstätt ein Gotteshaus in Tuigingen weihte. (Verzeichnis im Pontificale Gundecarianum, Eichstätt)

1098 Ein Stephan Groß von Altenberg steht im Verkaufsbrief des Schlosses Thannhausen. Die Groß von Altenberg gelten als Besitzer der Burg in Deining und Gründer von Großahof bei Neumarkt (aus Historischer Atlas von Bayern, Staatsarchiv Amberg)

1131 In der Plankstätter Urkunde ist ein Herger von Tuigingen als Zeuge genannt. (Historischer Atlas von Bayern, Amberg)

1278 Nach einer Urkunde des Burggrafen Friedrich von Nürnberg vom 16. Juni 1278 stand Gotfried von Heideck die Vogtei über "Theingen" neben anderen Gütern im Süden Neumarkts zu. Somit übten die Heidecker die Vogtei über Reichslehen aus, welche die Eichstätter Kirche im Jahre 1053 von Kaiser Heinrich erhalten hatte. (MB Bd. IS. 112 Staatsarchiv Amberg)

1291 In einer Verkaufsurkunde vom 6. Juni des Strahlenbergers wird Ditrich von Teiningen als Zeuge erwähnt. Vermutlich war er Dienstmann der Heidecker. (Koch-Wille Nr. 1236, Staatsarchiv Amberg)

1322 Ein Friedrich von Rohrenstatt ist Besitzer von Gut Deining. Er verkauft eine Mühle zu Deining an das Spital zu Neumarkt. (Löwenthal, S. 13)

1324 Erasmus und Martin Truchseß von Waltersheim sind als Besitzer von Deining genannt. (Löwenthal S. 13)

1345 Ein Hartung Schweppermann, Sohn des berühmten Feldhauptmanns Seyfried Schweppermann ist Eigentümer des Adelssitz in Deining.

1370 Seit dieser Zeit Pfarrsitz in ununterbrochenen Reihenfolge (series parochortum) nachgewiesen. Pfarrer 1375 ist Heinrich Schweppermann. In einer Urkunde vom 30.4. 1370 wird berichtet: "Heinrich Schweppermann, Pfarrer zu Teyningen, bekennt, daß ihm, seiner Schwester Elsbeth Mayrin zu Teyningen und seiner anderen Schwester getroffene Übereinkunft, eine Wiese zu Trautshofen nebst einem Gute als väterliches Erbteil zugefallen sein. " (Kirchenchronik- Deining)

1387 Ist der Bruder von Heinrich., Ulrich Schweppermann Besitzer des Schlosses.

1396 Die Schwester von Heinrich Schweppermann heiratet einen Konrad Ittelhofer (Hist.Atlas von Bayern). Dadurch bleiben die Ittelhofer bis zur Reformation Besitzer der Hofmark Deining.

1401 wird Konrad Ittlhofer von Deining als Zeuge für das Kloster Kastl genannt.

1416-1548 Aus dem Geschlecht. der Ittlhofer sind genannt: Conrad, Ruger, Rudiger, Friedrich, Hanns, Asmus, Jakob und Leonhard von Ittlhofer. Sie wanderten bei der Religionskrise der Reformation nach Österreich aus.

Weitere Besitzer in Deining:

1548 kauft ein Peter Steinhauser von Neumarkt das Gut. Ihm folgt

1600 ein Michael Liedl, der sich die Edelmannsfreyheit von der Kurpfalz erkauft; sodann

1620 Sigmund Theophilus Richius, Rentmeister zu Amberg

1631 Johann von Westernach, der jedoch den Kaufschilling nicht zahlen konnte, sodass das Gut an die Tochter von Richius, Kordula Barbara zurückfiel.

1653 ist Kispar Geisler (Münchner Stadthauptmann) Besitzer von Edelsitz und Hofmark

1692 folgt Johann von Löwenthal-, Erbfolge der Löwenthals bis 1828

1828 August von Haubner, der verkauft

1844 am 10.4. den Besitz an Freiherrn von Gumppenberg

1480 wird bereits ein dritter Geistlicher in Deining genannt. Der Bischof von Eichstätt übernimmt das Patronatsrecht in Deining.

1505 Zerstörung der Burg am Bergausläufer südlich von Deining durch die Nürnberger im Landshuter Erbfolgekrieg.

Die Zeit der Reformation

1542 Deinings Bürger werden evangelisch. (bis 1625). In Deining hält sich jedoch der katholische Pfarrer Konrad Hayd bis er 1555 vertrieben wird.

1544 Am 5. Mai verkauft Hans Ittelhofer. Landrichter zu Werd, an Kurfürst Friedrich seine Güter in Deining, Leutenbach, Frettenshofen, Oberbuchfeld, Rothenfels und Weihersdorf, die "frey eigens lant und gericht " waren. (HStM Opf. Nr. 1563)

1555 Einführung eines evangelischen Pfarrers in Deining.

1560 Pfarrer Ulrich Jubenettl beginnt den ersten Band der Pfarrmatrikeln. Er lautet: "Angefangen durch den Ehrwürdigen Herrn Ulrich Juhenettl, der Zeit erster evangelischer Pfarrer zu Deining, anno domini im Jahre 1560...."

1595 Adam Ittlhofer zu Hain in Österreich veräußert seine letzten Besitztümer in Deining an den Kurfürsten Friedrich in Neumarkt zu 3.000 Taler.

1600 Ein Michael Liedl kauft das Gut zu Deining, das" vorher in Abgang gekommen war. " Er muss sich aber als "unfreier Mann " erst um 300 Gulden die Landsassenfreiheit erkaufen.

1601 Nachrichten : Utz Bogner von Arzthofen fällt auf dem Eise und mußte sterben. Am 6.6. wird ein altes Weib auf der Weißen Marter ermordet. Im Dezember wird in Neumarkt Leonhard Wenzel von Arzthofen enthauptet.

1602 Erste Erwähnung einer Schule in Deining.

1611 Erstmalig wird ein Georg Preu als Schulmeister erwähnt.

1612/13 Herrschen in Deining die Pest und die Ruhr. Es sterben 20 Personen in Deining.

1620 Verkauft oben genannter Michael Liedl an Sigmund Theophilus Richius, der jedoch bei der Wiedereinführung der kath. Religion nach Regensburg emigriert. (StAm Neumarkt Fasz, 33 Nr. 232)

1622 Der kalvinistische Pfarrer Johann Reinhard, der bis 1626 in Deining wirkte, hatte 10 Kinder.

1621 begann die katholische Reformation. Anfänglich wurde jedermann zu derselben sich zu bekehren freigestellt, 1624 aber die Konversion eingeführt, 1627 denjenigen, die den katholischen Glauben nicht annehmen wollten, die Auswanderung angeboten und 1628 dieses Gebot exequiert.

Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648)

1626 Georg Preu, erster bekannter Schulmeister in Deining verzieht nach Möning. Ihm folgt ein Johannes Frei mit einem Einkommen von 13 Gulden, 12 Kreuzer und 6 Metzen Getreide.

1630-35 Verwüstung durch die Schweden. Das Schloss wird niedergebrannt, die Kirche ausgeraubt, "es gab keine fünf Städel mehr".

1637 berichtet der Magister Georg Dorn, Pfarrer in Deining, in einem kleinen Büchlein im Pfarrarchiv über den großen und kleinen Zehent zu Deining.

1639 sind in Deining noch 14 Haushaltungen vorhanden - (Pfarrarchiv Deining)

1644 Die Kirche wird repariert. Dabei trägt der Pfarrer "vier Fenster der Kirche, die er selbst bezahlen muß und einen Bogen hat ausbrechen lassen".

1645 Die Pfarreien Tauernfeld und Siegenhofen werden mit Deining vereinigt, da durch große Not nur eine Pfarrstelle besetzt werden kann. Pfarrer ist Matthäus Dollinger bis 1679.

1649 Reparatur "... des durch die Schweden verbronnenen Pfarrstadels" um 83 fl. Außerdem wird der total ruinierte Pfarrhof vom Pfarrer für 250 fl repariert.

1657 Die Regierung in Amberg bewilligt "zur Erbauung des zu Grund gegangenen Schulhauses in Deining" aus dem Frühmeßholz 25 Stämme ohne Entgelt.

Krieg, Pest und Hungersnöte

1670 wird der Pfarrhof aus dem Erlös des Verkaufs der Pfarrhöfe Tauernfeld und Siegenhofen von 271 fl neu gebaut. Den Rest bis auf 335 fl hatte der Pfarrer "abzusitzen". Dabei wurden auf der Abrechnung auch "zwei Glaiber" genannt. Sie hatten die Wände zu "verglaibern" (mit Lehm verkitten).

1671 Die neu gebaute Kirche in Deining wird am 4.10.1671 konsekriert.

1675 Von 40 Anwesen bleiben nur drei übrig. " der Pfarrhof mit all seiner Zugehörung in Aschen gelegt." Die neu gebaute Kirche mit Jakobskapelle auf dem Gottesacker werden zerstört.

1676 Erste Erwähnung eines Posthalters, der Wirt und Postmeister Rochus Schuster.

1679 Das abgebrannte Willibald-Gotteshaus wird neu gebaut, eine silberne Ampel stiftet Kaspar Geisler von Deining, derzeit Stadthauptmann von München. Die Frühmeß- oder Jakobskapelle auf dem Friedhof wird neu gebaut und 1803 als Kapelle wieder aufgelassen.

1690 Am 17.9. wird Georg Zinckl in Weißmain geboren. Er wurde 1715 Pfarrer in Deining und starb nach 51jähriger Seelsorge am 05.01.1774, beerdigt in Deining. Er führte die Kartoffel ein.

1692 Johann Heinrich Franz von Löwenthal, Truchseß und Forstmeister zu Neumarkt kauft den alten Landsassensitz und baut "... die Brandstätte von den Landshuter- und dem Schwedenkriege her wieder auf" (StAm Neumarkt Fasz. 481 Nr. 713 und Löwenthal S. 15). Am 13. Juli kauft Franz Heinrich von Löwenthal, Truchsess und Forstmeister zu Neumarkt das Landsassen Landsassengut Deining von Kaspar Geisler. (Peter Götz, Neumarkt, Tel. 09181-8068)

1694 In Lengenbach wird eine erste Kapelle errichtet. Stadthauptmann Geisler stiftet eine silberne Monstranz für St Willibald.

1697 Johann Franz Heinrich von Löwenthal baut das Schloss wieder auf und errichtet eine Brauerei. Er beginnt Weißbier zu sieden.

1700 Pfarrer Baumgartner von Deining siegt in einem Prozess mit dem Spital zu Nürnberg um 200 Tagwerk Feld, gegen Herrn von Welser. Außerdem beschreibt er: "waß Deining nambt denen hierzu gehörigen Filialen Mitterstahl Under und Oberbuchfeld, Arzthoffen und Rottenfels, Zweyen Weylern, Sigenhoffen, Waltershoff und StraußMühl an gelt, Brott, Kaß, Haus hannen, Futterung, gras und kleinen Haus und Veldt Zehent Jährlichen auch beyleiffig ertragt. "

1706 J.F.H. von Löwenthal aus Deining wird Schultheißenamts-Commisharius zu Neumarkt.

1701 stirbt der Ludimagister Matthias Puff in Deining. Die Puffs stellten über viele Jahre Mesner und Schulmeister, bis 1784.

1708 Fünf Soldaten des Feldherren Tilly verlangen vom Wirt Severin Hirn ein Pferd. Als er sich weigert, wird er von einem von ihnen erschossen.

1723 Wird Johann Georg Zinckl Pfarrer in Deining. Nach Studium in Bamberg und Wien erhielt er die Priesterweihe 1715. 1762 wurde er Dekan des Landeskapitels Neumarkt und starb 1774 in Deining. Er baute die Wallfahrtskirche in Lengenbach.

1724 Pfarrer Zinckl führt als einer der ersten in Deining die Kartoffeln aus Holland ein. Ursprünglich nur für die Schweinemast vorgesehen, kamen die Erdäpfel (auch Potaken oder Erdbirn) im Hungerjahr 1772 zum Ansehen als Nahrungsmittel.

1734 19.04. Grundsteinlegung zu einer neuen Pfarrkirche durch den Dechant in Neumarkt, nachdem schon "1733 der Dachstuhl ab = und die Mauern eingeworfen". Die Roßamühle und Siegenhofermühle brennen ab.

1740 Nach dem Tod von J.F. Löwenthal wird das Eigentum vom Gut Deining auf seinen Sohn, den kurbayerischen Hauptmann Johann Andreas Felix von Löwenthal übertragen.

1757-60 wird in Lengenbach die jetzige Wallfahrtskirche gebaut.

1760 Das Gut Deining erbt Felix Adam von Löwenthal, Churfürstlicher Regierungsrath zu Amberg.

1765 wird dem Jakob Puchner zu Pavelsbach die Genehmigung erteilt, in Lengenbach als Klausner "aufzuziehen". Er versieht Mesnerdienste und unterrichtet die Schulkinder der umliegenden Höfe.

1776 wird Georg Bögerl, später Schulmeister in Siegenhofen, geboren.

1779 Am 6. Juni wird Johann Nepomuk von Löwenthal, Verfasser der "Geschichte des Schultheißen-Amtes und der Stadt Neumarkt" geboren. Gestorben am 11. Mai 1842. Verheiratet war er mit Maria Anna , sie ist am 17. Juni 1831 gestorben.

1785 Am 11. April wurde Felix Adam von Löwenthal, königlicher bayerischer wirklicher geheimer Rath und geheimer Justiz-Referendär von Churfürst Carl Theodor mittels Diplom in den Freiherrnstand erhoben. Geboren am 16. Juli 1743 zu Deining, gestorben am 24. März 1816 zu München. Seine Gemahlin war Christina Sabina von Merz. Immatrikuliert wurde er am 9. November 1812 in die Bayerische Adelsmatrikel.

1796 In der Schlacht zwischen Österreichern und Franzosen (Erzherzog Karl gegen General Jourdan) wird der halbe Ort, sowie Siegenhofen bis auf die Kirche und das Hirtenhaus zerstört. Die Franzosen flüchten in Richtung Neumarkt, siehe Sage vom Torschmied Veit Josef Jung.

"Pfarrhof und Ökonmiegebäude in Deining zerschossen, 2 Stadel und Stallungen abgebrannt, am Pfarrhof die Fenster ausgebrannt. "

Nach den Kriegen

1804 Am Portiunkula-Samstag schlug der Blitz in den Schulstadel, verbrannte ihn und des Nachbarn Eibner Haus.

1820 Der Ort Deining hat 384 Einwohner, die Pfarrei 1537 Seelen.

1826 Kostet ein Scheffel Korn 5 Gulden und 12 Kreuzer.

1830 Verkauf des Gutes Deining an August von Haubner. Der veräußerte es an den königlichen Kämmerer und Regierungsrat Graf von Hollnstein. Dieser wiederum an den bayerischen Staat. Durch Verfügung des Königs erhielt Anton Bannerherr Freiherr von Gumppenberg das zum Kanzlerlehen erklärte Landgut Deining als Lehen übertragen.

1840 Am 14.03.1840 wird der Kirchenmaler Georg Lang in Deining, Hausnummer 49 geboren.

1846 8.Juli aus Neumarkter Wochenblatt: " Wer auf meinen Namen irgendjemanden, sey er wer er will, etwas borgt oder verabfolgen läßt, hat von mir durchaus keine Fergütung zu erwarten. - Leonhard.Schaller, Bote von Deining".

1851 Durch Blitzschlag brennt der Stadel des Kuhnbauern in Siegenhofen ab.

1866 16.März, Bekanntmachung im NT: .. Das Gut Deining besteht aus den nöthigen Brauerei-, Wohn-, Wirtschafts- und Ökonomie-Gebäuden, dem Weiß-, Braunbierbrauerei, Branntweinbrennerei und Schank~Rechte, einer Ökonomie von 51 Tgw. 83 Dez. und dem nothwendigen Brau-, Wirtschafts- und Ökonomie-Inventar. "

1873 15. Mai Eröffnung der Eisenbahnstrecke Neumarkt - Seubersdorf. Südlich von Deining die längste und höchste Eisenbahnbrücke zwischen Nürnberg und Regensburg. Der "Kunstbau" kostete 2.,5 Mio. Gulden.

1875 Die Pfarrei zählt 294 Häuser und 1516 Seelen in 330 Familien. Schulen sind in Deining, Siegenhofen und Tauernfeld. Brandkatastrophe in Unterbuchfeld und Leutenbach.

1879 Am 11.11. heiratet der Maler Georg Lang die Anna Albrecht, Wirtstochter aus Selingstadt. Am 08.03. Gründung der FFW Deining mit 43 Mitgliedern, abgeteilt in drei Züge.

1883 Restaurierung der Altäre in Deining durch den Maler Gg. Lang, der Frauenaltar auf Kosten des Herrn Geisler.

1885 fertigt Georg Lang einen neuen Seitenaltar für die Kirche Deining an.

1887. Am 13.2 erreicht der erste Zug den Bahnhof Freystadt von Greißelbach aus.

1889 Am 10. 3. Gründung einer freiwilligen Sanitätskolonne in Deining (Rotes Kreuz)

1892 Das alte Schulhaus wird an Familie Feihl für 2.000 Mark verkauft. Bau eines neuen Schulhauses mit 2 Schulsälen und 1 Behelfsraum, 1 Dienstwohnung und 2 Trockenaborten. Der Schulhof misst 15 mal 10 Meter.

1893 15. Februar, Authentik des Bischofs von Klagenfurt für eine Reliquie des Hl. Willibald.

1894-96 Bau eines zweiten Gleises auf der Strecke Nürnberg - Regensburg.

1895 Gründung der Raiffeisenkasse in Deining.

1900 Am 25.5. stirbt der Kirchenmaler Georg Lang in Deining, Hausnummer 75

1904 Pfarrer Martin Geidtner gründet den St.Josefsverein und baut einen Kindergarten.

Von 1904 bis 1928 bestand eine Niederlassung der Mallersdorfer Schwestern.

Die Zeit der Weltkriege

1927 Auflösung des Rittermannslehens Deining und Weiterführung bis 1958.

1928 Übernahme der Niederlassung der Mallersdorfer Schwestern durch die Schwestern der Schmerzhaften Mutter von Abenberg.

1931 Grundsteinlegung eines Alten- und Pflegeheims durch die Abenberger Schwestern.

1938 Erweiterungsbau der Pfarrkirche nach Osten.

Die Zeit des Wiederaufbaues

1947 Am 02.05. wird die Volksschule fünfklassig. Die Lehrer: 1.Kl. Frl. Hofer, 2.Kl. H. Schmalhofer, 3.und 4. Kl. Frau Graf., 5.und 6.Kl. Frl. Inhofer, 7. und 8.Kl. H. Schimek. Religion H.H.Pfarrer F.X. Lederer.

1948 20.06. Währungsreform. Die DM löst die RM ab. Eine Postkarte kostet 12, ein Brief 24 Pfennige. 23.06. Beginn der Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Nürnberg - Regensburg. Nov. Ein Teil der Festungsmauer in Ingolstadt wird von der Gemeinde gekauft, um mit 250.000 aus gebrochenen und per Bahn und LKW nach Deining geschafften Ziegeln Kriegsschäden auszubessern und drei neue Siedlungshäuser zu bauen.

1949 Die Kirche erhält vier neue Glocken, ein Leichenhaus wird eingeweiht. 14.08. Wahl zum ersten Deutschen Bundestag. Nov. Einweihung der Straße Deining - Leutenbach

1950 02.08. Grundsteinlegung zum St. Annaheim als Alten- und Erholungsheim.

1952 Okt. Eine Barackenkirche für die evangelische Gemeinde wird durch Oberkirchenrat Koller geweiht.

1953 Deining hat 829 Einwohner, davon 150 Flüchtlinge. - Ein Sportverein wird gegründet.

1954 Ein Schützenverein wird gegründet. Auflösung des Schulsprengels Deining-Mittersthal. - Einzug in den neuen Kindergarten.

1956 06.Okt. Zum ersten Mal wird in Deining an sechs Stellen eine Straßenbeleuchtung eingeschaltet. Sie besteht aus modernen Leuchtstoffröhren. Ein BRK Ortsverein wird gegründet.

1957 Die Wallfahrtskirche in Lengenbach wird renoviert. Die Witwe des schlesischen Dichters Paul Keller, Magda Keller stirbt in Deining.

1958 30.8. stirbt Ottmar Hubert Reichsfreiherr von Gumppenberg, letzter adliger Besitzer von Schloss Deining und wird auf dem Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Seinen Stammbaum führte er auf Schloss Seeberg bei Eger (Sudetenland) zurück. (aus Schulchronik Bd.3, S. 117). 01.09. Die Landwirtschaftliche Berufsschule Deining wird aufgelöst, die Schüler müssen nach Neumarkt.

Die Neuzeit

1959

Das neue Knotenamt Neumarkt für Telefongespräche geht in Betrieb, Deining wird dem Selbstwählverkehr angeschlossen. Gründung einer CAJ (Christliche Arbeiterjugend).

1960 Innenrenovierung der Pfarrkirche, 17.07. Letzte Fahrt des "Freystädter Bockel", die Strecke wird bis Greißelbach stillgelegt. Eine neue Volksschule mit Lehrerwohnung wird gebaut.

1961

08. 01. Einweihung der neuen Volksschule durch Pfarrer Breindl. Verkauf des Schlosses an Johann Martin Nowka, Antiquitätenhändler in Nürnberg. 1984 Erwerb und Renovierung durch Dr. Hans-Peter Mall, der das Schloss auch bewohnt.

1962

In der Pfarrkirche wird ein neuer Hochaltar installiert. Er stammt um 1650 von der Kirche St. Zeno in Reichenhall. 1877 kam er für 720,- Mark in die Bayer.-Kunstsammlung München. 1922 in die Lutherkapelle nach Coburg, wo er durch Feuchtigkeit Schaden litt. Am 12.12.61 wurde er vom Pfarramt gekauft. Sept.: In Deining gibt es 45 Fernsehapparate, 23 Traktoren, 64 Personen- und Lastwagen, bei 857 Einwohnern in 148 Häusern. Außerdem 4 Pferde, 204 Rinder, 211 Schweine und 1 Schaf.

1964 Gründung der KAB.

1965 Gründung der KLJB, sowie eines Ortsvereins der CSU.

1966 Gründung eines SPD Ortsvereins.

1969

01. Sept. Gründung des Schulverbandes Deining aus den Ortschaften Leutenbach, Tauernfeld, Siegenhofen, Mittersthal und Groß- und Kleinalfalterbach. Einsatz eines Schulbusses. Die Sparkasse Neumarkt eröffnet eine Zweigstelle in Deining.

1970

13.03. Beim Hahnenwirt wird ein Fremdenverkehrsverein mit 20 Mitgliedern gründet. 22.06. Hauptlehrer und Schulleiter Walter Schimek geht in den Ruhestand.

1971/73

Bau einer neuen Verbandsschule nach Eingliederung umliegender Schulen durch die Schulreform.

1972

Beginn des Baues einer Abwasseranlage, bis 16 Jahre später die Kläranlage in Betrieb geht. 07.03. Richtfest für ein neues Feuerwehr-Gerätehaus der Stützpunktfeuerwehr Deining. 25.06. Franz-Xaver Keckl wird mit 291 Stimmen zum 1. Bürgermeister gewählt. Er löst Johann Zoch ab. Die Pfarrkirche feiert 900 Jahre Bestehen, der Fernsehturm wird aufgestellt, der FC Deining steigt in die Bezirksliga auf, das Sportheim wird erweitert.

1973

02.12. Die neue Verbandsschule wird durch Generalvikar J. Pfeiffer, Eichstätt, eingeweiht.

1974

Feb. Das Kriegerdenkmal wird abgebaut und nach Renovierung am 28.4. am Kirchenhügel als neue Gedenkstätte eingeweiht. Mai: Neues Gemeindewappen, geprägt durch die Schweppermanns und Löwenthals, sowie eine neue Gemeindefahne mit den Streifen weiß-blau-gelb wird durch den Freistaat genehmigt. Der 1. Int. Volkswandertag in Deining, eine Damengymnastikgruppe wird gegründet.

1975

17.03. In Deining werden Straßennamen eingeführt. Die Häuser werden entsprechend umnummeriert. 01.04. Die Müllabfuhr wird eingeführt, für monatlich 2,80 DM holt die Fa. Edenharder wöchentlich einen Behälter pro Haushalt ab und bringt ihn nach Sengenthal. Gründung der Blaskapelle Deining. Erstes Felsenkellerfest in Deining.

1976

01.01. Eingliederung von Oberbuchfeld in die Gemeinde Deining. 09. 04. Eingliederung von Döllwang, Großalfalterbach, Kleinalfalterbach, Leutenbach, Mittersthal, Unterbuchfeld und Waltersberg. (Arntsblatt 1978 Nr. 8, Seite 41). Anschluß an die Sengenthaler Wasserversorgungsgruppe. 01.08. Franz-Xaver Keckl mit 478 Stimmen als 1. Bürgermeister wiedergewählt.

1977

Erster Neujahrsempfang, Fahnenweihe der SKK, Richtfest des Kindergartens.

1978

19.03. Franz-Xaver Oettl wird mit 1168 Stimmen (61 Prozent) zum 1. Bürgermeister gewählt. 02.07. Der neue Kindergarten wird durch Generalvikar Josef Pfeiffer (ein Leutenbacher) geweiht. Deining wird durch die Gebietsreform zur Großgemeinde. Das alte Schulgebäude wird für 200.000,-DM als neues Rathaus umgebaut.

1979

Der Josefs Verein Deining beschließt unter Leitung von Pfarrer Willibald Brems die Erweiterung des Altenheimes. 23.06. Die FFW Deining feiert 100-jähriges Bestehen. Am 09.07. stirbt Johann Martin Nowka, Besitzer des Schlosses, in Nümberg. Deining hat bei 3.349 Einwohnern eine pro Kopf Verschuldung von 1.325,-DM

1980

01.07. Dr. Ingo Reichelt übernimmt als praktischer Arzt die Praxis von Dr. A.- Josef Lang. Start zum Bau einer biologischen Kläranlage an der Eisenbahnbrücke, geschätzte Kosten 12 Mio. DM Zu Ostern wird erstmals wieder seit 1949 die Sommerzeit eingeführt, die Uhren werden um eine Stunde vorgestellt. Ein Motorsportclub wird gegründet.

1981

Der Verein FTS – Frauen Treffen Sich – wird gegründet. 20.11. Die Raiffeisenbank prägt eine Medaille von Deining in Feinsilber von 26 mm Durchmesser.

1981/84

Umfangreiche Renovierungen der Pfarrkirche und Anschaffung einer neuen Orgel.

1982

27.04. Der Bau eines Bauhofs in der Bahnhofstraße wird beschlossen. 24.07. Das Baugebiet Oberbuchfelder Weg wird erschlossen. Im ersten Bauabschnitt sollen 93, im zweiten 50 Wohnungen entstehen. Erschließungskosten 4,2 Mio. DM. Ein Reitverein "St. Hubertus" wird gegründet.

1983

22.02. Die leerstehenden Schulhäuser in Siegenhofen und Waltersberg werden Jugendtreffs. 02.07. Die Bremsen eines Lastwagens versagen: Drei Schwerverletzte, die B 8 wird fünf Stunden lang gesperrt, die Feuerwehr errichtet fünf Ölsperren. (Zeitungsausschnitt Gemeindearchiv)

1984

Januar: 1. Mitteilungsblatt der Großgemeinde Deining erscheint. Juni: Erste Altglascontainer werden aufgestellt. 15.06. Einweihung einer neuen Orgel durch Domkapitular Pfeiffer. 24.07. Baugebiet Oberbuchfelder Weg erhält Straßennamen berühmter Deininger Bürger: "Pfarrer-Zinckl-Straße", "Löwenthalstraße"."Georg-Lang-Straße". 07.08. Johann Zoch (Bgm.a.D.) und Walter Schimek (Schull.a.D.)werden zu Ehrenbürgern ernannt.

1985

Ein neuer Friedhof ist im Bau, geplante Kosten 265.165,- DM. Das erste Pfarrfest findet statt.

1986

24.02. Sechs neue Computer werden erstmals für die Volksschule angeschafft. Die Abenberger Schwestern verkaufen das St.-Anna-Heim, es wird als Altenheim weitergeführt. 01.04. wird mit Frau Maria Knorr die letzte Bestattung auf dem alten Friedhof vorgenommen, am 04.05. wird der neue Friedhof durch Pfarrer Brems geweiht. Neugründung des OGV.

1987

29.12. Das Tal der Weißen Laber bei Deining wird offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt. 08.11. stirbt Walter Schimek und wird in Deining beigesetzt.

1988

Feb.: In der leerstehenden Laabermühle werden von streunenden Hunden einige Schafe gerissen. Mai: Ein neues Gebäude und neue Fahrzeuge für die Stützpunktfeuerwehr werden geweiht, der Florianstag findet in Deining statt. Juni: Ein neuer Kinderspielplatz wird am Espan erstellt. Pfarrer W. Brems feiert 25 jähriges, und Pfarrer H. Breindl sein 50 jähriges Priesterjubiläum. Okt. Die Kläranlage wird eingeweiht - wegen der Trauer um Franz Josef Strauß um eine Woche verschoben. Nov. Das St.-Anna-Heim wird um 5 Mio. erweitert, es hat dann 48 Plätze.

1989

Jan. Ivan Rebroff gibt ein Konzert in der ausverkauften Pfarrkirche. Apr. Döllwang und HackIsberg werden an die Abwasseranlage angeschlossen, ca. 2,5 Mio.DM. März: Im Pfarrheim findet das erste Sänger- und Musikantentreffen statt. Juni 90 Vereine kommen zur 110-Jahrfeier der Leutenbacher Feuerwehr. Juli: 40 Vereine beim 90-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Großalfalterbach. Sept. Pfarrer Brems weiht das neue Feuerwehrhaus in Oberbuchfeld. Dez. Das Altarbild vom Hochaltar wird von einem Münchner Restaurator überholt.

1990

Jan. Jetzt vier Buslinien für die Verbandschule. Feb. Der Sturm , "Wibke" deckt Dächer ab und entwurzelt Bäume. - Die B 8 stundenlang gesperrt. März 2 neue Glocken für Tauernfeld durch Pfarrer Brems geweiht. April Pfarrer Brems wird nach Pleinfeld verabschiedet, ihm folgt Domvikar Franz Mattes. Franz Xaver Oettl wird als Bürgermeister wiedergewählt. Juli: Das St-Anna-Heim wird dem Caritasverband übertragen. Okt. In Oberbuchfeld wird eine neue Orgel geweiht, (durch Pfarrer Brems). Nov. Der FC Deining weiht das umgebaute Sportheim ein. Der Deininger Faschingsclub gegründet.

1991

Juni: Die SKK Deining feiert 100-Jähriges Gründungsfest. Sept. Agnes Stiegler aus Mittersthal wird Deutsche Meisterin im Kickboxen bis 60 kg. Okt. Die Sparkasse eröffnet eine neue Filiale in der Oberen Hauptstr. 2, Leiter H. Kanitz.

1992

März: 2000 Zuschauer beim Gaudizug der "Narredei" in Deining. April: Der "Deutschlandfunk" und die "Deutsche Welle" übertragen einen Gottesdienst mit Pfarrer Matthes aus der Pfarrkirche in Deining. Zu hören in Europa, Afrika, Australien und Amerika. Mai: Schule und Turnhalle werden um ca. 1,2 Mio. saniert. Eine Reservistenkameradschaft gegründet. Juni: Der Erweiterungsbau des St. Annaheims wird kirchlich geweiht. Sept. Pfarrer LP- M. Breindl, der 27 Jahre hier Pfarrer war, wird in Deining beerdigt.

1993

Mai: Das Altenheim von 1955 wird abgerissen, es weicht einem Kindergarten-Erweiterungsbau für 1,2 Mio. DM. Dez. Baugebiet Oberbuchfelder Weg wird für 2,3 Mio. Mark erschlossen.

1994

Feb.: Pfarrer Matthes wird Landvolkpfarrer. - Das Raiffeisenhaus wird abgerissen und eine neue Bank in der unteren Hauptstraße gebaut. Mai: Die FFW Oberbuchfeld feiert 100jähriges Bestehen mit 108 Vereinen und 5 Musikkapellen. Juli: Einweihung des Kindergartens St. Josef durch Caritasdirektor Johann Schmidt und Pfarrer Matthes. Okt.: Die Filialkirche Großalfalterbach wird für 355.000 DM renoviert, desgleichen die Döllwanger St. Alban-Kirche für 340.000 DM. Beide innen und außen. Nov.: In Kleinalfalterbach wird eine neue Marienglocke geweiht.

1995

Jan. Eine JU wird in Deining gegründet. Feb.: Erste Fußgängerampel in Deining wird an der B 8 bei der Post aufgestellt. Apr.: Eine neue Brücke wird durch Fa. Bögl über den Zellerbach in Deining gebaut. B 8 bis Sept. gesperrt, der Verkehr wird umgeleitet. Mai: Eine Juso-Ortsgruppe wird ins Leben gerufen. Juni: Die neue Raiffeisenbank wird eingeweiht. Juli: Rektor Kohl geht nach 25 Jahren Schuldienst in Pension, ihm folgt Rektor Heinz Lang. Aug.: Prof. Dr. Janko feiert diamantenes Priesterjubiläum. 30 Jahre lehrte er Bibelwissenschaften an der Hochschule Königstein, seit 1978 verbringt er in Siegenhofen seinen Ruhestand und hält jederzeit Gottesdienst, wo er gebraucht wird. Sept.: Unterbuchfeld, Oberbuchfeld und Rothenfels werden an die Kläranlage angeschlossen.

1996

März Alois Scherer wird mit 56,9% zum Bürgermeister gewählt, er löst F.X. 0ettl ab, der 43,1.% der Stimmen erhielt. Juni: In Unterbuchfeld wird ein Gewerbegebiet für "leise" Betriebe ausgewiesen. Aug.: Teilnahme am Projekt "Tal der Weißen Laber" wird vom Geineinderat beschlossen. Sept.: An der Zellerbachbrücke wird ein Gedenkstein enthüllt zum 200. Gedenktag der Schlacht bei Deining vom 22. Aug. 1796. Die Poststelle wird aufgelöst und eine Postagentur in der Tankstelle Seitz eingerichtet.

1997

Feb.: Feierliches Gelöbnis von 550 Bundeswehr-Rekruten auf dem Sportplatz in Deining. März: Einweihung eines Feuerwehrhauses in Mittersthal. Juli: Primiz für Albert Ott aus Oberbuchfeld. Seine erste Seelsorgstelle wird Ingolstadt sein. Okt.: Das neue Rathaus wird nach dem Umbau eingeweiht. Dez.: Erster Weihnachtsmarkt des SPD-Ortsverbandes Deining

1998

Jan.: Pfarrer Matthes wird verabschiedet, er geht als Dompfarrer nach Eichstätt. An seiner Stelle wird Pfarrer Wolfgang Jäger in Deining empfangen. Juni: Deining präsentiert sich auf der Landesgartenschau in Neumarkt. Sept.: Erster Tag der Umwelt mit Ausstellung in der Kläranlage. In Kleinalfalterbach wird ein neues Feuerwehrhaus mit Mehrzweckraum geweiht. Nov.: Dr. Gruber eröffnet eine zweite Praxis in Deining. Dez.: Eröffnung der Labertal-Apotheke und des Drogeriemarktes.

1999

Circus Sambesi gastiert in Deining und begeistert das Publikum mit zwei Vorstellungen. Erste Gewerbeschau in Deining: 42 Firmen zeigen ca. 5.000 Besuchern ihre Erzeugnisse. Bürgermeister a.D. F.X. Oettl wird zum Ehrenbürger ernannt. Okt. Erster Naturkostmarkt, der Schlauchmarathon der Jugendfeuerwehr kommt ins Buch der Rekorde. Milleniumsfeier zum Jahrhundertwechsel, Deininger Geschäftsleute spenden Brillantfeuerwerk.

2000

Georg Lang Jahr in Deining mit Ausstellung, Denkmalsenthüllung, Festgottesdienst mit Bischof Dr. Walter Mixa aus Eichstätt, Festschrift, usw., 850 Jahrfeier in Döllwang mit Festzug und Landwirtschaftsminister Miller als Festredner. Der Radweg bis Laabermühle wird eröffnet

2001

Der "Verein zur Erhaltung bäuerlicher Landschaft und Kultur" in Tauernfeld weiht eine Mehrfachhalle ein. In Deining-Bahnhof wird auf Initiative eines "Kapellenbauvereins" eine Kapelle gebaut und geweiht. Die letzten Abenberger Schwestern verlassen das Caritasheim. 70 Jahre hatten sie hier gewirkt. Erste Kontakte zu einer Partnergemeinde in Österreich werden geknüpft.

2002

Bei den Kommunalwahlen im März gewinnt die Deininger SPD erstmals vier Plätze, Bgm. Scherer wird im Amt bestätigt, 2. Bgm. Michael Feichtmeier, 3. Bgm. Helmut Christa, Zweite Gelöbnisfeier der Bundeswehr auf dem Sportplatz des FC Deining, Eine Abordnung aus Eggenburg/Niederösterreich besucht Deining zum Kennenlernen mit uniform. Bürgerkorps, Musikzug und Bgm. Willibald Jordan mit Gefolge, 50 jähriges Jubiläum der evangelischen Kirche in Deining mit Dekan Dr.W. Bub und Pfarrer Loos, Einweihung der umgebauten Kläranlage für 4800 EW durch Pfarrer W. Jäger, Pater R. Nagel. Die Festansprache hielt Staatssekretär Hans Spitzner

2003

April: 25 Jahre Großgemeinde Deining mit Starkbierfest, Fotoausstellung und Festschrift. Jubiläums- wochenende mit Partnerstadt Eggenburg, Juni: 50 Jahrfeier des FC Deining, Aug. Circus Sambesi gibt wieder zwei Vorstellungen in Deining, Sept. Der Partnerschaftsvertrag Deining/Eggenburg wird in Niederösterreich unterzeichnet, Nov. Die Volksschule feiert 30. Geburtstag.

2004

Mai: 100 Jahrfeier Kindergarten St. Joseph, 125 Jahrfeier FFW Leutenbach, 50 Jahrfeier Schützenverein Deining, Juni: 125 Jahrfeier FFW Deining – 125 Jahrfeier FFW Mittersthal.

Die Kelten:

Am EsherBügl bei 92364 Großalfalterbach
Katzenbühl bei 92364 Siegenhofen
Der Büchel bei 92364 Waltersberg
Wohl von Balla (Gaelic), from baile, an abode
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/buhil.htm

Am Knock bei 92364 Pirkach
Cnock = Gaelic a Hill
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/knock.htm

Das Loch bei 92364 Waltersberg
In der Lachen bei 92364 Döllwang (Vangionen)
Märzlohholz bei 92364 Leutenbach
Im Loh bei 92364 Leutenbach
LAGHT is from the Irish leacht, "a grave"
Verlinkt  mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/lacha.htm

Rothenfels bei 92364 Rothenfels
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/roeden.htm

Die Römer, Erzabbau

EspanPlatte bei 92364 Döllwang
Espal bei 92364 Kreismühle
Espal II bei 92364 Kreismühle
Espe bei 92364 Tauernfeld
Kriegesperweg bei 92364 Unterhaidelbach
Espangraben bei 92364 Rossamühle
Abspann bei 92364 Mittersthal
Wohl von aes pango = Erzverarbeitung
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/aesbach.htm

Rosenacker = rasis bei 92364 Unterbuchfeld
Raeßberg = rasis bei 92364 Unterbuchfeld
Rheingruben= iron bei 92364 Mittersthal
Rossermühlbühl = rasis bei 92364 Mittersthal
Wohl von rasis/oxide/iron = Roherz, Raseneisenerz
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/iron.htm

Die Römer, Logistik

Sauanger 92364 Deining; Quelle deining.de
Am Seitenanger bei 92364 Mittersthal
Kugelanger bei 92364 Unterbuchfeld
Wohl von angari = Postreiter
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/anger.htm

Kahrweg bei 92364 Leutenbach
Mitterstaller Kirchenweg bei 92364 Deining
Wohl von cernere =  wahrnehmen, beobachten
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/bierweg.htm

Grasiger Weg bei 92364 Döllwang
Graserin Weg bei 92364 Leutenbach
Graser Weg bei 92364 Leutenbach
Wohl von grassato = die Armee marschiert geradeaus dahin
Verlinkt mit dem Bayernatlas unter www.boari.de/ortsnamen/grassiger.htm

Mühlwegacker bei 92364 Buchfeld
Mühlweg bei 92364 Oberbuchfeld
Wohl von milito = Kriegsdienste tun
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/muehlweg.htm

Heuweg bei 92364 Großalfalterbach
Wohl von  helciarius = Treidler
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/heuweg.htm

Die Römer, Landwirtschaft

Pointwiesen bei 92364 Tauernfeld
Auf der Peunt bei 92364 Rothenfels
Wohl von bona = Hab und Gut + Dotation = Ehrengabe, Ehrengeschenk für verdiente Römer
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/beund.htm

Gänsäcker bei 92364 Tyrolsberg
Wohl von gens/gentes
Verlinkt mit dem BayernAtlas  unter www.boari.de/ortsnamen/gens.htm

Krautgartenacker bei 92364 Mittersthal
sprich gaddn wohl von  gratification
Verlinkt mit dem Bayern Atlas unter www.boari.de/ortsnamen/gratificatio.htm

Webergwand bei 92364 Waltershof
Gewänder bei 92364 Oberbuchfeld
Gewaennder bei 92364 Oberbuchfeld
Wohl von genero vendo = verkaufen, Füllen der Kasse des Kaisers/Imperiums
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/gwend.htm

Herbstwiesen bei 92364 Großalfalterbach
Herbstwiesen II bei 92364 Großalfalterbach
Herbstwiesen bei 92364 Rossamühle
Wohl von herba = Gras
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/herbst.htm

Lüers bei 92364 Unterbuchfeld
Schlißeläcker bei 92364 Leutenbach
Auf der Lust bei 92364 Leutenbach
Wohl von luxus = üppige Fruchtbarkeit und gute Ertragskraft des Bodens.
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/luxus.htm

Marteräcker bei 92364 Großalfalterbach
Weißmarterbrunnen bei 92364 Leutenbach
Auf der Mode bei 92364 Großalfalterbach
Wohl von madeo  =  nass sein
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/mohd.htm

Im Moos bei 92364 Döllwang
Wohl von limosus = morastig, schlammig
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/moos.htm

Der Pfannenstiel bei 92364 Waltersberg
Dort war oder ist noch wasserläufiges Gebiet;
Puteus + Fons + Stylobata = Brunnenstock woraus das Wasser läuft
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/pfannenstiel.htm

Brandzwieger bei 92364 Unterbuchfeld
Breynzwieger bei 92364 Unterbuchfeld
Zwieger bei 92364 Unterbuchfeld
Kahrzwiegen bei 92364 Leutenbach
Kugelzwiegen bei 92364 Leutenbach
Röthelzwiegen bei 92364 Leutenbach
Spitzwegzwiegen bei 92364 Leutenbach
Heilingezwingen bei 92364 Leutenbach
Lohzwinger bei 92364 Leutenbach
Box Zwieger bei 92364 Leutenbach
BeckerZwieger bei 92364 Waltersberg
?otherZwickel bei 92364 Waltersberg
Hützwiga bei 92364 Waltersberg
Bergzwieger bei 92364 Leutenbach
Pferd = equus + bellum gerere = Krieg führen = Pferdezucht
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/quiger.htm

Schmidstrigl bei 92364 Mittersthal
Buchstrigl bei 92364 Waltersberg
Wohl von striare colo  = das Land bebauen.
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/striegel.htm

Burgstall bei 92364 Rothenfels
sollte wohl römisch sein
Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/stallturm.htm

Das Bayerische Kultusministerium lässt verkünden ...
http://www.km.bayern.de/kunst-und-kultur/unesco-kulturerbe/welterbestaetten-in-bayern.html

Textauszug: Grenzen des Römischen Reiches: Obergermanisch-raetischer Limes
Die einstige römische Grenze in Süd- und Südwestdeutschland wurde in verschiedenen Ausbaustufen zwischen 100 n.Chr. und 160 n.Chr errichtet. Zwischen Rhein und Donau reihten sich über 100 größere und kleinere Militärlager und über 900 Wachttürme entlang der insgesamt 550 km langen durchgehenden Grenzsperre. In der Provinz Obergermanien war sie als Holzpalisade bzw. Erdwall und Graben, in der Provinz Raetien als Steinmauer ausgeführt. Hier begegnete die entwickelte Kultur der römischen Antike dem "barbarischen" Germanien. Zusammen mit der Hadriansmauer und dem Antoninuswall in Großbritannien bildet er die grenzüberschreitende Welterbestätte "Grenzen des Römischen Imperiums".

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Deining-Bahnhof

Der Ort gehörte früher zur Gemeinde Leutenbach.

Geschichte des Ortes

Die Ortschaft Deining-Bahnhof entstand durch den Bau der Eisenbahnlinie Regensburg - Nürnberg um 1872, damals noch "Ostbahn" genannt.

In der Verwaltungsratssitzung der Ostbahn vom 20. April 1869 wurde der Beschluss gefasst, die Strecke von Regensburg über Etterzhausen - Sengenthal - Neumarkt - Postbauer nach Nürnberg zu bauen. Gegenüber der alten Fahrtroute Regensburg - Nürnberg über Amberg und Schwandorf war dies eine Abkürzung von 35 Kilometern.

Durch die Errichtung einer Haltestelle für Deining wurde das Bahnhofsgebäude und die Bahnhofsgaststätte, sowie ein Bahnwärterhaus gebaut. Sie bildeten um 1872 den Anfang des Ortes. 1875 ergab eine Zählung der Gemeinde Deining bereits 5 Häuser mit 18 Bewohnern für den Ort Deining-Bahnhof, der politisch nach Leutenbach und seelsorgerisch nach Deining gehörte.

Die meisten Häuser der jetzigen Siedlung wurden nach dem zweiten Weltkrieg, um 1948, erbaut. Im Laufe der Jahre wurde aus der Siedlung eine Ortschaft mit über 160 Bewohnern.

Seit der Gebietsreform von 1978 gehört Deining-Bahnhof zur Großgemeinde Deining. Neben dem OGV, der hier Ortsverschönerungsverein heißt und 1973 gegründet wurde, gab es noch einen Wanderverein, der 1974 gegründet und 1998 aufgelöst wurde. Er hatte alljährlich eine Wanderung im Rahmen des IVV veranstaltet.

Eine Besonderheit des Ortes war auch immer die Bahnhofskirchweih, die sog. "Jakobskerwa". Der damalige Bahnhofswirt Jakob Schöll (34 Jahre Wirt der Bahnhofsgaststätte) hielt an seinem Namenstag jeweils diese "Hochwaldkirchweih" mit Tanz auf dem Freiluftboden ab.

Im Jahr 2000 wurde eine Herz-Jesu-Kapelle durch einen Kapellenbauverein gebaut und am 15. Juli 2001 durch H.H. Domprobst Johann Limbacher aus Eichstätt feierlich eingeweiht. Seither findet die "Kirwa" immer am zweiten Sonntag nach Ostern statt.

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Döllwang

Bis 29. April 1978 eigene Gemeinde und Pfarrei mit dem Ortsteil Hacklsberg

Lage des Ortes

Der Ort Döllwang liegt am westlichen Ende der Frankenalb auf einer Hochfläche, die rund 1,5 km westlich vom Ort steil zum Sulztal abfällt. Etwa parallel zu diesem Tal verläuft im Osten das Tal der Weißen Laber. Der Ort liegt 510 Meter über dem Meeresspiegel, südlich der Bahnlinie Regensburg - Nürnberg, etwa 3 km vom Bahnhof und 6 km von Deining entfernt.

Der Name

Unter den Tausend bayerischen Ortsnamen gibt es nur ein einziges Döllwang. Daher gestaltet sich auch die Deutung des Namens sehr schwierig. Man kann jedoch von dem in der Mundart des Raumes Neumarkt gebräuchlichem Ausdruck "dölln" für Delle, Vertiefung, ausgehen. Dieses wiederum kommt aus dem keltischen "telle" oder "tellin", was ebenfalls kleines Tal oder Mulde bedeutet. Die Nachsilbe "wang" dagegen bedeutet im Althochdeutschen "Grasland". Der Name Döllwang würde so also "Grasland in der Mulde" bedeuten.

Alte Schreibweisen: Telwanc, Telebanc, Telbang, Dölwang. Diese ...wang Orte haben ein sehr hohes Alter und dürften um 800 n.Chr. entstanden sein. Der erste amtliche Nachweis jedoch findet sich erst 1150, als Adelige in Döllwang genannt sind.

Die Geschichte in Zahlen:

1044 Unter der Regierung des St. Emmeramschloß Bavingera (1044 – 1047) schenkte Linfeld von (Cholahrins) an das Kloster ein Gut, bei welcher Handlung Gebhart von Telewanc als der letzte Zeuge genannt wird. Da ein zweites Telewanc nicht aufzufinden ist, gehört Gebhart diesem Adel an (Joseph Plaß, Amtsgerichtsbezirk Neumarkt, Archiv Cassianeum Donauwörth)

1059 Weihte der Eichstätter Bischof die Kirche St. Alban. Nahe der Kirche stand früher ein Edelsitz, auf dem die Telwanger vorkommen. (aus Joseph Plaß, Handschrift Archiv Cassianeum Donauwörth)

1150 war Albert aus Telbanc Zeuge mit anderen Adeligen der Gegend, wie Galen von Leutenbach dem Kloster Kaufering ein Gut in Gallenhausen schenkte. (Plaß Ann. Vaic. 10,70)

1150 Adelige in Telewanc, die Edelleute Roßraben und Tanhauser (Eichstätter Chronik 39,7)

1180 zeichnet ein Albert von Telwanc als einer von 23 Zeugen bei Helmbrecht von Leutenbach.

1200 Als Zeuge für das Kloster St. Emmeram zeichnet ein Gebhard von Telwanc

1308 Verkauft Albrecht der Thannhauser sein Gut zu Telwang, samt den dazugehörenden Hofstätten, an das Kloster Seligenporten.

1316 bis 1342 war Alhardus de Buchfeld (vom nahen Unterbuchfeld) "rector ecclesiae in Telwanc", er hatte also das Patronats- und Vogteirecht zu Döllwang.(Burgen Kreis Neumarkt, vom Landkreis NM)

1331 Beginn der "series parochorum" in Döllwang, Kirche St. Alban

1342 Alhardus von Buchfeld verkauft den Patronat von Döllwang an den Abt von Waldsassen.

1354 Heinrich Rostaler verkauft dem Heinrich Telbanger, Bürger zu Neumarkt, die "halbe Tafern sammt dem Brodkauf und einer Hofstatt bey dem Kirchhof."

1359 Der Abt von Waldsassen verkauft den Patronat an Leopold von Wolfstein zu Sulzbürg. Von da an gehört die Pfarrei Döllwang "vogt-, lehen- und giltbar" an das Hofkastenamt Sulzbürg.

1376 Den Roßraben kauft der Hipolt von Stein einige Güter zu Dölwang ab.

1390 Pfalzgraf Ruprecht nimmt die "höhere Gerichtsbarkeit" in Döllwang, nämlich Wildbann, Kirch- tagsrecht, Halsgericht und fließende Wunden, für sich in Anspruch. Die "niedere Gerichtsbarkeit" bleiben bei Ulrich Mayer, Besitzer von Telwang und Greißelbach.

1480. Auf dem Edelsitz in Döllwang präsentiert Johann von Wolfstein.

1490 Das Dorf zählt 24 Hofstellen.

1524 Pfalzgraf Friedrich von Neumarkt versucht durch allerlei Repressalien, Kirchsatz und Vogtei von Döllwang an sich zu bringen Das Reichskammergericht entschied jedoch zu Gunsten der Wolfsteiner.

1542 Einführung der Reformation durch die Kurpfalz

1624 Wiedereinführung der katholischen Religionsausübung durch Kurfürst Maximilian.

1628 Einpfarrung von Wangen und Greißelbach aus der Pfarrei Tauernfeld.

1667 Eingabe der Bewohner von Döllwang, Wappersdorf, Weihershof, Wangen und Greißelbach bei der Regierung von Amberg, den Wiederaufbau des im Schwedenkrieg abgebrannten Pfarrhofs Döllwang mit 200 fl zu unterstützen.

1670 "Pfarrer von Döllwang und Pfarrkinder haben miteinander aus Ihrigem ein schlechtes Wohnhäusel und Stadel gebaut, die Pfarrwohnung jetzt ödstehend." (Pfarrchronik Deining)

1688 Erste Erwähnung eines Schulmeisters in Döllwang: "Er ist ein guter alter Mann, hat ca. 25 Schüler und wohnt in einem schlecht gedeckten Friedhofturm..."

1696 Bei der Kirchenerweiterung fällt der Kirchturm ein. Der Chor und die Sakristei werden verschüttet.

1697 Das Langhaus der Kirche und der halbe Turm werden wieder aufgebaut.

1702 Bau des Pfarrstadels um 200 fl, davon zahlt der Pfarrer Knab, der den alten abbrechen ließ, 40 fl, der Rest bleibt zu je 40 fl den Nachfolgern.

1704 Franz Widtmann, Maler in Dietfurt, fertigt die Altarbilder für St.Alban in Döllwang, sowie St. Ro- chus und St.Sebastian in Wappersdorf.

1711 Der Pfarrer Hartmann von Döllwang muß 30 Scheffel Mehl und 60 Scheffel Hafer im spanischen Erbfolgekrieg an den Staat abliefern.

1741 Das Schulhaus im Friedhof zu Döllwang wird von der Kirche gebaut und unterhalten. Besoldung des Schulmeisters: "1 Wise, etliche Äcker, um den halben Pacht von der Kirche dem Mesner überlassen, von 32 Häusern je ½ Metzen Korn und 1 Läutgarbe, 8 fl Schulgeld."

1758 Der Pfarrhof wird renoviert, 129 fl leistet der Pfarrer.

1796 Gelöbnis der Pfarrei "bei grassierender Viehseuche" das Fest des Heiligen Wendelin mit einer Pro- zession zu feiern.

1851 Neuerliche Reparatur der Pfarrkirche.

1862 Vertrag über die Erhaltung der Kirche, sowie Zehentablösung der 8 Dezimatoren.

1910 Altes Schulhaus wegen Erweiterung der Kirche abgebrochen und ein neues gebaut.

1911 Neues Geläute für die Kirche von Firma Hamm, Regensburg.

1912 Erhöhung um 1,70 m und Erweiterung der Pfarrkirche nach Westen nach Plänen des Pfarrers H.H. Mößl für 5.000 M. Deckung durch Baufond und Wohltäter. Schiff 18,6 x 8 m

1914 Eine neue Orgel von Bittner, Eichstätt, wird um 4.310 M angeschafft.

1927 Ein neues Geläute für die Kirche durch die Ortsgemeinde.

1957 Großfeuer in Döllwang, am 8.4. werden 4 Scheunen und 3 Stallungen eingeäschert.

1959 am 5.9. Einweihung der Wasserleitungsanlage mit Pumphaus und Hochbehälter durch Pfarrer H.H. Karl Ettle in Anwesenheit des Witschaftsministers und früheren Landrats Dr. Otto Schedl.

1960 Bau der Kreisstraße durch die Ortschaft bis zur Landkreisgrenze, Bau eines neuen Pfarrhofs.

1961 Neue Aufteilung durch die Flurbereinigung.

1963 Kirchenrenovierung innen und außen.

1964 Weihe von vier neuen Glocken und Bau eines Leichenhauses. Aufstellung des Bebauungsplans Hacklsberg mit 40 Baugrundstücken.

1965 Einweihung eines neuen Feuerwehrhauses, Feuerwehrfest mit Fahnenweihe, Neugestaltung des Friedhofs.

1967 Gründung des Sportvereins "SV Eintracht Döllwang - Waltersberg" und Einführung der elektrischen Straßenbeleuchtung

1968 Die Poststelle Waltersberg wird aufgehoben und Döllwang angegliedert. Eine Straße zur Waldsiedlung Hacklsberg wird gebaut.

1970 Eingliederung der Volksschule Döllwang in die Verbandsschule Deining.

1973 Ausweisung eines neuen Baugebietes in Döllwang mit 13 Bauplätzen, Einweihung eines Krieger- denkmals.

1975 Ausbau und Asphaltierung der Siedlungsstraßen in Döllwang.

1976 Das leerstehende Schulhaus wird verkauft.

1977 Der Kirchturm wird mit einem Kupferdach versehen und der Eingemeindungsvertrag mit Deining unterzeichnet

1978 Am 29. April Auflösung der Gemeinde Döllwang und am 1. Mai Eingliederung in die Großgemeinde Deining.

1986 Ein neuer Kinderspielplatz wird eingeweiht.

1988 Als eines der ersten Orte erhält Döllwang und Hacklsberg die Kanalisation. Fahnenweihe der SKK Döllwang.

1989 Im Dezember wird der neue Altar durch Generalvikar j. Pfeiffer geweiht.

1992 Im Mai findet die Wallfahrt nach Batzhausen zum 350. mal statt. 130 Personen nehmen daran teil.

2000 Im Ort wird ein Kulturverein gegründet und eine 850 Jahrfeier mit Fotoausstellung, Festschrift und Festzug durchgeführt.

2001 Unter Mitwirkung aller Dorfbewohner wird ein neuer Dorfplatz gestaltet und eingeweiht. Bei Simon wird der Tag der "Offenen Stalltür" gefeiert.

2002 das "12-Uhr-Läuten" vom Bayerischen Rundfunk wird aus Döllwang im Radio übertragen.

Historisches:

Im Jahre 1354 waren Heinrich und Margarethe Roßthaler im Besitz Döllwanger Güter. Sie verkauften einen Teil ihres Besitzes an ihren Oheim Heinrich Telbanger, ein Bürger von Neumarkt. Um diese Zeit war der Ort eine blühende Gemeinde. Es gab neben einer Kirche und einem Friedhof auch eine Brauerei, zwei Gasthäuser, eine Taferne, eine Badestube, zwei Läden und eine Bäckerei. Der Kirchtag, oder "Kirta" wurde damals schon festlich begangen. So mussten die Verkäufer, die sich zum Fest einfanden, an Heinrich Döllwanger Standgelder zahlen. Nach dem Tod Heinrichs verkaufte seine Witwe Anna Döllwanger 1386 den Besitz an den Neumarkter Bürger Seifried.

In der "Geschichte des Schultheißenamtes und der Stadt Neumarkt" von Reichsfreiherrn von Löwenthal steht zu lesen, dass sich die Herren von Wolfstein und Sulzbürg zu Luthers Zeiten (also während der Reformation) das Pfarrlehen zu Wappersdorf und Döllwang "angelten". Aber der Kurfürst Maximilian von Bayern riss beide Pfarrlehen unter dem Titel der Gegenreformation 1628 wieder an sich. "Auf solche Art haben die Dynasten andere Ritter aufgezährt und sind endlich selbst von Mächtigeren verschlungen worden." Durch diese Zerstückelungen aber hat der Adelsstand in Döllwang aufgehört.

Die Kirche St. Alban

Kath. Pfarrkirche, frühgotischer Chorturm, das Schiff im 18. Jhd. erneuert.

Im Turm der eingezogene, kuppelig gewölbte Chor. Im Kirchenschiff Flachdecke mit Bandelwerk-Stukkaturen um 1730. Deckenfresken wohl von Walter Scheidemandel um 1962 erneuert.

Ausstattung: Hochaltar Anfang 18. Jhd. Mit zwei Aposteln als Seitenfiguren und Altarblatt Hl. Alban.

Seitenaltäre um 1700 mit gewundenen, laubumrankten Säulen und Engeln, neubarocke Altarblätter von Scheidemandel um 1960, links Seitenfiguren des hl. Joachim und der Anna Selbdritt, rechts der hl. Zacharias und Elisabeth. An der Langhaussüdwand handwerkliches Kruzifix mit schmerzhafter Muttergottes, 1730 von Sebastian Bachmeier gestiftet.

Die Schule in Döllwang

In einem Visitationsbericht aus dem Jahre 1688 wird erstmals ein Schulmeister in Döllwang erwähnt. Es heißt in der Chronik: "Er ist ein guter alter Mann, hat ca. 25 Schüler und wohnt in einem schlecht gedeckten Friedhofturm. Von der Gemeinde erhält er als Einkommen 6 Metzen Korn, 2-3 Metzen Läutgarbe, 5 Metzen Haber, 30 Kreuzer von der Kirchenwäsche und auch 2 Maß Brennholz." Sicher hat er in dem Turm auch die Kinder unterrichtet und in der Kirche den Mesnerdienst versehen. Die Visitatoren müssen damals sehr streng gewesen sein, denn in einem anderen Bericht aus dem Jahre 1739 heißt es: "Der Schulmeister lehrt die Kinder Lesen, die Handschrift ist aber schlecht. Der Proffesion nach Schneider, hat er sehr schlechtes Haushalten und einen schlechten Humor." 1740 stirbt ein Schulmeister und Mesner namens Johann Adam Schweizer. Sein Sohn, Michael Schweizer, der sich um die verwaiste Lehrstelle bewarb, schien nicht sehr gut beleumundet gewesen zu sein; denn der damalige Pfarrer lehnte ihn wegen "notorischer Untüchtigkeit, schlechter Stimme und schlechter Handschrift" ab. Trotzdem hielt die Regierung an ihm fest. Und so heißt es, dass von 30 Kindern, die früher die Schule besuchten, nur noch 4 zum Unterricht erscheinen. Erst 1741 wird ein Schulhaus im Friedhof zu Döllwang gebaut und von der Kirche unterhalten. 1910 wird nach Plänen von Pfarrer Mößl die Kirche erweitert, das Schulhaus abgerissen und unweit der Kirche mit Lehrerwohnung neu gebaut. Der letzte Schulleiter war der Lehrer Luft, der 1970 mit der Eingliederung in Deining auch dorthin umzieht. 1976 wird das Schulhaus in Privatbesitz verkauft und ist heute ein bekanntes Katzenhotel.

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Hackelsberg

richtiger: Hacklsberg, also ohne "e"

Bis 29. April 1978 Ortsteil der Gemeinde Döllwang

Lage des Ortes

Die Siedlung Hacklsberg war zunächst reines Waldgebiet auf einer in West-Ost-Richtung verlaufenden Sanddüne zwischen dem Tal der Eisenbahn und dem Quelltal des Stocketbaches. Das Gebiet gehörte der Gemeinde Döllwang, die auch die Jagd- und Forstrechte vergab.

Nach 1930 entstanden dann erste Häuser, als Wochenendhäuser Nürnberger und Neumarkter Familien, die später durch Kriegseinwirkung oder wegen "der guten Luft" ganz herzogen. Heute ist es ein ruhiges Wohngebiet, voll erschlossen und mit seiner Nähe zum Bahnhof Deining auch verkehrsgünstig gelegen.

Die Geschichte in Zahlen

1935 Pachtet H. Dorsch im März die Jagd. Er baut ein kleines Holzhaus, das später zu einem Barackenbau erweitert wurde. Heute Grundstück Bader.

Da er mit dem Auto nicht herauffahren konnte, eine Straße gab es noch nicht, nur eine Schotterstraße nach Döllwang die sehr steil war, (vergleiche Großfeuer in Döllwang 1957) baute er sich am Bahnhof eine Garage fürs Auto und legte einen Fußweg den Berg herauf an.

1937 Kaufte Dorsch Grundstücke auf und baute darauf die heute noch stehende Ranch, seit 1952 im Besitz von Jagdpächter Pillenstein.

1937 Kaufen sich die Familien Betz und Ritter ein Grundstück, teilen es und bauen die ersten Häuser aus Holz in Hacklsberg.

1943 Baut als nächster ein gewisser Pawlik ein Wohnhaus.

1944 Baut Familie Bauer ein kleines Holzhaus als Wochenendhaus, später wohnen sie auch hier.

1946-47 H. Brich macht sich selber Ziegel und Betonsteine und baut drei kleine Häuser am Hang, gegenüber von Lechner.

1964 Aufstellung eines Bebauungsplans für Hacklsberg durch die Gemeinde Döllwang mit 40 Bauplätzen.

1968 Nach der Durchführung der Flurbereinigung, Bau einer Straße in die Waldsiedlung Hacklsberg, heute Stocketstraße.

1988 Zusammen mit Döllwang wird die Kanalisation durchgeführt.

1990 Alle Leitungen für Telefon und Elektro werden unter die Erde verlegt

1998 Der Kochholzweg und Moosweg werden asphaltiert.

2004 wohnen bereits 85 Einwohner fest in der ehemaligen Wochenendsiedlung.

Geschichten aus Hacklsberg

Der Bauer Jackl galt als einer der letzten Überlebenden der berüchtigten Kneißlbande. Hacklsberg schien ihm ein sicherer Zufluchtsort zu sein. So fand er Unterschlupf bei seiner Verwandtschaft Bauer in Hacklsberg. Er war ein großer Fan des 1. FC Nürnberg und obwohl er nie in die Kirche ging, spendete er eine neue Glocke für die Kirche in Döllwang. Der Pfarrer war auch oft bei ihm zu Gast, denn beide waren begeisterte "Kartler".

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Graßahof

Hierüber sind im Gemeindearchiv z.Zt. noch keine Unterlagen vorhanden. Wenn Sie hier weiterhelfen können, wenden Sie sich bitten an unsere Archivarin bzw. den Ortsheimatpfleger!

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Großalfalterbach

Bis 1978 eigene Gemeinde und Pfarrei

Mit den Ortsteilen Körndlhof und Pirkach

Lage des Ortes

Im südöstlichen Teil der Großgemeinde Deining, 525 Meter über dem Meeresspiegel, liegt auf einem Juraplateau der Ort Großalfalterbach. Etwa 2 Kilometer südlich davon an der Straße nach Freihausen der Ort Pirkach, nach zwei weiteren Kilometern der Weiler Körndlhof. Beide haben eigene Ordner in dieser Ortsgeschichte.

Der Name

Es gibt zwei wesentliche Deutungen: Die eine kommt aus dem Keltischen, wo "fald" = Umzäunung bedeutet und demnach Afalterbach = mehrere Umzäunungen an einem Bach heißen könnte. Möglich wäre auch "apholtra" (affaltra) = Apfel, oder Apfelbaum, also ein obstreicher Bach. Eine andere kommt von einer Pflanze, eine Mistel (Affalter, viscum album), die sehr vielfältig in dieser Gegend auf Bäumen, besonders auf alten Tannen, angetroffen wird. Die Alten sagen ihr eine besondere, medizinische Kraft nach. So könnte der Name einen Bach bedeuten, an dem man diese Pflanze häufig findet. Demnach müsste es richtiger "Großaffalterbach" heißen.

In den dreißiger Jahren kam durch den Volksmund noch ein weiterer Name hinzu, man nannte es "Amerikadorf", da nicht weniger als 37 Personen innerhalb von 15 Jahren nach Amerika auswanderten.

Geschichte in Zahlen:

1054 Werner von Prunn stiftet eine Kirche.

1063 Kirchenweihe durch Gundekar II., Bischof von Eichstätt, als 62. Kirche von 126, die dieser Bischof geweiht hat. (St. Vitus) - Vermerk aus "Pontificale Eichstättense"

1157 Ein Altmann von Affalterbach wird als Zeuge in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Planck- stetten genannt.

1288 brannte der Ort teilweise ab.

1281 Heinrich von Pollanten übergibt das "jus paternates" (Patronatsrecht) zu "Affalterach" mit Bewilli- gung des Pfalzgrafen Ludwig an das Kloster Ahausen an der Wörnitz im Rieß.

1287 Abtretung des "Zehent" an obiges Kloster mit Erlaubnis des Gottfried von Heideck. Damit waren keine Einkünfte mehr aus diesen Besitzungen vorhanden, sodass die Herren von Pollanten "das übrige Eigenthum so ziemlich zertrümmerten", d.h. an alle Interessenten verkauften. So z.B. an die Schweppermanns, Hofer, Frickenhofer, Hadmer von Laaber, Reichertshofer und Ittlhofer.

1292 Beginn der "series parochorum", der Liste der Pfarrer. Der Ort wird teilweise verwüstet von den Truppen Ludwigs des Starken in seinem Krieg mit dem Hirschberger Grafen.

1311 Verkaufte Heinrich Frickenhof dem Kloster Seligenporten seinen Hof an das Spital zu Neumarkt.

1340 Verkaufte Gertrud die Hoferin ihren halben Hof zu "grozzen Affelterbach" um 62 Pfund Heller.

1348 Kirchliche Trennung von Groß- und Kleinalfalterbach, letzteres wird der Pfarre Deining zugeteilt.

1361 Wurde Großalfalterbach "bei dem Landgerichte Hirschberg diplomatisch, indem daselbst die Jung- frau Agnes des Hulackers Tochter, und der Rüdiger Mülleich um die Güter zu Großalfalterbach, die vom alten Hulacker herkamen, gerichtet, und der Jungfrau zuerkannt wurden." aus Löwenthal

1387 Schloß und Kirche brennen ab, worauf vom Kloster Auhausen an der Wörnitz der jetzige Platz von den Parsbergern eingetauscht wird und ein neues Pfarrhaus mit Zehentstadel gebaut wird. Aus dieser Zeit stammt auch der Spruch: "Die Sorgen mit dem Kloster im Rücken, erheblich weniger drücken." Der natürlich von den Neidern stammt, die solche Sachen selbst finanzieren mussten. Doch diese schönen Zeiten waren bald vorbei:

1525 In den Bauernkriegen wird das Kloster Auhausen zerstört und aufgelöst. Der Bischof in Eichstätt überträgt daher das Patronatsrecht dem Domkapitel von Eichstätt.

1540 wird die Reformation in Großaltalterbach eingeführt.

1544 Der Nachbarort Batzhausen wird evangelisch.

1548 Der katholische Pfarrer Prisel wird vom lutherischen Kurfürsten davongejagt, "weil er nicht abfiel". Ein lutherischer Pfarrer, Georg Bauer, kommt nach Großalfalterbach.

1567 Übertritt zum Kalvinismus. In der Kirche mussten alle Bilder, alle Nebenaltäre, alle Paramente, der Tabernakel und der Aufbau des Hochaltars verbrannt werden.

1574 Bezog das "Reiche Almosen" zu Neumarkt aus dem Gute des Leonhard Mader zu Großalfalterbach 34 Metzen Haber und 7 Schilling Pfenning. Es kommt ein "Visitator" aus Lengenfeld, um die Beseitigung des "Götzenwerkes" zu kontrollieren.

1577 Der kalvinistische Kurfürst Friedrich III. stirbt, alles wird wieder lutherisch.

1583 In tiefer Abhängigkeit von der weltlichen Oberherrschaft wird alles wieder kalvinistisch. Da der Pfarrer von Deining nicht mitmacht, nimmt man ihm Kleinalfalterbach weg und übergibt es wieder dem kalvinistischen Pfarrer Kemnitius von Großalfalterbach.

1592 Die infolge der Reformation nach Österreich geflüchteten Ittlhofer verkaufen ihre "aigenthümlich beweislichen Lehen" in Großalfalterbach an Kurfürst Friedrich.

1600 Der Veit Diettel verkauft an Kurfürst Friedrich eine "ewig und beständige Gült" für 160 fl.

1625 wird alles wieder katholisch, Kleinalfalterbach kommt wieder zu Deining. Es beginnt die Zeit der schrecklichen Kriege, mit Hungersnöten, Pest und Vertreibungen.

1627 gehörten zur Kirche Affalterbach die Filialen Pirkach, Waltersberg, Wattenberg und Hennenberg.

1629 wurden wieder Wattenberg und Hennenberg von Großalfalterbach getrennt.

1632 Im April: Die Schweden kommen. Die Front gegen das Heer Tillys verlief entlang der Linie Neu- markt - Beilngries - Ingolstadt. Im Juni kamen die Scharen Wallensteins. Notiz aus der Gemeindegeschichte Alfalterbach, S. 419: "Viele Leichen von Einwohnern, die nicht alles sich rauben lassen wollten, lagen auf den Strassen und Feldern."

1633 plünderten wieder die Schweden, im September und Oktober trieben es die bayerischen nicht besser, und im Dezember kamen erneut die Schweden.

1634 Tobte das Kampfgeschehen direkt im Ort. Fast alles wurde zugrunde gerichtet und niedergebrannt. Die Bewohner kamen um oder konnten flüchten.

1637 Zählt Pfarrer Christoph Mack in 18 Ortschaften nur 200 Kommunikanten. In Großalfalterbach le- ben noch 20 Seelen.

1639 Die Kaiserlichen überziehen das Gebiet erneut mit einer Welle des Krieges.

1641 Fechten die Schweden und Franzosen hier ihren Krieg aus. (Der Dreißigjährige)

1647 Das Taufregister wird durch Magister Georg Dorn (früher Deining) begonnen.

1650 schreibt Pfarrer Dorn: "zu Großalfalterbach ist ein zerrissener und ruinöser Pfarrhof, aber kein Stadel darbey,...im ganzen Dorf aber kein gült noch Züns."

1651 beginnen die Sterbematrikeln.

1670 Durch eine Urkunde, im Original auf Eselshaut geschrieben, wird durch Ernst Emerich Graf von Tilly auf Schloss Holnstein das Hüterecht geregelt. (Kopie im Archiv Deining)

1688 Es ist zwar eine Schule vorhanden, aber kein Schulhaus.

1728 erhält der Pfarrer Grünwinkler an barem Geld von dem Gotteshaus zu Kleinalfalterbach jährlich 30 Kreuzer, 80 Metzen Korn und 80 Metzen Haber.

1741 Herrscht unter den Einwohnern eine ansteckende Krankheit, die sehr viele Menschen, als letzten den damaligen Pfarrer Grünwinkler als Opfer fordert.

1742 Wird unter Pfarrer Karl Christian Holzammer der Pfarrstadel gebaut.

1746 Wird Johann Lösch aus Hollfeld mit dem Neubau der Kirche beauftragt.

1750 Bau der neuen Pfarrkirche. Die Sakristei ist dabei der Chor der ehemaligen Kirche. Durch Leihgaben zum Neubau hat die Kirchengemeinde jetzt 5.502 fl Schulden.

1758 Errichtung eines Kreuzwegs in der Kirche.

1760 Eine Reliquie des Hl. Märtyrers Vitus ist aus Rom gekommen und wird ausgesetzt.

1766 Das Schul- und Mesnerhaus hat die Kirche zu unterhalten.

1769 am Vorabend Maria Geburt ist "zu nachts umb halbe 9 uhr unverhofft ein forchtsames fürterliches starkes donner und schauer wetter entstanden, hat den anoch auf den feldern stehenden Haaber totaliter 1 boden erschlagen, wie auch erbes, linsen, dann Wückhen. Die felder war erschröcklich ruiniert".

1778 Altarbild des Heiligen Vitus von Chrisostomus Wink, Maler aus Eichstätt. - Der Friedhof wird er- weitert und benediziert.

1784 war ein sehr strenger Winter. Am 28. 10. fiel schon der Schnee, der Frost dauerte bis zum 27. April 1785.

1796 Wird in Erwartung großer Not durch die anrückenden Franzosen, der "Liebesbund" unter dem Schutz des Hl. Vitus geschlossen. Tatsächlich bleibt der Ort weitgehend verschont, während umliegende Ort-schaften in Schutt und Asche fallen. Es folgte eine Viehseuche, so dass in den Orten Groß- und Kleinalfalterbach kaum 10 Stück Vieh übrig blieben.

1801 Den 16. Januar erhängte sich selbst der Lorenz Keckl, Dienstknecht in Großalfalterbach und wird "sine lux et crux" begraben.

1811 Pfarrer Leonhard Merl verfasst die Geschichte von Alfalterbach. Darin gehörte der Ort zum Land- gericht Neumarkt, Patrimonialgericht Holnstein, und die Häuser Nr. 19 und 27 zur Oberherrschaft von Sulzbürg. Zur Pfarrei gehörten Pirkach, Kleinalfalterbach und der Weiler Sallmannsdorf.

1816 herrschte von März bis in den Monat August eine sehr nasse Witterung. Die Preise für Getreide stiegen an. Ein Scheffel Korn kostete 18fl, Weizen 20fl, Gerste 12fl, Haber 6fl,

1833 Wird am 13. Oktober die Kirche eingeweiht.

1864 Restauration der Pfarrkirche, ausgemalt von Michael Werner aus Untermassing. Die Pfarrgrenzen werden durch das Bezirksamt Neumarkt neu festgesetzt. In Großalfalterbach wohnen 384 Personen.

1865 Der Dorfbrunnen wird mit einem Durchmesser von 1 ½ Metern und 20 Meter Tiefe gegraben.

1866 Vernichtete ein Hagelschlag viele Felder.

1874 Zählt Großalfalterbach 384 Personen.

1877 wird der Friedhof erweitert.

1879 Der Friedhof wird nach Norden erweitert und eine Umfassungsmauer gebaut.

1881 Eintrag im Pfarrarchiv Großalfalterbach: "Bis 1905 war in der ganzen Pfarrei eine einzige Tanz- musik bei der Hochzeit des Schwarzenbeuers, wo später die Frau beständig Prügel bekam und der Hof dem Ruin nahe gebracht wurde."

1883 Ein Armenhaus wird gebaut.

1890 Beim Abbruch des Anwesens A. Kübl wird ein Topf mit viereckigen Amberger Silbermünzen gefun- den. 2 Stück davon und Scherben, im Kirchenschaukasten.

1891 Wird ein neues Schulhaus inmitten des Dorfes erbaut. Finanziert von der Schulgemeinde und nicht wie üblich vom Kirchenvermögen, entstand ein Gebäude incl. Scheune und Stallung für Rinder, Schweine und Geflügel, von einem Gemüse- und Obstgarten umgeben. Die Kosten betrugen 22.000 RM

1898 Die Freiwillige Feuerwehr wird auf Anregung des kgl. Bezirksamtmannes Ruck gegründet. Als Gründer sind zu benennen: Lehrer Michael Brunner, Schreinermeister Bärtl und der Landwirt Johann Weidinger.

1899 Wurde das Feuerwehrhaus im Preise von 200fl gebaut, mitten im Dorfe an der Südwestseite des Schulgartens.

1900 wurde eine verstellbare Schubleiter angeschafft.

1903 vernichtete ein Hagelwetter die Gesamtflur von Groß- und Kleinalfalterbach.

1905 Eine neue Turmuhr von E. Strobl, Regensburg wird zum Preise von 1205 Mark eingebaut.

1908 Im Sommer fuhr erstmals ein Automobil durch Großalfalterbach und wurde gehörig bestaunt. Es gehörte dem Bezirksamtstechniker Krois von Beilngries. Die Schule wurde in dieser Zeit von Hauptlehrer Brunner für 4.000 RM umgebaut

1911 Eine neue Orgel mit 10 Registern von Fa. Strehl aus Nürnberg wird angeschafft.

1914 Gab es in Großalfalterbach bereits 6 Sähmaschinen.

1923 Wurde die Besetzung der Pfarrstelle erstmals vom Bischof zu Eichstätt vorgenommen. Umbau des Pfarrhofs, Kostendeckung durch Fällungen im Pfarrwald und Stiftungen. Am 1.9. Errichtung einer "Postagenthur mit einfachem Betrieb", zu deren Übernahme sich die Anna Setzer bereiterklärt.

1926 Großalfalterbach wird dem Bezirksamt Neumarkt zugeteilt, bisher Beilngries.

1927 Eine Wasserleitung mit Hochbehälter wird für Großalfalterbach und Pirkach gebaut. Der Verdienst um das Zustandekommen gebührt dem Gütler Alois Tischner.

1929 Fahnenweihe Kriegerverein Alfalterbach

1933 Erneuerung der beiden Turmkuppeln für 5.000 RM, Errichtung eines Kriegerdenkmals am Ortsausgang nach Batzhausen.

1945 22.4. Einmarsch der Amerikaner, ein Panzertrupp mit 25 Fahrzeugen und 120 Mann werden ein- quartiert. Es kam zu keinen Kampfhandlungen.

1949 Der Schreiner Bärtl bekommt das erste Auto im Ort einen "Deutschen Kraftwagen" DKW

1950 Eine neue Glocke von 13 Zentnern der Fa. Bachmeier, Erding, wird geweiht. Der Schreiner Bärtl kauft den ersten Bulldog in Großalfalterbach einen "Kramer"

1953 Das Kriegerdenkmal wird um die Gefallenentafel des zweiten Weltkrieges erweitert und eingeweiht.

1954 Am 25. März wird Rudolf Götz als jüngster Kandidat im Landkreis Neumarkt Bürgermeister von Großalfalterbach. Er führte das Amt bis zur Eingemeindung 1978 in die Großgemeinde Deining aus. Es wurde die Gemeindehutweide an die Gemeinderechtler aufgeteilt, der Abschluss erfolgt erst 1985 durch Eintragung im Grundbuchamt.

1956 25.3. wird der Bauer Rudolf Götz zum Bürgermeister wiedergewählt.

1958 Erster Mähdrescher wird vom Landwirt Martin Winter gekauft ein gezogener "Unkel"

1960 Die Flurbereinigung in Großalfalterbach ist beendet.

1961 Am 8. Januar wird die Schule nochmals umgebaut. Kosten für den Neubau betrugen 93.516,66 DM und die der Altbausanierung 23.354,64 DM

1962 Mitte November schneit es zum ersten Male und der Schnee bleibt bis März 1963 liegen. Der Schnee lag so hoch, dass die Hasen die Zweige von den Obstbäume fressen konnten. Ein neues Feuerwehrhaus wird gebaut.

1964 Unter der Leitung von Heiner Stephan wird die Jugendblaskapelle Großalfalterbach in Parsberg gegründet und spielte sehr erfolgreich. Selbst die Steubenparade in New York, die Fifth Avenue hinunter, wird von ihr begleitet. Im Oktober 1997 löst sich die Kapelle wieder auf.

1967 Am 20. Oktober erfolgte die Einweihung der Gemeindeverbindungsstraße Kleinalfalterbach - Großalfalterbach.

1970 Die Schule wird geschlossen, die Kinder gehen in die Verbandsschule nach Deining.

1971 Umgestaltung des Friedhofs und Bau einer Leichenhalle

1973 10. November Grundsteinlegung für das Schützenhaus vom Schützenverein Gosselstein. Es wird am 15.7.1977 eingeweiht.

1974 Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird der erste Altennachmittag im Schützenhaus vom Schützenwirt Konrad Kienlein abgehalten. Besucht wurde die Veranstaltung von Herrn Pfarrer Anton Frühauf

1975 In den letzten 100 Jahren wurden 1119 Geburten, 258 Trauungen und 766 Sterbefälle registriert. Der Schützenverein Gosselstein feiert sein 20-jähriges Bestehen.

1976 wurde die neue Fahne der SKK und das Kriegerdenkmal eingeweiht. Am 15. April starb Pfarrer Anton Frühauf, der seit 1958 die Pfarrei geleitet hatte. 900 Jahre bestand die Pfarrei. Ab da erfolgt die Betreuung von Deining aus.

1977 Fahnenweihe der "Gosselsteinschützen Großalfalterbach"

1978 Am 30. April wurde die Gemeinde Großalfalterbach im Zuge der Gebietsreform aufgelöst und in die Großgemeinde Deining eingegliedert. Am 5. Dezember findet im Schützenheim die erste Bürgerversammlung unter Bürgermeister Xaver Oettl statt.

1979 Erste Fußwallfahrt zum Habsberg.

1980 25-jähriges Vereinsjubiläum der Gosselsteinschützen. Das dorfeigene Milchhaus am Pirkacher Weg wird aufgelöst.

1981 Fahnenweihe Kriegerverein Alfalterbach

1983 In Großalfalterbach wurden die seit Jahrhunderten bestehenden Hausnummern abgeschafft und Straßennamen eingeführt. Frauen-Treffen-Sich veranstalten ersten Silvester-Stehumtrunk am Dorfplatz. Da kein Bushäusl vorhanden war, hatte Maurermeister Xaver Weidinger einen Bauwagen abgestellt, aus dem Wiener und Glühwein verkauft wurden.

1984 Der Obst und Gartenbauverein OGV wird aus der Taufe gehoben.

1985 Erster Taubenmarkt wurde in der Schreinerei Bärtl abgehalten, wo eigens zur Eröffnung die Blaskapelle Seubersdorf aufspielte.

1986 Fahnenweihe der Feuerwehr.

1988 Scheunenbrand bei Michael Kerschensteiner.

1989 Die FFW feiert ihr 90 jähriges Bestehen.

1990 Erstes Dorffest in der Hierl-Halle wird veranstaltet von den vier Dorfvereinen Schützen, Krieger, Feuerwehr und Obst und Gartenbauverein.

1991 Ein FTS (Frauen Treffen Sich) wird gegründet.

1995 40-jähriges Jubiläum der Gosselsteinschützen Großalfalterbach, ein neuer Spielplatz wird geweiht.

1997 200 Jahrfeier der Liebesbund-Bruderschaft in Großalfalterbach.

1999 100 Jahrfeier der FFW Großalfalterbach.

2000 Am 15. April wird die Kirchenorgel von Orgelbauer Redeker und Kreuzer komplett überholt. Der Kirchenmaler Geitner aus Prönsdorf färbte das Holzgehäuse der Orgel und Pfeifen in neuen marmorierten Stil.

2001 Ende März startete mit dem Spatenstich der Fa. Stratebau die größte Erneuerung in der Geschichte von Großalfalterbach. Der Neubau der Abwasseranlage, Austausch des kompletten Wassernetz und Bau aller Straßen im Ort wurden durchgeführt. Abschluss der Arbeiten war nach ca. 1 ½ Jahren im September 2002

2002 Im Juni wurde der von Dr. Hundsdorfer neu geplante Dorfplatz verwirklicht. Ein modernes Bushäuschen, neue Straßenlampen sowie Pflaster und Grünflächen machten den Dorfmittelpunkt zu einem der schönsten Plätze im Landkreis, so die Meinung vieler Bürger im Ort.

2003 Großalfalterbach beteiligt sich mit einem Festwagen bei der 25 Jahrfeier der Großgemeinde Deining. Der Wagen wurde in der Schreinerei Bärtl gebaut unter dem Motto "Ohne Geld aus Groß wär in Deining nix los" und mit Blaulicht und Sirene durch Deining gefahren.

 

Der Dorfbrunnen

Er wurde 1865 mit einem Durchmesser von 1 ½ Meter und einer Tiefe von sage und schreibe 20 Metern gegraben. Dieser Pumpbrunnen lieferte sehr gutes Trinkwasser, welches farblos, geruchlos und geschmacklos war. Eigenschaften, die ein gutes Trinkwasser braucht. Der Brunnen war innen ausgemauert, stand mitten im Ort, nahe dem Schulhause und war zum Schutz mit einem Gestell umgeben. Darum lief noch eine Flutrinne, um das Eindringen von Regenwasser zu vermeiden.

Dieser Brunnen war eine große Wohltat, da vorher das Wasser vom Fuße des Dorfberges, wo es drei Quellen gibt, heraufgeschleppt werden musste. So war der Platz um den Brunnen jeden Morgen, Mittag und Abend stets umgeben von Wasserholern, wobei auch gleich die neuesten Nachrichten, der "Dorfklatsch", ausgetauscht wurden. Er hatte also auch eine große soziale Bedeutung.

Aufzeichnungen von Hauptlehrer Brunner: Der Brunnen selbst hat in der Tiefe keinen Wasserstrahl, sondern das Wasser rieselt rings aus den Wandungen heraus. Das Wasser hat seit 1865 nur während der großen Dürre 1904 (dauerte vom 17. April bis Anfang Oktober, wo es nur dreimal einen viertelstündigen Regen gab) gegen Ende August nachgelassen. Über Nacht sammelte sich aber wieder ziemlich Wasser an.

Im Sommer 1911, wo es seit anfangs Juni bis 22. August nicht regnete, die Getreideernte schon vollendet ist, und heute, am 22. August, auch Hafer schon unter Dach ist, wurde unsere Quelle durch den Hauptlehrer Brunner und Bürgermeister Sippl (1905-1910) gemessen und lieferte noch Wasser

1. Der Dorfbrunnen (Pumpe) in der Minute 14 Liter

2. Am Fuße des Dorfbrunnens rechts d. Quelle 12 Liter

3. Am Fuße des Dorfbrunnens links d. Quelle 14 Liter

4. Die drei Quellen am Dorfweiher 12 Liter

Dies ist eine recht erfreuliche Tatsache für die Ortschaft, als dass Trinkwasser an vielen Orten unseres Vaterlandes um diese Zeit schon versiegt war. Dezember 1997, I.N.

 

Die Kirche

Kath. Pfarrkirche Sankt Vitus. Ein Vorgängerbau wurde 1063 geweiht. Der bestehende Bau unter Einbeziehung eines mittelalterlichen Chorturms 1750 von Johann Lösch aus Neumarkt. Innenrestaurierung 1981-84.

Nach Norden gerichteter Saalbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor. Der ehemalige Chorturm an der östlichen Langhausseite, mit Oktogenaufsatz und Doppelzwiebelhaube. Sein heute als Sakristei genutztes Erdgeschoss hat derbe abgefaste Kreuzrippen, wohl spätgotisch. Im Inneren korbbogiges Tonnengewölbe mit verkröpften Gebälkstücken. – Bandelwerkstukkaturen, mit Gittermotiven durchsetzt (für die Zeit um 1720 eher altertümlich). Die ausgedehnten Deckenfresken ursprünglich 1751 von Johann Endres, 1888 von Georg Lang, 1947 von Adalbert Spitzner und Walter Scheidemandel erneuert.

Ausstattung: Hochaltar Mitte 18. Jhd., 1752 aus Berngau angekauft. Säulenretabel mit Seitenfiguren der Hl. Willibald und Walburga. Altarblatt Hl. Vitus. Die Seitenaltäre mit Bandel- und Quastenschnitzwerk ähnlich gestaltet, links Figuren der Mondsichelmadonna, sowie der Hl. Anna und Joseph. Rechts ebenfalls Seitenfiguren und Altarblatt des Hl. Sebastian von Scheidemandel 1949. Stuckkanzel mit Bandelwerk 1750. An der linken Schiffswand Gedenktafel für Pfarrer Willibald Holzhammer (gest. 1776) den Erbauer der Kirche.

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Kleinalfalterbach

Schreibweisen:  mineren Affelterbach, Clainalfalterbach

Ursprung des Namens: siehe Großalfalterbach

Die Lage:

Ziemlich genau zwischen Nürnberg und Regensburg, auf der Jurahochebene, am Rande eines etwa 10 Meter hohen, felsigen Hanges, der sich über die im Tal verlaufende Bahnlinie erhebt, liegt der Ort Kleinalfalterbach. Unterhalb des Ortes, in einem Seitental der Weißen Laber, entspringt ein Bach, der wahrscheinlich dem Dorf den Namen gegeben hat.

Verkehrsmäßig ist der Ort gut erschlossen: Wenn er auch keinen eigenen Bahnhof an der dem Dorf entlanglaufenden Eisenbahnlinie Nürnberg - Regensburg besitzt (Bahnhof ist Deining), liegt er an der viel befahrenen Kreisstraße nach Freihausen, in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße 8. Früher führte die alte Reichs- und Poststraße Regensburg - Nürnberg durch den Ort und kreuzte sich hier mit dem Postweg von Mittersthal nach Waldhausen. Ein Anger, etwa hundert Meter vom Dorf entfernt, heißt noch heute „Alte Straße“.

Obwohl der Ort noch seinen bäuerlichen Charakter besitzt, arbeitet ein Großteil seiner Bewohner in Industriebetrieben im Raum Neumarkt oder Parsberg und führt den landwirtschaftlichen Besitz nur noch als Nebenerwerb. So hat sich auch die Bevölkerungszahl in den letzten 200 Jahren nicht wesentlich geändert.
Das Gebiet um Kleinalfalterbach war jedoch schon in der Hallstattzeit (750-450 v.Chr.) besiedelt, wie Funde von Ausgrabungen durch J. Naues 1891 aus Hügelgräbern auf dem Gemeindegebiet ergaben. Man fand u.a. massive Armringe, Steigbügel und Schalen, heute in der Prähistorischen Staatssammlung in München unter der Bezeichnung „Kleinalfalterbach“ zu besichtigen. Auch Erzschürfstellen im Wald um den Ort weisen auf keltische Besiedelung hin, die um 500 v.Chr. hier Eisenerz gegraben, an Ort und Stelle eingeschmolzen und verkauft haben.

Zahlen:

960 Erste Ansiedlungen durch den Babenberger Ernst I. Dann fielen die Besitztümer in Erbfolge an Hermann I., Ernst II., Hermann II., Otto und Diederich von Kastl, schließlich Besitz von Ernst von Dollnstein und Hirschberg.

1146 Otto von Hilpoltstein, der später im Heiligen Land auf einem Kreuzzug starb, vermacht seine Besitzungen von Thannbrunn bis Batzhausen den Tempelherren, die in Salmannsdorf eine Burg erbauten.

Templerorden hieß ein geistlicher Ritterorden, der 1119 von Hugo von Payen und anderen Rittern zum Schutz der Jerusalempilger gestiftet wurde. Er trug seinen Namen nach dem Sitz des Großmeisters beim ehemaligen salomonischen Tempel in Jerusalem. 1128 wurde der Orden päpstlich bestätigt. Im 13. Jhd. war der Orden eingeteilt in Ritter, Priester und dienende Brüder. Er zählte etwa 20 000 Ritter in 9 000 Komtureien. Besonders in Frankreich kamen die Templer rasch zu Macht und Ansehen.

Die bereits seit Mitte des 13. Jhd. geführten Klagen über Habgier und Ausschweifungen der Ordensritter nutzte König Phillip der Schöne, den Orden wegen Verleugnung Christi und widernatürlicher Unzucht anzuklagen. Der Großmeister Jacques de Molay und viele seiner Ritter wurden verhaftet und verbrannt. 1312 löste Papst Klemens V. den Orden auf, die deutschen Güter fielen an die Johanniter.(aus Enzyklopädie 2000 von I.N.)

1250 Von den herzöglichen Rittern in Velburg wird das Gebiet verwüstet, weil Gottfried von Salzburg und sein Schwager Konrad von Hohenfels Feinde des Kaisers waren.

1281 Heinrich von Boulanden (Pollanten) tritt das „jus patronatus“ von Kleinalfalterbach dem Benedikti-nerkloster zu Ahausen ab. Zu dieser Zeit waren die ersten Pfarrer von den Tempelherren eingesetzt worden. Die erste kleine Kirche wird Anfang des 14. Jhd. gebaut und dem Hl.Andreas geweiht

1300 Konrad, ein Bruder Heinrich Frickenhofers, Schultheiß in Neumarkt, kauft den Tempelherren die Burg Sallmannsdorf mit Gütern zu Groß- und Kleinalfalterbach ab.

1308 Kleinalfalterbach und Sallmannsdorf gehören dem Bischof von Regensburg, Großalfalterbach und Pirckach dem Herzog von Bayern.

1311 Heinrich von Frickenhofen verkauft einen Hof zu „mineren Affelterbach“ an das Kloster Seligenporten.

1312 Nach Aufhebung der Tempelherren fielen die Besitzungen von Afalterbach an den Bischof von Eichstätt, der sie größtenteils an Ritter des Herzogs von Neumarkt verkaufte.

1314 Herr Heinrich von Alfaltern wird in den Urkunden des Klosters Engelthal als Besitzer eine Gutes gleichen Namens genannt.

1326 Nach dem Verkauf der Heidecker Burg an bayerische Herzöge, werden die Orte Groß- und Kleinalfalterbach bayerisch. Sie gehören nunmehr zum Amt Hollnstein.

1392 Durch die Holnsteinische Länderteilung geht Velburg mit Helfenberg an den Pfalzgraf Herzog Stephan, der Rest bleibt bei Holnstein. Von da an heißen die Großalfalterbacher „die Bayerischen“ die Kleinalfalterbacher „die Pfälzischen“

1439 Verkauft Konrad Reickershofer, der Rechte Doktor und Domherr zu Regensburg, seine zwei Güter zu Kleinalfalterbach dem Georg Utenhofer, Pfleger zu Thanhausen.

1480 Johannes Treml wird als erster Pfarrer oder Pfarrvikar genannt.

1519 Der Elspet Nogklinn, Bürgerinn zu Freystadt, werden zwei Gütchen durch hirschbergischen Landgerichtsbrief in Kleinalfalterbach zuerkannt.

1524 Dem Christoph Reicharter zu Pechtal, Pfleger zu Holnstein, verkauft Hanns Morsch zu Beilngries seine zwei Güter in Kleinalfalterbach um 146 fl. rheinischer Landeswährung.

1540 Durch die Kurpfalz wird die Reformation eingeführt.

1562 Die Geschichte der „versperrten Kirche“ im Anhang dieser Zahlen.

1566 Die Amalia von Ittelhofen gab dem Kaspar Pöllinger zu Deining, einen halben Theil Ihrer Gerrechtigkeit auf dem Gute zu Kleinalfalterbach zu kaufen.

1595 Die Ittelhofer verkaufen nach ihrer Emigration die Besitzungen in Kleinalfalterbach, die „eigenthümblich beweislichen Stab- und Helmlehen“ (Rittergüter) an Kurfürst Friedrich.

1622 Die Kalvinisten lassen die Kirche in Kleinalfalterbach eingehen, sie wird als Heustadel genutzt.

1625 Die Gegenreformation beginnt.

1627 Aus dem Pfarrarchiv Deining: „Die Kirche ist nackt und bloß mit unebenen Boden, mit Altarstipes ohne Stein...“

1629 Hat sie immerhin wieder „1 Kruzifix, 2 Leuchter, 2 Bilder, im übrigen ziemlich verbaut“

1653 Schreibt der Pfarrer von Deining, zu dem die Filialkirche gehört, nach Eichstätt: „...in den Filial Fleckh Clainalfalterbach unbesorgt und ödt stehet, auch der Stadel ganz eingegangen, also nichts ybrig ist, auch das Haus zwar noch stehet, aber ziemlich paufellig ist“

1671 Am 7.3. wird Kleinalfalterbach dem Kirchensprengel Großalfalterbach einverleibt.

1706 Notiz: In K. gibt es keine Schule. Der Mesner gibt im Winter Unterricht für 20 Kinder. Es leben 17 Familien in der Gemeinde.

1725 Pfarrer Franz Grünwinkler tritt in Großalfalterbach an und bemüht sich um Wiedererrichtung der Kirche in Kleinalfalterbach.

1739 Die Kirche wird neu gebaut und am 12. September 1747 von Johann Godefried von Trockau aus Eichstätt dem Hl.Andreas geweiht. Orgel von Bittner aus Freystadt.

1749 Die Einwohner von Kleinalfalterbach beschweren sich beim Bischof in Eichstätt, daß früher vom Deininger Pfarrer nur 2 mal im Jahr, und jetzt vom Pfarrer aus Großalfalterbach auch nur jeden 3. Sonntag eine Messe gehalten wird.

1757 Ein Kreuzweg wird in der Kirche durch Pfarrer Holzhammer eingeführt.

1760 Der Pfleger Kryholz von Helfenberg erhält aus Rom einen „Partikel vom Hl.Andreas“, läßt ihn in Amberg fassen und schenkt ihn der Kirche in Kleinalfalterbach.

1796 Die Reliquie wird von den Franzosen geraubt und kam in die Pfarrei Deining. Ebenso wird ein goldener Kelch geraubt.

1800 Ein neuer Kelch wird für 35 fl.27 Kr. von Pfarrer Johann Götz gekauft.

1820 Die Orte Kleinalfalterbach und Sallmannsdorf gehen an das Landgericht Neumarkt.

1829 Der Hochaltar und zwei Nebenaltäre werden durch einen Maler aus Kastl restauriert.

1844 Der Kirchturm wird neu gedeckt.

1851 3.5. Kleinalfalterbach wird selbständige Gemeinde und von Mittersthal getrennt.

1865 Das Innere der Kirche wird neu geweist, der Turm verputzt, neue Schwelle am Presbyterium gebaut, insgesamt 335 Gulden. Deining gibt die 1796 geraubte Reliquie zurück.

1871 Die Gemeinde kauft für die Pflichtfeuerwehr die erste Feuerspritze

1875 Der Turm wird restauriert und ein Blitzableiter installiert. - Der Krämer Willibald Hiltl eröffnet eine Bierwirtschaft und errichtet ein Pissoir aus Brettern, mit Eisenstiften an der Kirchhofmauer befestigt. Er wird von der Kirchenverwaltung aufgefordert, es wieder zu entfernen.

1876/78 Die Gemeinde erhält als Ablösesumme von Gemeindegrund zum Bau der Eisenbahn 3.800,- fl. Und baut davon eine Wasserleitung mit zwei Hochbehältern.

1884 Am 19.7. wird ein Kreuzweg von Georg Lang aus Deining von Pater Ruppert Heller, Franziskaner aus Freystadt, geweiht.

1886 Wird der „schiefe Turm“ durch Einbau von eisernen Stangen geradegerichtet.

1891 Am 23.6. werden zwei neue Glocken konsekriert.

1893 Ein neues Feldkreuz an der Straße nach Deining wird eingeweiht.

1904 Kauf einer zweiten Feuerspritze, sie war bis 1958 in Betrieb.

1915 Gemeindebeschluß: „Da im Orte Kleinalfalterbach schon seit vielen Jahren weder Ruhestörungen noch Brände oder Diebstähle zu verzeichnen sind, vielmehr äußerste Ruhe herrscht, so wird der Antrag gestellt, es solle seitens der Distriktsverwaltung Neumarkt die Aufhebung der Nachtwache genehmigt werden.“ - -  Gute alte Zeit, oder Tote Hose ??

1919 Die erste öffentliche Telefonzelle wird beantragt und beim Wirt eingerichtet.

1936 Eine vollkommen neue Wasserleitung wird erstellt, nachdem die aus dem Jahre 1878 schon mehrere Jahre außer Betrieb war.

1937 Durch den Anschluß an die OBAG erhält Kleinalfalterbach elektrischen Stom.

1942 Die Glocken werden zur Verlängerung des Krieges vom Turm geholt! Zwei Stück von insgesamt 21 Zentnern. Es bleibt nur eine von 1 ½ Zentnern zurück.

1944 Die Bürger tauschen heimlich die beschädigte Glocke im Bahnhof Beilngries gegen eine größere aus. (siehe Geschichte im Anhang).

1964 Bau eines Feuerwehrhauses, die Dorfsstraße wird geteert.

1975 Kirchenräuber entwenden 4 geschnitzte Holzfiguren von 1750; eine davon konnte später (1981) wiedergefunden werden.

1977 Die Kirche wird außen renoviert, wobei die Einwohner viel in Eigenleistung vollbringen. Der Turm erhält ein Kupferdach.

1978 Durch Beschluß des Gemeinderates schließt sich Kleinalfalterbach am 1. Mai 1978 der Großgemeinde Deining an. Am 26. Oktober findet im Gasthaus Gradl die erste Bürgerversammlung mit Bgm. Oettl statt.

1987 Der Ort erhält zum dritten Mal eine neue Wasserleitung und wird an die Sengenthaler Gruppe angeschlossen.

1983 Die Kirche erhält einen neuen Voksaltar des Künstlers Kreuz aus Herrsching, der in der Pfarrei mehrere Altäre geschaffen hat.

1986 Die historische Orgel wird durch Fa.Sandtner aus Dillingen renoviert.

1994 Die Filialkirche St. Andreas erhält eine neue Glocke, der Glockenstuhl wird dafür erweitert.

Kleinalfalterbach war nie eine reiche Gemeinde. In einer Zeitungsmeldung vom 31. Januar 1976 ist zu lesen, daß das gesamte Steueraufkommen der Gemeinde rund 10.000,- DM ausmacht, wobei 9.000.- DM davon aus der Grundsteuer A, also aus der Landwirtschaft stammen.
Doch sollen nachstehend drei Ereignisse geschildert werden, welche die Schlitzohrigkeit oder Bauernschläue seiner Bewohner beweist.

Die Glocke  (nicht von Schiller !)

1944 war es, als die Reichsregierung alle Kirchenglocken abholen ließ, um sie zu Kanonen umzuschmelzen. In Kleinalfalterbach verblieb nur eine 1½ Zentner schwere Glocke, ein wahres „Arme-Sünder-Glöcklein“. Diese bekam im Sommer 1944 auch noch einen Sprung, sodaß man garnicht mehr läuten konnte.

Der Pfarrer Grießbauer wußte nun, daß am Bahnhof Beilngries noch eine Reihe von Glocken lagen, die auf den Abtransport warteten. Daher ging eine Eingabe zwecks Austausch an die Kreishandwerkerschaft Neumarkt. Diese reichten sie weiter an die zuständige Reichsstelle nach München. Da nach langem Warten kein Bescheid erfolgte, man aber befürchtete, daß die Glocken in Beilngries bald abgeholt würden, fuhren einige Bauern mit einem Pferdegespann kurzerhand nach Beilngries und tauschten die Glocke aus. Natürlich nahmen sie nicht eine gleichwertige mit, sondern eine etwa 5 Zentner schwere Glocke. Niemendem ist dieser Tausch aufgefallen und so ertönte zum Andreasfest von der Filialkirche ein größeres Geläut als von der Pfarrkirche.

Ein Mordversuch

aus Chronik der Gemeinde von Xaver Weidinger

Bei dem Bau der Eisenbahnstrecke Nürnberg - Regensburg 1871, die unmittelbar am Dorfrand in einem Einschnitt verläuft, mußten durch das unebene Gelände auch große landschaftliche Veränderungen durchgeführt werden. Einschnitte wurden gegraben und große Dämme aufgeschüttet, vier Brücken, zwei als Über- und zwei als Unterführungen waren notwendig.

Viele Arbeiter, darunter auch Italiener, waren monatelang mit dieser Arbeit beschäftigt. Sie wohnten und aßen zum Teil auch in den Gasthäusern der Dörfer entlang der Strecke. Es waren auch rabiate Burschen unter diesen Bahnarbeitern.

So wird berichtet, wie ein junger Bursche in Kleinalfalterbach hörte, wie zwei Arbeiter planten, den Wirt Xaver Bayer niederzustechen, wenn sie die Zeche bezahlten. Er warnte den Wirt. Dieser versteckte sich in einer Kammer mit schußbereitem Gewehr im Anschlag. So ließen die beiden von ihrem Vorhaben wieder ab.

Die Kirche

Filialkirche St. Andreas, Neubau 1739, Weihe 12.9.1747 mit älterem Turm.

Schiff 13 x 7 Meter, flachgedeckter Saalbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor, der von einer Stichkappentonne überwölbt wird. Turm an der Chornordseite mit Achteckaufsatz und Zwiebeldach. –
Gliederung der Schiffswände durch Doppelpilaster, großes Deckenbild, Martyrium des hl. Andreas von Georg Lang, Deining 1885.

Ausstattung: Hochaltar wohl um 1740, Viersäulenaufbau mit Seitenfiguren der Hl. Johannes von Nepomuk und Franz-Xaver; Altarblatt: Glorie des hl. Andreas. – Seitenaltäre mit gewundenen Weinlaubsäulen um 1700 (1702 sind Fassarbeiten von Georg Asam bezeugt), frühklassizistisch überarbeitet. Altarblätter 1762 von Johann Georg Haemerl (sign. und dat.). Links hl. Familie, rechts hl. Johannes von Nepomuk, als Auszüge akanthusgerahmte Medaillonbilder, links mit Nachbildung des Innsbrucker Maria-Hilf-Bildes. – Figuren im Chor: links Anna Selbtritt, rechts hl. Joseph, wohl aus der zweiten Hälfte des 17. Jhd.

Die versperrte Kirche

Im Jahre 1562 herrschte in der Gegend Neumarkt die Pest. Kurfürstin Witwe Dorothea in Neumarkt erließ die Verordnung, dass die Verstorbenen nicht mehr auf dem Friedhof zu Deining, sondern bei den Filialkirchen der betreffenden Ortschaften begraben werden sollten.

Die Bevölkerung von Ober- und Unterbuchfeld, „Mütterstahl, Rottenfels“ und besonders von Kleinalfalterbach war über diesen Erlass so aufgebracht, dass der Pfarrer, als er am Andreastag in Kleinalfalterbach die Predigt halten wollte, die Kirche versperrt vorfand. Er mußte unverrichteter Dinge nach Deining zurückkehren.
Als er sich bei den Amtsleuten in Neumarkt über den Vorfall beklagte, handelte man schnell: Kurzentschlossen wurden zwei Männer aus der Gemeinde Kleinalfalterbach, die sich zufällig beim Wochenmarkt in Neumarkt aufhielten, wegen der begangenen Freveltat festgenommen und eingesperrt.

Das dies jedoch nicht der richtige Weg war, um die Sache in Güte zu regeln, läßt sich denken. Wie es heißt, wurden die Bauern in Kleinalfalterbach „ganz toll und rasend“ und richteten an den kurfürstlichen Pfleger in
Helfenberg ein Schreiben, dass dieser an die Regierung in Amberg weiterleitete. In diesem Schreiben wurde u.a. berichtet, dass der Pastor auf der Kanzel verkündet habe, dass er die Eheleute, Knechte und Mägde „in jetzigen Sterbefällen mit einer Verreichung der Heiligen Sakramente in keinem Weg vertrösten könne.“ Ursache: Er habe „weder Zins noch Gilt“ von ihnen, dazu sei ihm sein Leib und Leben lieber, als dass er sich ihnen „in solcher Not solle wagen“. Aus diesem Grunde zögen es die Dienstboten nun vor, in andere Pfarreien zu gehen, sodass die Bauern nicht mehr im Stande sind, ihre Höfe zu verrichten.

Der Pfarrer dagegen führte zu seiner Verteidigung an, dass sich unter den Bürgern der Gemeinde Kleinalfalterbach einige befänden, die nicht dazu zu bewegen waren, zum lutherischen Abendmal zu gehen, denen „die alte paptistische Meß und des Papstes Schellen noch immer in den Ohren klingen.“
„Es sind etlich viel unter den Bauern die noch päpstlich, haben in viel Jahren kein Sakrament empfangen, gehen in kein Kirchen.“ Denen habe er gesagt, dass sie sich bei gesundem Leib zu Gottes Wort und den Sakramenten finden sollten und nicht warten, bis sie von der Seuche überfallen und dann die Seele auf der Zunge hätten, „da er sie alsdann, und wo sie in dieser Unbußfertigkeit und rohem Leben fortfahren würden, auch wollt liegen lassen und nicht besuchen!“

Er beklagte sich im Weiteren auch darüber, dass er sich bisher vergeblich bemüht habe, das Geld für eine Heilige Bibel zu bekommen. Seine Bitte sei immer mit der gleichen Ausrede, dass die Kirche kein Geld übrig habe, abgetan worden. „Wann man aber Kerzen, Fahnen in die Kirche und anderer Narren- und Gauklerwerk kaufen sollt, man würde bald Geld dazu finden.“ So der Pfarrer wörtlich in seinem Schreiben.

Dem Pfleger von Helfenberg war es zu verdanken, daß die beiden Bürger nach 14 Tagen wieder aus dem Gefängnis entlassen wurden. Durch die Regierung in Amberg wurde er jedoch beauftragt, eine Untersuchung zu führen, ob es stimme, daß etliche Kleinalfaterbacher Bauern noch zu paptistischen Pfarrern gingen. Es wurde bei dieser Umfrage peinlich genau vorgegangen und jeder einzelne verhört. Doch gestanden sie nur ein, dass einige von ihnen zu dem evangelischen Pfarrer nach Batzhausen, oder nach Großalfalterbach gegangen seien, weil man ihnen in Deining das Sakrament nicht gespendet hätte, „wenn sie auch nur ein Stücklein aus dem Kathechismus fehlten“- (einen kleinen Fehltritt taten).

Dem Neumarkter Schultheiß und seinen Beamten aber wurde von der Regierung wegen ihrer vorschnellen Verhaftung der beiden Männer kein Lob zuteil. Ja, man nannte ihr Verhalten einen „priesterlichen Unfug“. Außerdem wurde der Gemeinde gestattet, einen eigenen Priester zu nehmen, wenn sie von Deining aus nicht genügend versorgt würden.

Am 13. März 1563 hielt „Dorothea, von Gottes Gnaden Pfalzgräfin bei Rhein, Herzogin in Bayern, Witib der Königreiche Dänemark, Schweden und Norwegen, geborene Prinzessin und Erbin“ auf der Bauern Klage einen Gerichtstag ab, an dem auch der Schultheiß von Wildenstein aus Neumarkt, der Kastner Staudacher und der Pfleger von Helfenberg teilnahmen. Den Bauern von Kleinalfalterbach wurde dabei zur Auflage gemacht, für die Kirche eine Bibel zu kaufen, den Gottesdienst fleißig zu besuchen und sich in Kirchenangelegenheiten zu beruhigen. Außerdem mussten sie versprechen, die Unkosten „für die Verstrickung“, sowie die Kosten für die „Atzung der Gefangenen auf leidliche Fristen“ zu entrichten.


Nachfolgendes wurde von einer Fotokopie abgeschrieben, die sich im Archiv Deining in bereits sehr schlecht lesbarem Zustand befindet. Dezember 1997 von Ingmar Nowak, Band 37, Kleinalfalterbach 1945

Protokoll
über den Heldentod des Feldwebels
Alban Nutz, 5. Komp. 20. Inf.Rgt.
F.Pe.Zi. 19517 B.

Der Feldwebel Xaver Hummel aus Fribertshofen bei Berching ist am 12. Sept. 1945 aus russi-scher Gefangenschaft zurüchgekehrt und gibt folgende eidesstattliche Erklärung ab:

Ich war mit Feldwebel Alban Nutz in der 5. Komp. des 20. Inf.Reg.  Am 2. Sept. 1964 gerie-ten wir in Rumänien in russische Gefangenschaft. Wir kamen in ein Arbeitslager am Donez-becken zwischen Rostow und Stalengrad. Am 8.6.1945 kam Feldwebel Alban Nutz, geb. am 20.4.1914 in Kleinalfalterbach, in ein Sanatorium nach Nowotscherkask, 50 km von Schachty. Nach zuverlässiger Angabe eines Kameraden, der aus jenem Sanatorium zurückkam, und den ich am 20. August traf, ist Feldwebel Nutz in dem Sanatorium an einer Magenkrankheit am 28. Juni 1945 gestorben. Fribertshofen, 8. Oktober 1945
(gez.) Hummel Xaver

Die Richtigkeit der vorstehenden Unterschrift des Bauern Xaver Hummel, H.Nr.25 wird bes-tätigt.
Fribertshofen, 8.10.1945
(gez.) Meier
Bürgermeister

                     (Siegel der
                     Gemeinde)

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Körndlhof

Hierüber sind im Gemeindearchiv z.Zt. noch keine Unterlagen vorhanden. Wenn Sie hier weiterhelfen können, wenden Sie sich bitten an unsere Archivarin bzw. den Ortsheimatpfleger!

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Kreismühle

Sie gehörte früher zur Gemeinde Waltersberg

Der Name

Er stammt von einem Müllergeschlecht, das sich Greis schrieb.

Die Lage

An der Ortsverbindungsstraße von Waltersberg nach Holnstein, folgt erst an der Weißen Laber die Bäcker-, dann die Kreismühle.

Aus der Geschichte

1630 erstmals in der Steuerveranlagung des Amtes Holnstein als "Greismühle" erwähnt, gehörte sie zu dieser Zeit einem Leonhard Schmid aus Waltersberg. Kurze Zeit später wird ein Thomas Greis genannt, der seinen Besitz, wahrscheinlich durch das Kriegsgeschehen des 30-jährigen Krieges (1618 - 1648) verließ, und nach Großhöbing umsiedelte. Dort lernte er eine Walburga Reindl kennen, die er 1641 heiratete und mit ihr in die Greismühle zurückzog. Seither ist die "Kreismühle", wie sie seit Anfang des 19. Jahrhundert geschrieben wird, im Besitz der Nachkommen dieser Familie, zum Teil über die weibliche Linie. 1821 heiratete ein Johann Dirnhofer aus Waltersberg in die Kreismühle ein und seit fünf Generationen tragen die Besitzer der Mühle diesen Namen. 1845 wurde zusätzlich zur Mühle ein Einblatt-Sägewerk errichtet und 1975 zum Vollgatter ausgebaut. Heute ist für Max Dirnhofer die Landwirtschaft der Haupterwerb, das Sägewerk stellt mit 1/3 den Nebenerwerb dar.

Die Kreismühle besitzt als einzige Mühle in Bayern noch ein "mittelschlächtiges Mühlrad", wo das Wasser in Höhe der Achse auf die Schaufeln läuft. Beim "oberschlächtigem" schießt das Wasser von oben auf die Schaufeln und das "unterschlächtige" wird von der Strömung des Flusses getrieben. Das funktioniert aber nur bei größeren Flüssen mit entsprechender Fließgeschwindigkeit. Die Kreismühle war im Landkreis Neumarkt die Mühle, die am längsten Mehl gemahlen hat, bis 1993. Die Funktionsfähigkeit der wassergetriebenen Mühle ist nach wie vor gegeben.

Wie die meisten Mühlen im Tal der Weißen Laber, war auch die Kreismühle eine "Kundenmühle". Das heißt, dass die Bauern das Korn zur Mühle brachten und Mehl, Gries, Kleie, usw. wieder abholten. Manchmal fuhr auch der Mühlknecht mit einem von Rössern bespannten Wagen über die Dörfer, holte das Getreide bei den Bauern ab und brachte später die gemahlenen Produkte zurück. Die größeren Bauern hatten dabei ein eigenes "Gemalter", das dann eigens gemahlen wurde. Der Müller arbeitete dabei meistens gegen "Naturlohn", hatte aber auch ein Paar Kühe und Kleinvieh, sowie einige Tagwerk Grund im Besitz, das hauptsächlich von der Müllerin versorgt wurde.

Die Mühlenbesitzer waren meist angesehene Leute und beschäftigten teils auch fremde Arbeiter, die Müllergesellen, die den Winter über blieben und im Sommer wieder auf Wanderschaft gingen. Daraus entstand dann auch das bekannte Volkslied "Das Wandern ist des Müllers Lust".

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Laabermühle

Sie war eine von vier Mühlen, die früher zu Waltersberg gehörten.

Früher gehörte auch die Ulrichskapelle zu dieser Mühle.

Der Name

Die Schreibweise Laabermühle kommt noch von der alten Bezeichnung des Baches "Laaber" her.

Die Lage

Sie liegt zwischen Deining und Waltersberg, gleich hinter der großen Eisenbahnbrücke im Naturschutzgebiet des Laabertals. Zu dieser Mühle gehörte eine Kapelle, die im Naturschutzgebiet unterhalb Waltersberg steht und von der Staatsstraße 2220 her zugänglich ist.

Aus der Geschichte

1480 Eine Ulrichskapelle mit einer Länge von 17,72 Metern und einer Breite von 8,76 Metern unter Pfarrer Sippl von Waltersberg erstmalig genannt.

1556 Aus "Historischer Atlas von Bayern", S. 115, gehörte zu der Probstei Waltersberg die Laabermühle und die Einöde Sternberg.

1639 Eintrag im Pfarrarchiv VIII, Nr.8 "..von einer Wisn gehörig zum Laaberhof, bey der eingefallen Kappeln bey der laber-Mühl."

1649 Das Generalvikariat Eichstätt bewilligt, dass der Besitzer des öden Mayerhofes im Labertal 30 Jahre nur die Hälfte "Gilt leisten", dafür aber Haus und Stadel wieder aufbauen soll.

1699 Eine kirchliche Schätzung zu "Clainalfalterbach" über Laberhof und Mayergüttl.

1773 St.Ulrichskapelle bei der Laabermühle, "welche in Abgang gekommen", vom Müller Sippl neu ge- baut. Beim Grundgraben "eiserne Pferde, Kühe, Schweine gefunden, wie sie jetzt in Wachs geopfert werden."

1774 "fangte sich der Bau der Capelln an..." und zwar auf des Müllers eigene Kosten. An Maria-Himmelfahrt ist dann von Waltersberg aus ein erster Kreuzweg nach Neu-St.-Ulrich bei Laabermühle gegangen worden.

1775 Wird vom Pfarrer in Waltersberg "Wundersames über Wiederaufkommen der nächst bey der Laabermühl Ruinierten St.-Ulrichs-Kappelln" berichtet.

1793 Am 4.7. wird die neue Kapelle benediziert und mit Zelebrationserlaubnis versehen.

1797 übernimmt Michael Mayr den Laaberhof

1930 wird der Altar und das Altarbild der Kapelle für Hirschberg erworben und die Kapelle wegen "Mißständen" aufgelassen.

1950 besuchen aus der Laabermühle insgesamt 8 Kinder die Schule in Deining.

1973 Nach 50 Jahren wird erstmals eine Messe bei der Kapelle an der Laabermühle gehalten. Der Grund: 1000. Todestag von Bischof Ulrich, Diözesanheiliger von Augsburg, Patron der Kranken.

1984 Das Quellmoor bei der Laabermühle wird unter Naturschutz gestellt.

1988 In der leerstehenden Laabermühle werden von streunenden Hunden einige Schafe gerissen.

1990 Mehrere Schafskadaver werden in der leeren Kapelle entdeckt.

1996 Die Ulrichskapelle wird erstmals baulich durch den Staat gesichert.

Die Ulrichskapelle

Diese Ulrichskapelle wird im Jahre 1480 von Pfarrer Sippl aus Waltersberg erstmals genannt. Der Heilige Ulrich war damals Wetterpatron der Pfarrei Waltersberg, er gilt auch als Fürsprecher aller Kranken. Daher fanden viele Bittprozessionen aus den Gemeinden um Waltersberg statt. Im Kirchenverzeichnis von Waltersberg ist die Kapelle mit S. Udalricus aufgeführt. Hat der Volksmund daraus St. Ulrich gemacht ??

In der Zeit des Protestantismus-Kalvinismus, also im 16. Jhd., wurde die Kapelle aufgelassen, sie verfiel, und aus den Steinen wurde die Mühle erweitert. Es blieb eine Ruine zurück, um die sich bald seltsame Geschichten ereigneten. (Siehe Sagen...)

Erst 1973 konnte nach großen Schwierigkeiten und durch die Leistungen eines Josef Zirngibl aus Regensburg, von Dekan Bartscherer aus Waltersberg eine neue Kapelle unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eingeweiht werden. Der neue Altar stammte aus der Kirche von Waltersberg und steht heute mit dem Altarbild im Schloß Hirschberg.

Im Jahr 2000 war die Kapelle wieder sehr verfallen, sie gehörte jetzt dem Staat, der sie nach dem Verkauf des Sipplmühl-Anwesens erworben hatte. Somit lag auch die Erhaltungspflicht beim Staat. Drei Jugendliche aus Deining säuberten den teilweise als Schafstall genutzten Raum und richteten die Kapelle wieder her. Bürgermeister Alois Scherer setzte sich dann dafür ein, dass Mittel vom Staat bewilligt wurden, mit denen 2003 ein neues Dach, Untermauerung des Gebäudes und ein Fußboden geschaffen wurde. Ein Zugang wurde durch den Bauhof der Gemeinde gelegt und ein Steg über den Zellerbach gebaut. Ein Kapellenverein wurde gegründet, um mit Spenden die Innenausstattung vorzunehmen.

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Lengenbach

Die Wallfahrtskirche Lengenbach gehörte mit zwei Wohngebäuden früher zur Gemeinde Oberbuchfeld.

Der Name

Der Name bedeutet einfach "zum langen Bach"

Die Lage

In einem anmutigen Tal unterhalb Oberbuchfeld. Zu erreichen ist die Wallfahrtskirche, in der auch viele Hochzeiten stattfinden, auf einer Asphaltstraße von Arzthofen her, oder über eine Forststraße, die gleichzeitig der Main-Donau-Wanderweg ist, von Höhenberg bei Neumarkt.

Die Geschichte

1694 Am 10.01. Eingabe des Johann Prant, Hirte von Oberbuchfeld, eine Martersäule am Lengenbach errichten zu dürfen. Am 08.07. begibt sich Pfarrer Baumgartner aus Deining nach Oberbuchfeld, um die Sache zu prüfen.

1742 Genehmigung einer Eremitage in Lengenbach, erster Eremit ist Johann Adam Sommer.

1757 Der Deininger Maurermeister Leonhard Preindl errichtet den heutigen Bau.

1762 bezieht der Eremit Rochus Buchner aus Pavelsbach die Eremitage und verpflichtet sich, der Jugend das Lesen und Schreiben beizubringen.

1768 Der Kunstmaler Johann Michael Wild aus Amberg fertigt das Deckenfresko und die Allegorien an der Emporebrüstung.

1770 Eine Kanzel mit reichem Schnitzwerk, ebenfalls von J.M. Wild entsteht.

1781 Am 01. Oktober feierliche Konsekration durch Weihbischof Felix von Stubenrauch.

1877 Erste Restaurierung durch Luxenhofer.

1894 200-Jahrfeier, - eine Gedenktafel hinter dem Hochaltar erinnert daran.

1931 Renovierung durch Fa. Schellinger und Schmer, München.

1952 Die Kirche erhält Stromanschluss und neue Fenster.

1956 Das vorher schiefergedeckte Dach wird mit verzinktem Schwarzblech eingedeckt.

1958 Mauerwerk und Außenputz werden erneuert.

1965 Ein neuer Fußboden wird verlegt, die Bänke werden repariert.

1968 Das Originalbild am Hochaltar wird von Hugo Preis restauriert und neu vergoldet.

1972 Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege zahlt 20.000 DM Zuschuss zur Innenrenovierung der Wallfahrtskirche. Ein neuer Glockenstuhl mit Läutewerk wird eingebaut.

1979 Eine neue Orgel von M. Mathis & Söhne, Näfels in der Schweiz wird am 29.04. geweiht.

1981 Seit über 30 Jahren ist Wendelin Götz Mesner in Lengenbach.

1994 Die Wallfahrt Lengenbach wird 300 Jahre alt. Ein neuer Volksaltar wird von Domprobst J. Pfeiffer eingeweiht.

2004 Wegen dringender Reparaturen baulicher Schäden wird die Kirche bis auf Weiteres geschlossen.

Die Kirche

Über die Entstehung der Kirche berichtet eine Urkunde des bischöflichen Ordinariats zu Eichstätt, dass dem Hirten Johann Prant aus Oberbuchfeld

"eines seiner Kinder plötzlich gelähmt worden,
sodaß man es wie einen Block heben und legen musste."

Da habe er sich zu Unserer Lieben Frau verlobt und verheißen, ihr zu Ehren eine Martersäule am Lengenbach zu errichten, wenn sein Knabe gesund würde. Kaum war das Gelübde getan, war der Knabe gesund.

Am 8. Juli 1694 begab sich Pfarrer Baumgartner von Deining nach Oberbuchfeld, um die Sache zu untersuchen und nach Eichstätt zu berichten. Daraufhin wurde eine kleine Kapelle erlaubt und errichtet, "hoch und rund wie eine Martersäule" heißt es in der Chronik.

Als die Wallfahrt dorthin zunimmt, entschließt sich 1762 Pfarrer Johann Zinckl die Kapelle zu vergrößern. Der Maurermeister Leonhard Preindl aus Deining errichtet von 1762 bis 1765 den heutigen Bau mit Eremitenwohnung und Sakristei. Am 1. Oktober 1781 wurde die Gnadenkapelle durch Weihbischof Felix von Stubenrauch konsekriert und 1869 bis 1880 gründlich renoviert.

Als erster Eremit errichtet Johann Adam Sommer im Jahre 1742 eine Eremitage in Lengenbach, die von "Gottes Gnaden Karl der Sibende, erwählter Römischer Kayser, zu allen Zeyten Mehrer des Reiches ..." genehmigt worden war. Ihm folgte 1762 der Eremit Rochus Buchner aus Pavelsbach, der sich verpflichtet, der Jugend das Lesen und Schreiben beizubringen. Ihm folgen Mesner im eigenen Mesnerhaus.

Heutige Kirche:

Der Bekannte "Portrait- und Historienmaler" Johann Michael Wild aus Amberg schuf 1768 das Deckenbild. Mariä Himmelfahrt ist umgeben von den vier Evangelisten und vier Medaillons mit Marien-Allegorien auf der Orgelempore. 1877 wurde durch den Maler Luxenhofer und 1931 durch Schellinger und Schmer aus München restauriert und 1968 durch den Kirchenmaler Hugo Preis aus Parsberg der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt.

1770 entsteht eine Kanzel mit reichem Schnitzwerk, ebenfalls von J.M. Wild aus Amberg.

Den Hochaltar schmückt das Gnadenbild "nach Art des Schnitzbildes", wie es einst in der Martersäule stand. Die Statue wurde offenbar hinter diesem mit zwei Scharnieren und Schlüsselloch versehenen Rahmen aufbewahrt. Sie ist jährlich am 1. Mai auf einem Außenaltar zu sehen.

Die Standbilder am Altar sind rechts Heilige Mutter Anna, außen Johannes der Täufer. Links der Hl. Joseph und außen Hl. Joachim.

Rechter Seitenaltar: Wahrscheinlich der Hirte Johann Prant aus Oberbuchfeld, dahinter der Patron der Bauern und für das Vieh, St. Wendelin. Unten die Wallfahrtskirche. Im Auszug (oben) St. Leonhard.

Linker Seitenaltar: St. Laurentius, der als Märtyrer auf dem glühenden Rost starb und als Sieger empfangen wird. Im Auszug der Jesuiten- und Missionsheilige Franz-Xaver.

Das ausdrucksstarke Kreuz gegenüber der Kanzel stammt von einem unbekannten einheimischen Künstler.

Der Kirchenraum hinten: Das Abschlussgitter wurde 1976 angebracht, nachdem im November 1975 25 Stück der teilweise sehr wertvollen Votivbilder gestohlen wurden und trotz polizeilicher Ermittlung nie wieder auftauchten. Beachtet werden sollte das im Jahre 1744 von einem ungarischen Leibhusaren des Regiments des Fürsten Esterhazy gestiftete Bild. Auch von dem Deininger Kirchenmaler Georg Lang ist ein Gemälde des heiligen Joseph vorhanden, die Jahreszahl ist jedoch nicht lesbar (18..). Hinten rechts eine neu gemalte Votivtafel von Karl Walter zur Erinnerung an die Geschehnisse der letzten Kriegstage 1945 um Lengenbach.

Die Orgel stammt von 1979 von der Fa. Mattes aus der Schweiz.

Das Lengenbachlied

  • So viel Tröpflein herab fallen von dem Himmel auf die Erd, so viel in dem Meer Korallen, sei Maria stets verehrt: Vergiß unser nit, das ist unsre Bitt, O Maria, verlaß uns nit.
  • So viel Blumen in den Gärten Bäumlein auf der Erde sein, sollen all zu Rednern werden, loben dich, Maria rein. Vergiß unser ...
  • Einen Kranz will ich dir winden, von den schönsten Blümelein, ganz mit Rosen ihn umwinden, in der Mitt Vergißnichtmein. Vergiß ....

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Leutenbach

Bis zur Eingemeindung mit Tauernfeld, Grassahof und Deining-Bahnhof selbständige Gemeinde

Der Name

Schreibweisen: Luittenbach, Lutebach, Leutenbeck, - mundartlich Laidnboch

Der Name Leutenbach wird auf einen Lutinbach (lauter, rauschender Bach) zurückgeführt.

Eine andere Deutung geht nach Ortsnamensforscher auf "Luitto" oder "leudo", auch "Liut" zurück, was einfach "Leute" oder "Volk" bedeutet. Demnach bedeutet Luitenbach ein Bach, an dem Leute siedeln.

Das Alter

Der Ort selbst wird 1129 erstmals urkundlich erwähnt, als hier ein Helenbert von Lutebach ein Schloss besitzt. Die Grundmauern dieses Schlosses sind heute noch im Keller des Anwesens Richard Bögerl zu sehen. Jedoch muss bereits in der Keltenzeit, ca. 800 Jahre vor Christus, hier eine Siedlung bestanden haben, wie Ausgrabungen im "Loh-Holz" vom Oktober 1903 beweisen. Es wurden damals Fußringe, Gewandnadeln aus Bronze, ein Bernsteinring, sowie Gefäße (Schüsseln und Töpfe) aus der Hallstattzeit gefunden, die jetzt im Völkerkundemuseum in München zu bewundern sind.

Die Lage

530 Meter hoch auf dem Juraplateau, zwischen Neumarkt (9 km) und Deining (2,5 km) gelegen. Trotzdem gibt es hier einen lehmigen, fruchtbaren Boden, der besonders nach einem Regen "sehr anhänglich" sein kann. Das Klima jedoch ist ziemlich rauh. Die kalten Nord- und NW-Stürme bringen im Winter mit viel Schnee und großen Schneeverwehungen schon Probleme. Oft war der Ort völlig von der Außenwelt abgeschnitten, wenn von den Zäunen nur noch die Spitzen herausragten. Dann stampften die Pferde bis zum Bauch im Schnee und die Post kam nur alle zwei bis drei Tage.

Auch der Frühling lässt in der Regel auf sich warten. Während die Leute in Deining unten schon "garteln", ist das hier oben vor Ende April kaum möglich. Und auch dann heißt es aufpassen auf Nachtfröste. So ist dies nicht gerade eine Obstgegend. Doch die Wälder ringsum laden im Sommer zu schönen Spaziergängen auf schattigen Waldwegen ein. Dabei trifft man im "Wiestal", am Ende des Heiligenberges (Winterleite) auf die Quelle des Leitenbaches, der dann süd-ostwärts zur Weißen Laber fließt. Das Wasser ist sehr sauber und wurde früher über einen Hochbehälter als Trinkwasser genutzt. Eine zweite Quelle ist an der "Sommerleite" im SO der Ortschaft. Sie speist den Dorfteich und wird "Kühbrunnen" genannt, da das Wasser nicht so einwandfrei ist, besonders nach Regenzeiten.

Aus der Geschichte:

1129 Ein Helenbert von Lutebach wird urkundlich erwähnt als Zeuge bei der Errichtung des Klosters Ensdorf.

1138 wird ein Friedrich von Lutebach und

1156 ein Otto von Lutebach als Oberpfälzer Ritter erwähnt.

1195 auch noch ein Otto von Lutenbach

1334 verkauft Ulrich und Konrad von Rohrenstatt an Heinrich dem Hofer einen Hof zu Leutenbach, der "frey unvogtbar Eigen" war

1335 verkauft ein Volkholt von Thann seine Besitzungen zu Leutenbach und Tauernfeld an das Kloster Seligenporten

1343 Erste Nennung einer Kirche in Leutenbach durch den Verkauf der Kirchensätze und des Zehent an den Deutschorden durch Braun von Hohenfels

1360 In Erbfolge: Heinrich der Leutenbeck

1387 sowie Erhard von Leutenbeck

1396 ihm folgt Diepold von Leutenbeck, er war Pfleger zu Velburg

1403 sowie Marquart von Leutenbeck

1421 verkauft Ulrich Hofner den Hofnerhof ohne Genehmigung des Pfalzgraf Johann. Der nahm ihm daraufhin den Hof weg und schenkte ihn 1426 dem Kloster Gnadenberg

1446 ein Hans von Leutenbach ist Altarist in Neumarkt

1452 erhält die Stiftung "Das reiche Almosen", 1330 gegründet, von Michael Mirtens zwei Gulden aus einem Gut bei Leutenbach

1480 wird ein Hanns von Leutenbach als Schöffe in Neumarkt genannt. Später wurde er Gerichtsherr und um 1504 Bürgermeister in Neumarkt

1504 Die Leutenbecker lassen sich endgültig in Neumarkt nieder. Das Schloss mit fünf Höfen geht in den Besitz der Ittlhofer aus Deining über

1505 Leutenbach wird infolge des Landshuter Erbfolgekrieges von den Nürnbergern besetzt. Der Ort leidet große Not. Das Schloss in Leutenbach und die Burg in Deining werden niedergebrannt

1542 Einführung der Reformation

1544 Die Ittlhofer weigern sich den evangelischen Glauben anzunehmen, sie wandern nach Österreich aus und verkaufen ihre Güter an Kurfürst Friedrich

1562 wütet die Pest, viele Einwohner sterben

1611 wurde ein Hof zu Leutenbach vom Kloster Seligenporten an Gnadenbach übergeben

1625 Wiedereinführung der katholischen Religion

1627 Im 30-jährigen Krieg brennen die Schweden etliche Häuser nieder. Die Kirche wird als wüst und leer beschrieben. "Statt des Altars ein leerer Tisch, die Soldaten haben die Fenster zerbrochen und die Wände durchlöchert."

1644 wird die St. Martin-Kirche renoviert

1670 Die Pfarrei Tauernfeld wird aufgelöst. Leutenbach wird eine Filiale von Deining

1710 Das ganze Dorf brennt ab!

1781 Die neu gebaute Kirche St. Martin wird durch den Weihbischof Felix von Stubenrauch aus Eichstätt konsikriert

1796 Das Gemeindegebiet ist erneut Kriegsschauplatz

1804 Der Ort zählt nur noch 117 Personen

1822 Im Ort sterben 30 Leute an Typhus. Auch in Siegenhofen und Unterbuchfeld gibt es Tote

1834 In Leutenbach, "dass schon vor 1644 eine Wallfahrt ist," wird am Sonntag nach Martini eine Pferdesegnung vorgenommen

1863 Im Mai, nachts um 24 Uhr, brennt das Anwesen des Wagners Michael Lang nieder. Wegen völliger Windstille entstand kein weiterer Brand

1875 lebten in Leutenbach 173 Personen in 32 Häusern

1879 Am 24. Mai wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet

1894 Ankauf einer Handdruckspritze für die Feuerwehr

1899 Eine Friedhofsordnung wird vom Gemeindeausschuss aufgestellt

1905 Montag vor Karfreitag um 4 Uhr früh bricht Feuer aus. Der Wind fegt brennende Strohbüschel durch die Luft und legt das halbe Dorf in Asche. (Danksagung Bürgermeister Schrafl, Bd. 44)

1911 Bau einer Wasserleitung, einer der ersten im Bezirk.

1929 Ein Schulhaus wird gebaut, erster Unterricht am 16. November.

1934 Zu Weihnachten erstes elektrisches Licht in Leutenbach. Ein Scheunenbrand beim Anwesen Scherer, Hs.Nr. 7, greift auf das Wohnhaus über.

1939 Der zweite Weltkrieg. Von Leutenbach werden 42 Mann eingezogen, 15 sind gefallen, 8 gelten seit Ende des Krieges als vermisst und 19 kamen wieder.

1941 Die Glocken der Kirche werden zum Einschmelzen für Kanonen abgenommen.

1945 Das Dorf liegt unter amerikanischem Artilleriebeschuss, nachdem tags zuvor eine SS-Einheit abgezogen war.

1948 Der Kunstmaler Sigmund Spitzner aus Parsberg wird beauftragt, das Deckengemälde der Kirche zu restaurieren. Er erhält dafür 3500 Mark in Geld und für 500 Mark Naturalien.

1949 Bau der Verbindungsstraße Deining – Leutenbach.

1950 Das Geläut der Kirche erhält zwei neue Glocken. Im Juni Priesterweihe von Josef Pfeifer aus Leutenbach.

1951 Die Kirche erhält die dritte Glocke von 9 Ztr.,15 Pfd. Für 3100 DM.

1954 Ein neuer Hochbehälter mit 100 cbm wird für 9000,- DM gebaut.

1955 Ein neues Leichenhaus wird gebaut.

1958 Die Flurbereinigung beginnt, es werden u.a. 8 Kilometer Straßen angelegt und geteert.

1962 Werden durch den Maler Walter Scheidemandel aus Parsberg frühgotische Fresken in der Kirche freigelegt und konserviert.

1969 Mit Deining wird vom Gemeinderat die Gründung der Sengenthaler Gruppe als Zweckverband für die Wasserversorgung beschlossen

1972 Die Schule Leutenbach wird geschlossen. Das Schulhaus 1973 verkauft. Die Kinder gehen nach Deining zum Unterricht. Für die Kirche wird um 3.575 DM ein Harmonium angeschafft.

1973 Der Außenputz der Kirche wird erneuert und ein Kriegerdenkmal durch Josef Pfeiffer aus Eichstätt eingeweiht.

1975 Richtfest am Feuerwehrgerätehaus. Die beiden Dorflinden, 250 bis 300 Jahre alt, werden gefällt.

1976 Es herrschen "Jagdkriegs-Szenen" bei der Vergabe der Jagd in Leutenbach: Telefonterror, Notdurft vor der Haustür, Giftanschlag im Stall, usw.

1978 Am 1. Mai Eingemeindung von Leutenbach in die Großgemeinde Deining. Der letzte Bürgermeister war Franz Seitz.

1979 Zusammen mit Deining wird das 100 jährige Gründungsfest der FFW gefeiert.

1981 Einführung von Straßennamen und neuen Hausnummern. Die Kirche wird renoviert, der barocke Altar wird durch Fa. Fromm aus Parsberg nach Restaurierung als Seitenaltar neu aufgerichtet.

1982 Nach 20-jähriger Pause findet wieder ein Martiniritt mit Pferdesegnung statt.

1986 Gründung des OGV Leutenbach.

1989 Neugestaltung und Einweihung des Kinderspielplatzes – Fahnenweihe der FFW Leutenbach.

2004 125 Jahrfeier der FFW Leutenbach-Tauernfeld-Deining Bahnhof mit großem Festzelt am Sportplatz, Festschrift, Festzug durch den Ort und Besuch des stellvertretenden Bayer. Ministerpräsidenten und Innenministers Günther Beckstein. 

Die Kirche in Leutenbach

Katholische Filialkirche St. Martin.

Frühgotische Chorturmanlage, 1946 nach Westen verlängert. Renovierung 1983/84. – Turm mit Zeltdach, im Erdgeschoss der quadratische Chor mit Kreuzgratgewölbe. An den Wänden des Chors spätgotische Fresken: Umfangreicher Passionszyklus, wohl aus der 1. Hälfte des 15. Jhd., 1961 von Walter Scheidemandel freigelegt und ergänzt. Flachgedecktes Langhaus mit Deckenfresken von Adalbert Spitzner, 1948. –

Altar um 1700, Aufbau mit zwei gewundenen Säulen und Rankenwerk, Altarblatt von Koller, Ende 19. Jhd.

Gemälde, hl. Martin, in reichgeschnitztem Akanthusrahmen, Anfang 18. Jhd.

Eine Besonderheit:

In der Leutenbacher Kirche, einem frühgotischen Bau, der St. Martin geweiht ist, erwartet den Besucher eine Überraschung besonderer Art. Vor etlichen Jahren wurden während einer Renovierung der Kirche unter dem alten Putz eine Reihe hochinteressanter, frühgotischer Fresken entdeckt, die vor ca. 500 bzw. 700 Jahren entstanden sind. Das Landesamt für Denkmalpflege ließ diese Gemälde eines bisher unbekannten Malers sorgsam freilegen und schadhafte Stellen durch den Kunstmaler Scheidemandel aus Parsberg ausbessern. So können wir diese alten Fresken zum Teil noch in ihren ursprünglichen Farben bewundern.

Direkt an der Wand hinter dem Altar kam unter dem zweiten Putz eine frühgotische Kreuzigungsgruppe zum Vorschein. Nur von einem Rankenmotiv unterbrochen, sehen wir darunter auf der linken Seite Christus mit dem Kreuz auf dem Weg nach Golgotha, rechts die schmerzhafte Mutter mit dem Apostelkreuz. An den beiden Seitenwänden ist Christus am Ölberg und Christus vor Pilatus, die Geißelung und die Dornenkrönung, sowie die Grablegung und der Wächter am Grabe Christi dargestellt. Romanisch und über 700 Jahre alt ist das Apostelkreuz, das unter dem ersten Putz der Kirche verborgen war.

Während diese wundervollen Fresken unter dem Steingewölbe des Turmes geschützt waren, hatte ein anderes Fresko, das St. Martin, den Patron der Leutenbacher Kirche darstellte und sich an der Längswand des Kirchenschiffes befand, durch die Witterungseinflüsse – als das Gotteshaus während des 30-jährigen Krieges lange Zeit Wind und Wetter offen stand – so schweren Schaden genommen, dass eine Restaurierung desselben nicht mehr lohnte. Alle anderen Fresken dagegen haben diese Zeit ohne nennenswerten Schaden überstanden.

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Mittersthal

Bis zum 30.04.1978 selbständige Gemeinde mit dem Ortsteil Waltershof

Die Lage

Mittersthal liegt mit 545 Metern auf der Hochfläche des Jura, hufeisenförmig um den alten Dorfbrunnen, der unterhalb der Kirche St. Matthias an den Hängen des Fallgrabens entspringt und mitten durch ein Tal führt. Dieser Brunnen versiegt nie und führt auch in den trockensten Sommern Wasser. Die beiden Teile des Ortes werden "Sommergass" und "Wintergass" genannt.

Der Name

Die alten Schreibweisen gehen von Muterstal über Mütterstall oder Mieterstall bis Mitterstahl. Im Jahre 1956 wird der Name durch einen Beschluss des Bayerischen Staatsministerium des Inneren auf Mittersthal festgelegt. Nach Federhofer geht die Bezeichnung Muterstall auf "Maultierstall" zurück und lässt vermuten, dass an der um 1700 hier vorbeiführenden "Alten Straße" Maultiere zu mieten oder zu kaufen waren, die damals als Last- und Zugtiere dienten. Wahrscheinlich wurden sie auch hier gezüchtet.

Die Geschichte

1322 Heinrich der Loter verkauft eine Hofstatt aus Mutrestal an den Spitalmeister Heinrich von Seligenporten und braucht dazu die Einwilligung des Albrecht von Ittlhofen. (Regesta Boica 6,99)

1403 Mittersthal gehört zur Burg Niedersulzbürg.

1420 Der Kirchenbau für St. Matthias beginnt.

1426 Das "Zehent" von Deining und Mittersthal gehen an die Herren von Heideck.

1542 Einführung der Reformation in Mittersthal.

1545 Bericht von einer Mühle zu Mittersthal, Besitzer war Linhard Sambt.

1548 Vom Landesherren werden lutherische, später auch kalvinistische Geistliche eingesetzt.

1559 hat sich Hans Dietl von Mitterstahl auf dem Weg von Pyrbaum nach einer Meldung "mit dem Pferd zu todt gestoßen."

1560 Bei einer Kirchenvisitation wird vermerkt, dass noch ein Kelch und zwei Messingleuchter vorhanden sind.

1595 In den Verkaufsurkunden der Ittlhofer ist auch Mittersthal aufgeführt.

1625 Wiedereinführung der kath. Religionsausübung.

1627 Eintrag im Kirchenbuch: "Die Kirche gleicht einem nackten Stall, sie hat nur einen leeren Tisch."

1629 "Die Kirche ist baufällig, an Uttensilien nichts."

1634 Die Schweden brennen in Mittersthal einige Gebäude ab.

1637 Im Bereich des Magister Georg Dorn werden zinspflichtige Bürger genannt.

1670 In einem Bericht des Schultheißenamtes Neumarkt, muss Pfarrer Martin Dollinger aus Mittersthal neben seiner Pfarrei noch Tauernfeld, Siegenhofen, Leutenbach, Ober- und Unterbuchfeld, sowie das gräflich-Tyllische Helfenberger Dorf Kleinalfalterbach betreuen.

1671 leben in der Gemeinde 189 Einwohner in 46 Familien und 38 Häusern.

1688 Visitationsbericht aus der Schulgeschichte in Eichstätt: "Weder Schule noch Lehrer, Ort groß und bevölkert, auch kein Meßnerhaus, bei der Jugend handgreifliche Unbildung und Unwissenheit. Der Meßner ohne Bildung, geringe Besoldung, von der Gemeinde 8 Metzen Korn und Läutgarb."

1700 Eine Altstraße führt von Neumarkt über Deining, Mittersthal, Finsterweiling, Waldhausen, Eichen- hofen, Parsberg, Mausheim, Beratshausen, Laaber, Nittendorf nach Regensburg.

1709 Johann Friedrich Franz von Löwenthal fertigt eine Flurbeschreibung von "Mittertahl".

1836 Im Siegel der Kirchengemeinde steht der Name Mitterstall.

1860 Errichtung und Benediktion des Friedhofes mit Kapelle.

1862 Die Kirche erhält zwei neue Altäre aus der Pfarrkirche in Neumarkt. Der Eichstätter Bischof gestattet die Aufbewahrung des Allerheiligsten in der Filialkirche

1871 Das Gemeindehaus wird "durch Windsturm auf dem Dache ganz ruiniert." Es wird beschlossen, Schaubstroh, Ziegelsteine, Taschen und Kalk anzukaufen.

1872 beherbergt Mittersthal 15 Familien von Eisenbahnarbeitern.

1876 Für 600 fl wird eine "Feuerlöschmaschine" von Justus Braun in Nürnberg angeschafft.

1879 Die Freiwillige Feuerwehr Mittersthal wird gegründet.

1900 Im Mai des Jahres beginnt Kirchenmaler Georg Lang aus Deining mit der Ausmalung der eingerüsteten Kirche. Er stürzt mehrere Meter tief ab. Er stirbt am 25. Mai, morgens um halb sieben Uhr in Folge der Verletzungen und wird am 27. Mai in Deining beigesetzt.

1901 Mittersthal wird als Miteigentümer am Schulhaus Deining ins Grundbuch eingetragen.

1903 Für die Kirche wird eine neue Turmuhr angeschafft. Am 5. Juli empfing Johann Babtist Braun als bisher einziger Mittersthaler die Priesterweihe. Er starb 1944 in Gersdorf bei Weißenburg.

1904 Restaurierung der Altäre durch Maler Haltes aus Regensburg.

1906 Die Gemeindegrenzen werden neu festgelegt.

1929 Die neuen Glocken (a-h-g) treffen auf dem Bahnhof in Deining ein und werden vom Kooperator Knör geweiht.

1947 Die Flurbereinigung wird mit Deining, Unterbuchfeld und Harenzhofen durchgeführt.

1950 Die Kirche erhält einen neuen Außenputz.

1955 Weihe des Kriegerdenkmals und Segnung der Feuerlöschgeräte.

1956 Der Name des Ortes wird vom Bayerischen Staatsministerium des Innern auf Mittersthal festgelegt.

1957 Bau eines eigenen Schulhauses in Mittersthal.

1965 Das Kirchendach wird erneuert und eine elektrische Läutemaschine angeschafft.

1971 Michael Meier wird zum Bürgermeister gewählt. Er löst Josef Meyer ab. Der Friedhof wird um 82 Grabstellen erweitert.

1973 Das Schulhaus wird verkauft. Die Kinder wieder in Deining eingeschult.

1974 Ein neues Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen beider Weltkriege wird geweiht.

1975 Die Wasserversorgung wird an die Sengenthaler Gruppe angeschlossen.

1978 Mittersthal gibt durch Beschluss des Gemeinderates die Selbständigkeit auf und wird in Deining eingemeindet.

1986 wird der OGV Mittersthal gegründet.

1988 Ein Kinderspielplatz wird in Mittersthal eingeweiht.

1991 Agnes Stiegler wird deutsche Kickbox-Meisterin und im Oktober bei der WM zweite.

1997 Einweihung des Feuerwehrhauses, ab diesem Jahr finden Weinfeste im Stadel des "Beddlbauern" mit Wahl einer Weinkönigin statt.

2004 125 Jahrfeier der FFW Mittersthal mit Festschrift und Festumzug, 100 Gruppen mit sechs Kapellen. 

Die Kirche

Kath. Filialkirche St. Matthias, von dem es heißt: "Mattheis bricht’s Eis."

Chorturmanlage des frühen 15. Jhd., später mehrfach umgestaltet. Innen 1979/80, außen 1984 restauriert.

Turm mit Zeltdach, im Erdgeschoss eingezogener, quadratischer Chor mit Kreuzgratgewölbe. Schiff mit Flachdecke.

Ausstattung: Hochaltar um 1700, Aufbau mit zwei gewundenen Säulen und Seitenfiguren des Hl. Petrus und Paulus. Altarblatt: Hl. Matthias von Georg Halter 1903 (signiert und datiert). Seitenaltäre Mitte 18. Jhd., stammen angeblich aus der Hofkirche in Neumarkt. Säulenbaldachin-Aufbauten, links mit Altarblatt der Muttergottes von Halter 1912, und Wappen der Neumarkter Gansbrauerei; am Antependium Akhantusranken und bemaltes Medaillonrelief mit schlafendem König David, um 1700.

Im Jahr 1900 war der Deininger Kirchenmaler Georg Lang von der Kirchenstiftung beauftragt worden, die Decke der Kirche neu auszumalen. Sie war geweißt und eingerüstet worden. Ob dieses Gerüst einbrach, oder der Meister durch einen Fehltritt vom Gerüst fiel, ist nicht bekannt. Jedenfalls fiel er mehrere Meter tief auf den harten Steinboden. Am 25. Mai, morgens um halb sieben Uhr, verstarb er an den Folgen dieses Sturzes und wurde am 27. Mai 1900, morgens um 10 Uhr auf dem Deininger Friedhof beigesetzt (Siehe Broschüre zum 100. Todestag von Georg Lang, Deining 2000)

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Oberbuchfeld

Bis 1. Januar 1976 mit den Orten Arzthofen, Lengenbach, Rothenfels und Thannbügl selbständige Gemeinde.

Der Name

Schreibweisen: Pochuelt, Pochfeldt, Buchfelt. Die Ortsnamensforscher legen den Name Buchfeld aus als eine Siedlung zum Feld, oder am Wald, wo viele Buchen standen.

Die Lage

Von Deining aus erreicht man Oberbuchfeld, wenn man die Velburger Straße in Richtung Autobahn fährt. Nach dem Anstieg am Sportplatz biegt man vor Siegenhofen in einer scharfen Rechtskurve nach links ab, durchquert den Ort und erreicht nach ca. 1 km das auf dem Jura-Hochplateau gelegene Dorf Oberbuchfeld.

Die Geschichte

1186 Kirchenweihe St. Jakob durch Bischof Otto.

1246 Verschiedene Adelige mit Besitztum in Buchfeld genannt, bis 1376.

1359 Das Kloster Waldsassen besitzt eine Hofstatt zu Oberbuchfeld, die es vormals von einem Ulrich von Buchfeld erhielt.

1372 verkauft Heinrich von Loterbeck von der "Heinrichsbürg" ein Gut zu Oberbuchfeld.

1492 Heinrich Hartlieb schenkt 5 Metzen Korn aus seinem Gut in Oberbuchfeld jährlich der Liebfrauen- Messe bei St. Johannes in Neumarkt.

1504 Die Nürnberger plündern im Landshuter Erbfolgekrieg die Ortschaft Oberbuchfeld.

1511 Phillip Truchseß von Ballersheim stiftet eine Jahresmesse zu 100 Tagwerk.

1542 Einführung der Reformation.

1544 Die Ittlhofer verkaufen nach ihrer Emigration auch Gründe in Oberbuchfeld.

1558 Die Zeit der Religionswirren: Das Dorf wird zwischen 1558 und 1625 zu einem sechsmaligem Glaubenswechsel gezwungen.

1559 Ein Kircheninventar wird aufgenommen.

1574 Leonhard Tanner verkauft die Taverne mit allen Rechten und Gerechtigkeiten an Hans Roßkopf.

1597 "Wird Leonhard Lang von Oberbuchfeld, Zimmermann und Metzger, durch Jörg Greiß von Unterbuchfeld mit einem Federspieß geschlagen, dass er nach sieben Tagen starb."

1625 Wiedereinführung der kath. Religion

1627 Aus Eichstätter Chronik: "Die Kapelle ist ganz demoliert, oben kein Boden und unten kein Pflaster, hat nichts als zwei Glocken, keine Sepuktur, kein Gottesdienst, kein Mesner." Am 10. Mai verkauft das Ehepaar Georg Thonauer die Taverne von Oberbuchfeld an Christoph Wolf zu Neumarkt und seine Ehefrau Barbara aus Berg. Im Vertrag heißt es: "Die von unserem freundlichen und lieben Vater und Schweher Georg Thonauer erblich überkommene Taverne zu Oberbuchfeld mit der jährlichen Gift und den Traidtschulden, also fünf Metzen Korn und fünf Metzen Haber, Neumarkter Maß, welche jährlich zu Michaeli fällig sind, zwei Gulden Zins, ein Weihnachtswecken, eine Fastnachtshenne wie auch die Handlangengerechtigkeit an den wohlgeachteten Hans Christoph Wolf, Bürger zu Neumarkt und seine Frau." Zeugen dieses Vertrags waren Georg Ulrich Eisenreich, Schultheiß zu Neumarkt, sowie Lorenz Herdegen und Hans Sporrer aus Neumarkt.

1637 Pfarrer Georg Dorn aus Deining stellt ein Register über "den jährlich geldt Zins auf der Filial Oberbuchfeld" zusammen. Danach waren Georgius Lechner, Stephan Latzhammer, Christoph Lechner, Peter Otth, Wolff Graser, Hanß Wirger und Max Kaiser zinspflichtig und hatten außer Geld jeder einen "käß" zu geben. Nur der Wirt allein war frei.

1644 Überschlag der Reparatur der Kirche zu 126 fl.

1651 Pfarrer Matthäus Dollinger aus Deining lässt die Seelen der Pfarrei zählen. In Oberbuchfeld werden 33 ältere Leute, ein junger Bursche und 20 Kinder gezählt.

1671 lebten 26 Familien mit 130 Menschen in 23 Häusern in Oberbuchfeld.

1694 Am 10. Januar Eingabe des Hans Prant, Hirte von Oberbuchfeld, eine Martersäule am Lengenbach errichten zu dürfen.

1700 Eine Altstraße führt von Neumarkt über St. Helena, Oberbuchfeld, Lengenfeld nach Velburg.

1723 wird von Johann Christian Pöhl der Altar in Oberbuchfeld gemalt. Stifter sind die Familien Fink, Scherer und Ott.

1801 Am 22.1. wird der adelige Sitz in Oberbuchfeld an Margarethe Yberl zu Lengenfeld verkauft

1803 werden die Gemeindegründe Brunnberg, Gewayda, Bügl und Schardenanger unter den Gemeindemit- liedern aufgeteilt.

1810 Führt Michael Yberl die Tafernwirtschaft und wird "Sitzherr" genannt.

1842 verkauft die Witwe, Eva Yberl, das Sitzanwesen an ihre Verwandte im Bräuhaus Lengenfeld.

1848 Eine neue Glocke wird geweiht. Sie kostete 28 Gulden und 9 Kreuzer und wurde auf den Namen "Martha" getauft.

1855 wird Johann Babtist Mößl in Oberbuchfeld Nr. 21 geboren. Am 21.12.1879 wurde er zum Priester geweiht, wirkte in Pleinfeld, Raitenbuch, Praunfeld und Kirchbach. Als Pfarrer wirkte er auch fast 30 Jahre in Waltersberg, wo er am 18. Juni 1917 starb.

1865 Am 18.07. fährt ein Blitz in die Scheune des Bauern Zitzer. Das Wohnhaus und zwei Nachbarhäuser brennen ab. Das nimmt sich Johann Blomenhofer so zu Herzen, dass er sich im Dorfbrunnen ertränkt.

1870 hat Oberbuchfeld 31 Häuser, 43 Familien und 189 Einwohner.

1877 Zwei weitere Glocken von Johann Anton Spannagel aus Regensburg werden angeschafft.

1879 Die "Distriktstraße" Siegenhofen – Oberbuchfeld – Unterbuchfeld – Velburg wird gebaut.

1901 Am 30.06. brennen durch Blitzschlag zwei Wohnhäuser mit Stadeln ab.

1947 Ein Erweiterungsbau für die Kirche wird beantragt, "da sie am Sonntag kaum mehr für die Kinder ausreicht."

1952 Der Friedhof und ein neues Leichenhaus werden geweiht.

1957 Die Einweihung der Wasserleitung wird mit einem "Wasserfest" gefeiert.

1962 Die Kirche wird umgebaut: Von 8 m Länge und 6 m Breite auf 17 m Länge und 11 m Breite. Einweihung am 6. August 1962 durch Bischof Josef aus Eichstätt. Architekt Hanns Meier, Neumarkt, Pfarrer und Initiator: Matthias Breindl aus Deining.

1964 Anschaffung einer neuen Glocke und einer Läutemaschine mit neuem Glockenstuhl.

1972 Ein neues Kriegerdenkmal wird errichtet.

1974 Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr, gestiftet vom Jagdpächter.

1975 Nach dem plötzlichen Tod von Bürgermeister Thomas Stiegler beschließt der Gemeinderat den Anschluss an die Großgemeinde Deining zum 1. Januar 1976.

1976 Zwei Beile aus der Bronzezeit werden vom Bauern Fink gefunden und dem Heimatmuseum in Neumarkt übergeben. Geschätztes Alter ca. 3500 Jahre.

1980 Straßennamen und neue Hausnummern ersetzen die alten Hausnummern. Ein Burschenverein wird gegründet

1985 Ein neues Wegekreuz wird am Weg "zum G’stocker" durch Pfarrer Brems eingeweiht.

1988 Der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Oberbuchfeld wird gegründet.

1989 Ein neues Feuerwehr-Gerätehaus wird eingeweiht.

1990 Der Burschenverein feiert seine Fahnenweihe, Pfarrer Brems weiht die neue Orgel der Filialkirche.

1994 Die FFW Oberbuchfeld feiert ihr 100jähriges Gründungsfest.

1997 Priesterweihe und Primiz von Albert Ott aus Oberbuchfeld (Hs.Nr. 19), Priesterweihe am 28. Juni 1997, Nach Kaplanstellen in Pleinfeld und Roth ist er seit 2000 Pfarrer von Pölling und seit 2003 zusätzlich Landvolkpfarrer.

2001 findet ein "Wasserfest" nach Neubau der Versorgungsleitungen und Hochbehälter statt.

Die Kirche:

Katholische Filialkirche St. Jakobus Maior

Gotischer Chorturm einer ursprünglich romanischen Anlage, 1961/62 mit neuem Schiff in angepassten Formen versehen. Restaurierung außen 1981, innen 1986/87.

Im Turm mit Zeltdach der eingezogene, quadratische Chor mit abgefasten Kreuzrippen.

Hochaltar um 1700: Aufbau mit glatten und gewundenen Säulen und rahmendem Rankenwerk, im Mittelfeld Relief des Hl. Jakobus, seitlich Figuren des hl. Petrus und Paulus. – Seitenaltäre neuromanisch.

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Pirkach


Pirkach

Früher Ortsteil der Gemeinde Großalfalterbach

Die Lage des Ortes

Auf einem Juraplateau, in südlicher Richtung von Großalfalterbach gelegen, treffen wir auf die kleine Ortschaft Pirkach. Der Name stammt offensichtlich von dem Begriff "Birke" ab. In einer alten Beschreibung des Schultheißenamtes Neumarkt heißt es auch: "Pikren, oder von dem Pirkenwalde genannt, gehörte der Familie Pilgram von Eib, die sich lange Zeit in Neumarkt aufhielt und endlich nach Nürnberg wanderte."

Geologisches aus dieser Gegend

In den Überdeckungslehmen der Gegend um Pirkach sind häufig sogenannte Bohnerze eingelagert, das sind unregelmäßige Eisenerzgebilde, die mehr als faustgroß werden können.

Auf diese Bohnerze stoßen wir auch im Forst zwischen Seubersdorf und Batzhausen, sowie im sogenannten "Laubhoz" westlich von Daßwang und bei Arzthofen. Sie sind in der Geologischen Karte vermerkt. Bei den letztgenannten Orten vermutet man, dass die Bohnerze dort in frühgeschichtlicher Zeit sogar abgebaut wurden. Südlich von Pirkach lagen einst die "Grubenäcker", doch ist diese Stelle, die dem Abbau gedient haben könnte, heute nicht mehr auszumachen. Allerdings befindet sich nicht weit davon entfernt, in einem Waldstück westlich von Körndlhof das "Silberholz" geheißen, etliche Erdtrichter, die des öfteren mit dem Bohnerzabbau in vergangenen Jahrhunderten in Verbindung gebracht werden.

Die Geschichte in Zahlen

1480 Visitationsbericht des Generalvikars Vogt aus Eichstätt: "Pirkach mit Kirche St. Johann Babtist, Filiale von Batzhausen, zur Herrschaft Holnstein gehörig ..."

1540 Einführung der Reformation durch die churpfälzische Regierung in Amberg (Amt Holnstein).

1541 Hans Adam Wiespeck kauft ein Pfarrlehen zu Batzhausen.

1549 Pirkach wird halb holnsteinisch nach Alfalterbach gepfarrt, halb Wiespeckisch nach Batzhausen.

1579 Neuburgischer Visitationsbericht: "eingepfarrt Pirkach, altpfälzisch, zum Gericht Holnstein gehörig, sind zum Examen erschienen (weil kalvinistisch). Hat Pfarrer den Pfleger (Amtmann) gebeten, er solle sie dahin anhalten. Welcher aber gesagt, er könne sie nicht nötigen. Kommen auch nur zu hohen Fest- tagen zur Predigt."

1604 Drei Besitztümer nach Altfalterbach gepfarrt, wohin sie auch den Zehent geben.

1625 Wiedereinführung der katholischen Religionsausübung durch Tilly.

1626 Beschreibung des Pfarrer Mader: Kirche Pirkach mit Patron S.J.Babtist total zerstört.

1639 Visitationsbericht aus Eichstätt: "Johannes-Kapelle in Pirkach eingefallen."

1656 Nach dem Salbuch von Kloster Seligenporten zahlen drei Höfe in Pirkach Abgaben an das Kastenamt in Neumarkt.

1670 Der Pfarrer von Batzhausen bezieht als Gehalt: 150 fl; 100 Metzen Getreide; Großzehent von Pirkach.

1672 berichtet Pfarrer Oeller: "Pirkach hat 14 Familien, darunter sind drei Haushalten, die nach Großal- falterbach gehören. In diesem Ort war vor Zeiten eine Kapelle gewesen, aber ganz eingefallen, da die Untertanen ihre Zinsen müssen nach Holnstein reichen."

1700 Eine Altstraße führt von Neumarkt, zweigt bei Höhenberg ab, über Kleinalfalterbach, Pirkach, Frei- hausen, Riedhof nach Staufersbuch.

1724 Neubau des "bisher öd gestandenen Kirchleins" zu Pirkach durch Pfarrer Kaspar Harburger, der von 1723 bis `48 Pfarrer in Batzhausen war.

1726 Am 24. Juni Konsekration der Kirche und des Friedhofs. Begräbnisse sind gestattet, Gottesdienste sind aber in Batzhausen zu halten.

1728 Im Jahr werden sechs Gottesdienste in der Kirche Pirkach gestattet.

1929 Verheerendes Großfeuer in Pirkach – 4 Wohnhäuser und 5 Scheunen werden eingeäschert.

1974 In der Kirche wird eingebrochen, der Kreuzweg und ein Marienbild geraubt.

2003 Die Kanalisation wird durchgeführt, danach werden alle Straßen neu asphaltiert.

Pirkachs "Eiserner Vorhang"

Aus einem Aufsatz der Monika Schneider, Pirkach (ohne Datum)

... Besonders interessant ist der Ort in kirchlicher Hinsicht, ist doch Pirkach geteilt. Die Grenze zwischen den beiden Ortsteilen bildet die Straße. Dieser Zustand geht zurück auf die Zeit nach der Reformation, wo die einzelnen Landesfürsten je nach der religiösen Einstellung die Pfarreien mit den dazugehörigen Ortschaften willkürlich teilten. Vor der Reformation war Pirkach eindeutig pfarrlich zu Batzhausen gehörig. Danach ist Pirkach halb nach Holnstein (Tilly) gehörig, halb Wiespeckisch nach Batzhausen gehörig.

1952 schreibt Pfarrer Josef Griesbauer im "Neumarkter Tagblatt":

"Als eine Kuriosität, die wohl einzig dasteht, sei hier noch vermerkt, dass Pirkach einen eigenen Friedhof besitzt. In dem aber nur die Ortsbewohner beerdigt werden, die pfarrlich nach Batzhausen gehören, während jene Pirkacher, die zur Pfarrei Großalfalterbach gehören, an ihrem eigenen Friedhof vorbei gefahren werden zum Begräbnis im Friedhof Großalfalterbach. Wieder ein Grund mehr, endlich einmal eine vernünftige Lösung zu treffen und den sinnlosen "Eisernen Vorhang" zu beseitigen, durch den die Ortschaft Pirkach in zwei Teile auseinander gerissen ist."

Die Spaltung – Aus Neumarkter Tagblatt vom 21.12.1951, Autor nicht genannt.

Die Spaltung erscheint zum ersten Male 1549 in einem vorstehend erwähnten Bericht. Und zwar nach einer landesherrlichen Teilung zwischen Wiespeck und Holnstein. 1579 ist die landesherrliche Trennung wieder aufgehoben, dagegen bleibt die pfarrliche Trennung weiter.

Man kann das nun so erklären: Hans Adam Wiespeck, Sohn des Georg Wiespeck, der für seine Feldherrendienste im Landshuter Erbfolgekrieg mit dem Amt Velburg belohnt wurde (1507), hat entweder mit dem Batzhauser Pfarrlehen auch Pirkach mitgekauft, oder in den nächsten Jahren dazugekauft. Oder aber wegen seiner Staatsdienste in Sulzbach für die Churpfalz (Altpfalz) als Lehen bekommen. Aber noch nicht ganz. Die Churpfalz behielt die westliche Straßenhälfte. Nach dem Aussterben der Wiespecks – 1574 starb sein Sohn und dessen Frau an der Pest – fiel dieses Lehen wieder an die Churpfalz zurück.

Warum es nach dem Aussterben der Wiespecks nur landesherrlich in den früheren Stand zurückkehrte, nicht aber pfarrlich, ist auffällig. Denn die churpfälzische Regierung in Amberg hatte das selbst in ihrer Macht. Es hängt wohl mit dem kalvinistischem Bekenntnis zusammen. Das Wiespeck-Gebiet war mehr lutherisch eingestellt, wenn es auch unter dem letzten Wiespeck, Georg Hektor, mit ihm kalvinistisch werden musste. Aber nach seinem Tode wurde wieder die lutherische Religion eingeführt. Die beiden Richtungen befehdeten einander. Darum wollte Amberg die Pirkacher nicht mehr zum Luthertum zurückkehren lassen. So behielt es die drei Häuser bei seiner kalvinistischen Pfarrei Alfalterbach und hätte am liebsten auch die elf übrigen Häuser mit hinübergezogen. Auf jeden Fall hat man die Entfremdung zu der Pfarrei Batzhausen gern gesehen, wenn auch nicht darauf hingearbeitet. Die Ausrede des Holnsteiner Amtmanns im Visitationsbericht 1579 lässt erkennen, dass Pirkach ganz nach Batzhausen zurückgehört hätte, hätte dieses Amt doch eben so gut gewusst, wie die andere Seite, dass es landesherrlich wieder zum Amt Holnstein zurückzufallen hat. Es waren ja erst weniger als 30 Jahre vergangen. Die alten Kanzleiräte wussten das noch ganz genau.

Vielleicht waren schon vor 1549 solche kalvinistischen Hassgefühle maßgebend dafür, dass man dem Wiespeck nicht das ganze Dorf zum Lehen geben mochte. Zudem Wiespeck noch 1553 einen katholischen Pfarrer vorschlug und Eichstätt ihn auch einsetzte.

Es ist schade, dass immer noch dieser Rest der unseligen Glaubensspaltung vorhanden ist. Pirkach sollte wieder einig sein !!

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Roßamühle

Sie gehörte immer schon zur Gemeinde Deining

Der Name

Der Name Roßamühle stammt von dem Familiennamen "Roser" her. Wann dieser Roser hier tätig war, und der Name von Krondorfer Mühle, auch Kunstdorfer Mühle genannt, geändert wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. Bewohner lassen sich jedoch seit 1566 nachweisen.

Die Lage

Sie liegt am Sportplatz, Straße nach Neumarkt (B 8), Ortsausgang von Deining.

Es wurden hauptsächlich Korn und Weizen gemahlen und in die Orte Winnberg, Kleinalfalterbach, Siegenhofen, Oberbuchfeld, Tauernfeld und Rothenfels geliefert. Heute ist sie ein holzverarbeitender Betrieb.

Aus der Geschichte

1820 zählt die Roßamühle 10 Bewohner.

1823 ersucht der Roßamüller Franz Simson bei dem Bezirksamt in Neumarkt um Errichtung einer Öl- mühle. Am 7. August 1824 wird die Genehmigung erteilt.

1938 Die Mahlmühle wird auf eine Walzenmühle umgestellt.

1949 Das Sägewerk wird errichtet.

1959 Das Wasserrad wird ausgebaut und eine Turbine zur Stromerzeugung eingebaut.

1960 Die Mahlmühle wird geschlossen.

1962 Die Roßamühle liefert elektrischen Strom in das Ortsnetz.

1976 Das neu erbaute Sägewerk geht am 3. Februar in Betrieb.

2000 Durch den neu angesiedelten Biber in der Laber gibt es immer wieder Ärger in der Mühle. Dieser staut nämlich das Wasser so weit auf, dass Keller unter Wasser stehen.

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Rothenfels

Der Ort gehörte bis zur Eingemeindung am 1. Januar 1976 zur Gemeinde Oberbuchfeld.

Der Name

Er stammt von einem Geschlecht der Roten- oder Rottenfels her, die im 13. Jhd. dort zwei Edelsitze hatten, wobei einer zu einer Burg ausgebaut war.

Die Lage

Am nördlichsten Punkt unseres Gemeindegebietes, an einem Waldsaum, liegt das Dörfchen Rothenfels. Der Burgstall ist am westlichen Abhang des Dorfes, in Richtung Lengenbach zu finden. 1634 wurde die Burg durch die Schweden im 30 jährigen Krieg abgebrannt und völlig zerstört. Geblieben ist das Schildwappen der Rothenfelser in der Klosterkirche zu Kastl, wo einige Rothenfelser in einer Familiengruft beerdigt sind.

Die Geschichte

1233 Als Zeuge in einer Schenkung an das Domkapitel zu Eichstätt wird ein Kanoniker namens Hermanus de Rotenfels genannt.

1272 wird ebenfalls ein Hermann von Rothenfels als Zeuge genannt bei einem Verkauf der Güter zu Postbauer von Heinrich von Thann und seinem Schwiegersohn Heinrich Wildensteiner an den Deutschorden zu Nürnberg.

1292 verkaufen die Brüder Konrad und Braun von Rothenfels einen Hof in Hausheim (Gde. Berg) an den Deutschorden. Auch die Kirchensätze zu Tauernfeld und Leutenbach mussten wegen großer Schulden verkauft werden.

1315 sitzt ein Friedrich von Rothenfels auf dem Edelsitz.

1317 verzichtet Heinrich von Rotenvels für sich und seine Erben zu Gunsten von Abt und Konvent des Klosters Kastl auf alle Ansprüche an das Gut zu Ruzelinsvelt (Ritzenfeld bei Illschwang)

1320 bis 1350 haben die Gebrüder Heinrich, Hermann und Konrad Besitzrecht. Diese scheinen den Edelsitz dann gedrittelt und einzeln verkauft zu haben, denn nachfolgend gibt es ein ziemliches Durcheinander von Besitzverhältnissen.

1351 erhält Ludwig der Brandenburger, ein Sohn Kaiser Ludwigs des Bayern, die Feste Rothenfels. Ein anderer Teil geht an die Wolfsteiner in Neumarkt. Auch Heinrich von Dürnwang erhält Teile von Rothenfels. 

1360 verkauft wiederum Albrecht von Wolfstein seinen Teil an den Marquard den Loterbecken. Ebenfalls 1360 erhalten Fritz von Rothenfels und Heinz Volkolt von Thann von Ludwig dem Brandenburger die zwei Teile zum Lehen, die vorher er und Heinrich von Dürnwang besessen hatten. In einer Urkunde vom 6. Juli 1360 versprechen sie zugleich, auch den dritten Teil von den Wolfsteinern zurückzukaufen. Doch die Loterbecken behielten das Wolfsteiner Erbe bis zum Beginn des 15. Jhd.

1376 wird ein Hans Kellner zu Rothenfels und danach Hans Loterbeck und sein Vetter Wilhelm als Besitzer erwähnt.

1399 ist ein Erhart der Loterbeck als Besitzer erwähnt.

1414 Am 9. Oktober, zum Fest des Hl. Dionisius, wird Erhard der Loterbeck auf Rothenfels von Markgraf Friedrich von Brandenburg, Burggraf zu Nürnberg, belagert. Daraufhin "resignierte" er die Feste dem Herzog und Pfalzgrafen Christoph, des Pfalzgrafen Johann zu Neumarkt Sohn, (nachmals König von Dänemark) der erst acht Jahre alt war. Der Markgraf zog daraufhin ab (aus Geschichte des Schultheißenamtes Neumarkt, von Joh. Nepomuk von Löwenthal, 1805). 

Letzte Schilderung ist stark umstritten, da nach anderer Darstellung der Burggraf Friedrich von Nürnberg von 1411 bis 1426 in Brandenburg weilte und Prinz Christoph von Neumarkt erst 1416 geboren wurde, also 1414 noch gar nicht existierte. Erst 1424 war er acht Jahre alt.

1426 kauften die Brüder Lorenz und Friedrich von Sulzbürg die Burg Rottenfels. Als die Wolfsteiner ihnen den Besitz streitig machen, klagten sie

1427 vor dem Pfalzgrafen Johann, sie hätten die Feste mit allem Zubehör gekauft.

1446 ging die Burg in den Besitz von Wolfgang und Gottfried von Sulzbürg über, dann an Rudolph Alber, Kanzler des Schultheißenamts zu Neumarkt.

1470 Letzterer verkaufte Rothenfels an die Burggräfin von Meißen (Gräfin von Hartenstein und Freifrau zu Plauen). Diese wiederum im Jahr

1486 an Erasmus Truchseß von Waltersheim, der im Jahre

1491 ein Saalbuch anlegen ließ, wonach Rothenfels Besitzungen in Oberbuchfeld, Unterbuchfeld, Deining, Siegenhofen, Pelchenhofen, Kadenzhofen, Arzthofen und Tauernfeld hatte.

1504 Beim Landshuter Erbfolgekrieg muss wohl die Burg, genau wie in Deining, zerstört und geschleift worden sein. Übrig blieb offensichtlich nur das Gut (Schloss).

1512 wird als Eigentümer von Gut Rothenfels ein Martin Truchseß genannt.

1539 verkaufte Philipp, Truchseß von Waltersheim das Schloss mit allen Besitzungen an Kurfürst Ludwig und Pfalzgraf Friedrich um 800 Gulden. Von da an unterstand das Gut dem Rentamte Neumarkt. Die Lehensherrschaft erhält der Ittelhofer zu Deining.

1541 erlaubt Pfalzgraf Friedrich dem Georg Burkarter, Kaufmann aus Neumarkt und seinen Nachkommen das Schloss Rothenfels wieder aufzubauen.

1634 In Deining und Winnberg brennen die Schweden die Kirchen ab. Auch in Siegenhofen, Mittersthal und Leutenbach brennen viele Häuser, ebenso das Schloss Rothenfels "bis auf den Grund". Dies war das Ende des Rittergutes, heute ist nur noch ein Teil des Wallgrabens im Wald erkennbar. 

Das Wappen der Rothenfelser

Zu finden an der Balustrade der romanischen Klosterkirche in Kastl bei Amberg.

Wappen von links oben nach rechts unten zinnenförmig schräggeteilt, oben rot, unten silbern. Darüber der Schriftzug ROTTENFELS.

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Sallmannsdorf

Der Ort gehörte früher zur Gemeinde Kleinalfalterbach.

Der Name

Der Name Sallmannsdorf kommt von Salmann, was Treuhänder des älteren deutschen Rechts bedeutet. (Vorläufer des heutigen Testamentsvollstreckers.)

Die Lage

Eineinhalb bis zwei Kilometer westwärts im Tal von Kleinalfalterbach liegt der Weiler Sallmannsdorf. Heute führt eine gut ausgebaute Straße von Großalfalterbach in dieses Tal.

Aus der Geschichte

Zur Zeit besteht Sallmannsdorf aus zwei Höfen mit 12 Einwohnern. Vor hundert Jahren waren es vier Häuser mit 26 Personen. Noch früher sollen es nach unbestätigten Berichten sieben Häuser gewesen sein.

Oberhalb Sallmannsdorf stand seit Mitte des 12. Jhd. eine Klosterburg der Tempelritter. (Geschichte dieses Ritterordens siehe Ortschronik Kleinalfalterbach). Nach der Auflösung des Templerordens 1312 gingen deren Besitzungen größtenteils an die Frickenhofer und Schweppermänner über.

Das Ende dieser Klosterburg ist nicht bekannt. Überlieferungen zufolge haben sich Klein- und Großalfalterbacher Bürger Steine aus der Burgruine zum Bau ihrer Häuser geholt. Die letzten Reste der Ruine sind wohl bei dem Bau der Eisenbahn 1872 beseitigt worden.

Aus Geschichte des Schultheißenamtes und der Stadt Neumarkt von Johann Nepomuk Reichsfreiherr von Löwenthal, 1805: Salmanstorf, ein kleines Dorf, gehörte den Schweppermännern, nach ihnen aber den Frickenhofern. Kunigunde von Frickenhofen, genannt von Salmanstorf, verschaffte 1381 dem Konvent des Spitals zu Neumarkt für sich und ihren sel. Wirth Konrad von Frickenhofen, für Ulrich Beychenhofen (Pelchenhofen) und Niklas seinen Eidam 60 regensburger ewigs Geld auf ihre Mühle zu Salmanstorf. 1392 haben Georg Frickenhofer von Salmanstorf, seine ehelige Wirthin Kunigunde und ihre Erben ihre eigene Mühle daselbst dem obigen Konvent verkauft.

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Siegenhofen

Der Ort gehörte früher zur Gemeinde Unterbuchfeld.

Der Name

Der Ortsname Siegenhofen bei Deining wird auf einen Mann namens "Sigo" zurückgeführt, der hier einen Hof hatte. Wann das war, ist leider nicht bekannt. Alte Schreibweisen: Sygenhoven, Sugenhouen, Sigenhofen. Orte die mit -hofen, -hausen und -dorf enden, sind alle im 7. - 9- Jhd. entstanden. Allein im Kreis Neumarkt gibt es insgesamt 56 solcher Orte, was auf eine starke Zunahme der Bevölkerung in dieser Zeit schließen lässt.

Die Lage

Der Ort liegt an der Straße zur Autobahn nach Velburg. Der Name Siegenhofen taucht in alten Schriften des öfteren auf, es dürfte jedoch immer das Siegenhofen an der Naab bei Schwandorf gemeint sein, wo die Siegenhofer einen Edelsitz hatten. Erst 1326 wird zwischen einem Siegenhofen an der Naab (prope Nabam), und einem Vils-Siegenhofen, oder Siegenhofen im Bezirk Amberg unterschieden.

Die Geschichte

1159 Die Klosterurkunden von Kastl erwähnen einen Arnold von Sigenhouen.

1178 sind die Gebrüder Rutland, Volkold und Ysingrim von Sygenhofen in diesen Urkunden erwähnt - Leider geht daraus nicht hervor, welches Siegenhofen gemeint ist. (siehe oben)

1322 Ein Ulrich Frickenhofer ist Bürge für den Heckl von Siegenhofen.

1367 Die Brüder Heinrich und Wilhelm Loterbeck übergeben dem Kloster Kastl vier Höfe zu Siegenhofen zum Lehen. Heinloth)

1380 Friedrich Sigenhofer zieht als adeliger Bürger nach Neumarkt.

1417 Der Konrad und sein Sohn Hanns der Probst zu Unterbuchfeld, verkaufen ihr Gut zu Sigenhofen dem Dietrich den Leinburger, Bürger zu Neumarkt.

1473 Die Pfarrkirche "zu unserer Lieben Frau" in Neumarkt hat Einkünfte aus Gütern in Siegenhofen (Dr. Ried)

1475 Heinrich Meyer, Bürger von Neumarkt, stiftet 2 Gulden Herrenzins aus seinem Gut in Siegenhofen der Liebfrauenmesse in Neumarkt. Dr. Ried)

1480 Siegenhofen wird eine eigene Pfarrei, St. Pankratius

1505 wird in Siegenhofen während des Landshuter Erbfolgekrieges geplündert

1557 Wird durch Pfalzgraf Ottheinrich von Neuburg die neue Kirchenordnung eingeführt.

1559 Inventar der Kirche: Ein vergoldeter Kelch aus Silber, sechs zinnerne Leuchter, eine Monstranz aus Messing und fünf Messgewänder

1595 verkauft Jacob von Ittlhofer seine Besitzungen in Siegenhofen an Kurfürst Friedrich IV.

1600 Der evangelische Pfarrer ist auch Dorfbader, Schuhmacher, spielt im Wirtshaus zum Tanz auf und leidet trotzdem bittere Not. - Die Pfarrei geht ein und verödet.

1608 Eine Tochter des Siegenhofener Müllers Wolf fällt in den Brunnen und ertrinkt (Pfarramt Deining)

1627 Die Kirche ist baufällig, der Boden ungepflastert, die Sakristei zerstört, die Kirche selbst ausgeleert. Sie besitzt jedoch noch 14 Tagwerk Felder und Wiesen.

1633 Der Pfleger Fabian Adelmann aus Postbauer berichtet über das Hausen der Schweden im 30-jährigen Krieg unter anderem: "Viele Einwohner haben keinen Bissen Brot mehr und kein Samenkorn. Weil sie sogar an Haberbrot Mangel litten, und sich mit anderen ungewöhnlichen Speisen erhalten mußten, starben viele. Die Hungersnot schritt im Schatten einer unheimlichen Begleiterin, der Pest, die unter der entkräfteten Bevölkerung reiche Ernte hielt. Die Leute aßen vor Hunger das Gras auf den Feldern. Wenn ein Soldatenpferd verendete, rauften sie sich um das Schinderfleisch."

1634 Die Schweden brennen einige Gebäude in Siegenhofen ab.

1637 schreibt Magister Dorn, Pfarrer von Deining, in seinem Verzeichnis über den Zehent von Siegenhofen: "Diß dorff Sigenhoffen soll vorzeiten ein absonderliche Pfahr gewesen sein. icund ist eß schon vil jar lang bey mans gedenken kein Pfahr mehr gewesen, sondern ein filial nach Deining."

1670 Kauft der Michl Schreiber für 74 fl das "Paufellige Pfarrhauß sambt einem Gärtl und ¾ Tagwerkh Wisen" mit der Auflage, es zum Kaufpreis zurückzugeben, wenn es wieder als Pfarrhaus gebraucht würde.

1671 Besteht Siegenhofen aus 19 Häusern, 21 Familien und 124 Einwohnern.

1672 wird in einem Verzeichnis der Filiale Siegenhofen berichtet: "Daß dorff Siegenhofen soll ein filial nach Deining zu dermaßen gelegt und eingehendigt worden."

1780 Neuerstellung der Kirche und Einweihung am 3. Oktober 1781 durch Weihbischof Felix von Stubenberg aus Eichstätt.

1790 Trennt sich der Ort schulisch von Deining, nachdem Michael Bögerl in seiner Wohnung die Kinder aus Siegenhofen und Umgebung unterrichtet.

1796 Lässt der Pfarrer Sebastian Yberl aus Deining auf eigene Kosten den Pfarrstadel neu erbauen.

1796 Einer Erzählung nach, betet Erzherzog Karl in der Siegenhofener Kirche vor der Schlacht: "Heiliger Pankratius, der Du alles kannst, laß uns einen Sieg erhoffen." Die Bitte wurde erfüllt, der Ort aber bis auf die Kirche und ein Hirtenhaus zerstört und ausgeraubt.

1837 Ein neues Schulgebäude wird gebaut, da die Deininger Schule zu klein geworden war.

1840 Ein neues Mesner- und Schulhaus für die Orte Siegenhofen, Oberbuchfeld, Arzthofen und Thannbügl wird am 14. März eingeweiht.

1850 Der Pfarrzehentstadel wird an den Schullehrer und Gütler Georg Bögerl für 300 fl verkauft.

1862 Müssen 87 Kinder in einem Schulzimmer unterrichtet werden, daher wird eine Erweiterung des Schulhauses geplant.

1863 Eine Abordnung von Bürgern aus Siegenhofen bitten in Eichstätt um Wiedereinrichtung einer Pfarrei oder Pfarrkuratie. Die Bitte wird am 26. Februar 1863 vom Ordinariat abgewiesen.

1864 Das Schulhaus wird auf 2.250 fl geschätzt, Einkünfte der Schulstelle jährlich 357 fl.

1879 fordert das kgl. Bayerische Amtsgericht Neumarkt den im Jahre 1812 als Soldat in den russischen Feldzug abgegangenen Bauernsohn Alois Gottschalk auf sich zu melden, widrigenfalls er für tot er- klärt wird. (NM-Wochenblatt Nr. 27 vom 3.4.1880)

1889 Das Schulhaus wird nach Westen verlängert und renoviert. Kosten: 14.280 Mark.

1894 Das Vermögen der Kirche wird auf 3.591 Mark geschätzt.

1901 Der Blitz schlägt in den Stadel von Bürgermeister Kirsch ein, das Feuer kann aber durch die Bewohner gelöscht werden.

1935 Die Pfarrkirche St. Pankratius wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

1936 Die neue Kirche wird durch Bischof Michael Rackl konsekriert.

1953 Ein neuer Seitenaltar wird angeschafft.

1966 Das Kirchendach wird erneuert.

1969 Die Schule Siegenhofen wird aufgelöst, es erfolgt die Eingliederung in den Schulverband Deining. Das Innere der Kirche wird restauriert.

1971 Richtet ein Hagelwetter auf den Feldern großen Schaden an.

1985 wird in Siegenhofen ein Obst- und Gartenbauverein (OGV) gegründet.

1992 Pfarrer F. Mattes weiht in Siegenhofen den neuen Spielplatz ein.

1995 Prof. Dr. A. Janko feiert sein 60 jähriges Priesterjubiläum.

1996 Der 60. Weihetag der Siegenhofener Kirche und die Weihe der Friedhofserweiterung wird durch Generalvikar J. Limbacher vorgenommen.

Berühmte Bürger der Gemeinde:

Nach Siegenhofen bei Deining benannte sich der Chorherr Jakob Siegenhofer, der von 1520 - 1524 in Neumarkt lebte. Von 1533 - 1537 erscheint er als Kurfürstlicher Hofpfarrer von Heidelberg und zugleich Pfarrer von Lengenfeld und Stadtkemnath.

Geistlicher Rat und Dekan H.H. Franz-Xaver Obeltshauser, geboren in Siegenhofen. Er war 24 Jahre lang Seelsorger in Spalt, Historischer Forscher und Ehrenbürger.

Georg Bögerl, "Präceptor und Schulmeister allhie". Die Kopie eines Artikels über seine jahrelange, verdienstvolle Tätigkeit als Lehrer und Mesner im Archiv Deining.

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Sippelmühle

Sie gehörte früher zur Gemeinde Waltersberg.

Der Name

Im Jahre 1460 lesen wir von einem Müller namens Ulrich Sippl, der seine Mühle die Sengermühle nannte. Vielleicht hat dieser Müller der uralten Sengermühle einen neuen Namen gegeben. Es ist auch möglich, dass das Volk später die Mühle Sipplmühle nannte, da vermutlich Jahrhunderte lang die Familie Sippl diese Mühle besaß.

Die Lage

Im Naturschutzgebiet der Weißen Laber zwischen Waltersberg und Sternberg liegt die ehemalige Sipplmühle. Heute ist dort ein Campingplatz zu finden, wo die meisten Gäste Dauercamper aus Nürnberg, aber auch aus Holland sind. Das ehemalige Mühlengebäude ist in ein Restaurant umgebaut und ist heute ein Gasthaus.

Aus der Geschichte

Es ist in Archiven nicht viel über diese Mühle zu finden.

Erstmals erwähnt in einem Kaufbrief von 1424, als eine Mühle unter Sternberg, im Besitz von Müller Seng. Daher hieß sie früher auch Sengermühle.

Der Name Sippl ist in unserer Gegend um Döllwang weit verbreitet, und schon in alter Zeit nachweisbar. So ist 1461 ein Sippl in Waltersberg genannt (Neumarkter Gerichtsbuch 11.7). Ein Ulrich Sippl von der Sengermühle war im Oktober 1466 einer der Geschworenen des Gerichts in Hollnstein (Jahresbericht des Historischen Vereins NM 1904). Ein Johann Sippl aus Waltersberg wird 1480 im Schematismus der Diözese Eichstätt genannt. 1480 war auch ein Anton Sippl Ordenspriester in Kastl. 1520 war ein Hans Sippl aus Waltersberg Richter zu Holnstein (Jahresbericht NM 1904/05, S.48). Seit 1718 ist die Familie Sippl in Erbfolge Besitzer der Einöde Waltershof bei Deining. 1760 war ein Leonhard Sippl "Beckhenmühler", also Besitzer der Bäckermühle bei Waltersberg. Eine verwandtschaftliche Beziehung dieser Sippls lässt sich nicht nachweisen, sie geht auch aus den jeweiligen Tauf- und Sterberegistern der Pfarreien nicht hervor. 

Im März 1998, Ingmar Nowak

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Sternberg

Der Ort gehörte bis 1. Mai 1978 zur Gemeinde Waltersberg

Die Lage

Auf der Jurahöhe, östlich des Einschnittes vom Tal der Weißen Laber, an der Straße von Waltersberg nach Großalfalterbach liegt der Ort Sternberg.

Der Name

Der Name des Weilers Sternberg wird als Siedlung auf einem Widder- oder Schafberg erklärt. Das Wort "Stern" geht nämlich auf das althochdeutsche Hauptwort "stero" zurück, was Hammel oder Stär bedeutet. Aus dieser althochdeutschen Bezeichnung können wir schließen, dass die Besiedelung schon sehr früh stattfand.

Aus der Geschichte

Die erste Urkunde, in der Sternberg erwähnt wird, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Es scheint auch in alten Zeiten ein Geschlecht der Herren von Sternberg gegeben zu haben, denn im Zisterziennerinnenkloster Seligenthal bei Landshut lebte im Mittelalter eine Chorfrau namens Agnes von Sternberch. Das Totenbuch des Klosters gedenkt ihrer am 3. März, leider ohne Angabe des Sterbejahres. Seit 1876 wird in Waltersberg ein Geburten-, Trauungs- und Sterbebuch über Sternberg geführt. Kopie im Archiv Deining, Band 68.

Zahlen:

1424 Als Zeugen für einen Verkauf von Albrecht Rostaler aus eyznasper (Eismannsberg) an die Kirche von hünerpeck (Hennenberg) wird u.a. Ulrich der Senng auf der Mühle unter Sternperck genannt. (Urkunde aus der Abtei Kastl, Archiv Deining).

1544 Das Kloster Bergen besitzt eine Probstei, zu der Waltersberg, Laabermühle und Sternberg gehören. Die drei Sternbergbauern besaßen zusammen vier Huben und Klosterlehen, die sie unter sich gleichmäßig verteilten. Die Zinsen beliefen sich auf jährlich 1 Gulden und 50 Kreuzer.

1552 Ottheinrich von Neuburg löst das Kloster Bergen auf und übergibt die Niedergerichtsbarkeit an das Amt in Hollnstein.

1635 Herzog Wolfgang Wilhelm spricht den Klosterbesitz der Studienanstalt der Jesuiten von Neuburg zu.

1760 Ein zweiter Klosterhof wird im Kastenamt Waltersberg für Hans Tischner genannt und ging an dessen Nachfolger Georg Leonhard Tischner über.

1798 Bau der Herz-Jesu-Kapelle in Sternberg infolge eines Gelöbnisses beim Einmarsch der Franzosen.

1801 erhält die Kapelle einen Kreuzweg, geweiht durch den Franziskanerprovinzial Pater Expedit Walter.

1836 Der Weiler Sternberg umschließt vier Häuser und eine Kapelle.

1840 Der Ort wird im Landgericht Neumarkt mit drei Häusern und 25 Einwohnern genannt.

1904 gab es im Weiler Sternberg, Gemeinde Waltersberg, 43 Einwohner und 6 Wohngebäude.

1925 werden in 6 Wohngebäuden 36 Einwohner genannt.

1976 Heinz Schleicher gesteht bei der Kripo in Regensburg vierfachen Mord an Ehefrau und Kindern.

1978 Durch Gemeinderatsbeschluss wird die politische Zugehörigkeit zu Waltersberg aufgelöst, der Ort wird der Großgemeinde Deining eingegliedert.

Herz-Jesu-Kapelle

erbaut 1798, eingeweiht am 8.6.1866. Beschreibung: Ein alt. port. Dachreiter mit einer Glocke von Fa. Hamm in Regensburg. Baupflicht: Gemeinde. Zelebrationslizens vom 7.12.1865 (Das heißt, es dürfen Messen gelesen werden)

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Straußmühle

Durch die Nähe zur Ortschaft Deining, hat sie immer schon hierher gehört.

Der Name

Im "Historischen Atlas von Bayern", Seite 282, hieß die Straußenmühle früher Goldmannsmühle oder einfacher Goldmannsmuhl. Als Besitzer derselben wird um 1450 ein Leonhard Arnold mit seiner Frau Kunigund genannt, die in Döllwang wohnen. (Ortschronik Bd. 30)

Die Lage

Im Tal der Weißen Laber, seitwärts der Straße von Deining zur Eisenbahnbrücke, gegenüber dem Abzweig nach Mittersthal.

Aus der Geschichte

In den Unterlagen der Gemeinde Deining gibt es nur einen Zeitungsausschnitt vom 1.2.1981, in dem ein reger Betrieb an zwei Schleppliften beschrieben wird, die am Skigelände oberhalb der Straußmühle sind:

Die Strecke beträgt 100 Meter, am Waldrand wurde eine Schneebar eingerichtet, wo Damen für den Ausschank "scharfer Sachen" sorgten. Die Theke war immer besetzt! Kinder und Schüler, teilweise maskiert, veranstalteten ein Abfahrtsrennen. Veranstalter war der Skiklub Deining.

1565 ist im Pfarrarchiv vermerkt, daß der "Pallabeckh von der Goldmannsmühl etliche äckher bauet" und daher Abgaben an den Pfarrer leisten soll.

1568 Im Pfarrarchiv Deining wird ein Taufregister geführt, in dem auch die Mühle vorkommt.

1649 Am 22. August wird Hans Polster, Müller auf der Straußenmühle, in seiner Stube vom Donner erschlagen (Pfarrarchiv, Bd. 3)

1820 Die Straußenmühle hat 10 Bewohner.

1833 sind es noch 8, Müller zu der Zeit ist ein Johann Kaiser

2002 Die Laber versandet immer mehr, es sind nur noch wenig Fische drin. Daher beschließt die Gemeinde den Einbau von Sand-Fang-Becken. Tiefe Löcher im Flussbett, wo der Sand sich fangen kann. Bei Bedarf werden sie ausgebaggert.

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Thannbügl

Hierüber sind im Gemeindearchiv z.Zt. noch keine Unterlagen vorhanden. Wenn Sie hier weiterhelfen können, wenden Sie sich bitten an unsere Archivarin bzw. den Ortsheimatpfleger!

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Tauernfeld

Der Ort gehörte neben Deining-Bahnhof und Graßahof zur Gemeinde Leutenbach, wobei zwischen beiden oft ein Streit über die Bedeutung und Größe der Orte entbrannte.

Die Lage

Der Ort liegt 7,2 km südöstlich von der Kreisstadt Neumarkt und 4 km vom Bahnhof Deining, auf einem Hochplateau des Jura, 525 m über dem Meeresspiegel. Alte Schreibweisen: Taurenveld, Turrenveld.

Der Name

Der Name soll von einer Ansiedlung zum Felde des "Ture" oder "Dure" abstammen. Im Volksmund ist auch bekannt: Weil hier viele Felder ringsum mit Stauden, oder "Stauern" umgeben sind, nannte man den Ort früher "Stauernfeld".

Kurzbeschreibung

Tauernfeld ist ein "Haufendorf" und gehörte früher zur Gemeinde Leutenbach. Der größte Teil der Einwohner sind Bauern oder Landwirte, auch die wenigen Gewerbetreibende sind im Besitz von Grund und Boden und betreiben Landwirtschaft. Viele pendeln zu ihren Arbeitsstätten in Neumarkt.

Rundum entspringen mehrere Quellen, so z.B. der "Angelsbach" am Nordauslauf der Ortsflur bei den "inneren Teichäckern". Er speist auch den Ortsweiher, "Kuhweiher" genannt. Der "Mühlbach" hat seine Quellen süd-westlich des Ortes, bei den sogenannten Willibaldsbrunnen und bei den Weihäckern. Er schlängelt sich durch fruchtbare Wiesen gegen Osten hin, vereinigt sich mit dem Wasser des Espangrabens und dem Ausfluss des Kuhweihers und fließt dann in die Weiße Laber. 1636 muss an einem der Bäche um Tauernfeld auch eine Mühle, die "Tosa-Mühle" genannt, gestanden haben. Denn der Pfarrer zu Tauernfeld bezog den kleinen Zehent davon und beklagt, dass diese Mühle "aber maißentheils ödt stehet."

Tauernfeld gehörte zu den Freidörfern, ein Begriff, der um 1450 geprägt wurde. Er bedeutet die Unabhängigkeit von einer übergeordneten Herrschaftsinstanz (Herzog, Pfalzgraf). An der Spitze steht ein Dorfherr, der im Einvernehmen mit dem Dorfältesten für Wahrung von Recht und Ordnung sorgt

Aus der Geschichte

750 Erste urkundliche Erwähnung von Tauernfeld (so steht es in den Unterlagen der Gemeinde Deining, aber keine Erwähnung wo, oder wie. I.N.)

1180 Vom Lehrer Josef Plaß wird 1960 in alten Schriften ein Hermann von Tauernfeld gefunden, der um diese Zeit das Spital von Freystadt verwaltet haben soll.

1315 Beginn der "series parochorum" der Pfarrei Tauernfeld.

1323 Verkauft Heinrich von Münchmayer das Schloßgut Turrenveld. Sein Schwager Seydel von Rothenfels verzichtet dabei auf jeden Anspruch.

1335 Verkauft Volkhold von Thann seinen Hof in Tauernfeld an das Kloster Seligenporten.

1343 Braun von Rothenfels verkauft seinen Besitz zu Tauernfeld und allen Zehent an den Deutschorden.

1480 Tauernfeld ist eigene Pfarrei, gehört dem Deutschorden. Dem Deutschorden stand nicht nur das Recht zu, den Pfarrer zu ernennen (Patronatsrecht), sondern auch die Gerichtsbarkeit (Vogteirecht) auszuüben. Dafür mussten die Bauern eine festgesetzte Gebühr entrichten.

1542 Einführung der Reformation.

1582 Der Rat der Stadt Neumarkt erhält das Pfarrbesetzungsrecht. Dem Pfarrer waren Winnberg, Greißel- bach, Wangen, Döllwang, Siegenhofen, Roßthal und die Kunsdorfer Mühle zinsverpflichtet.

1559 Das Kircheninventar wird aufgenommen: "Ein Kelch mit ein Kuperen vergulten fues und die Schaln silbern, ein silberes particlspuchslein, innenwendig vergult, item vier leuchter, item ein schwarz ablases meßgewand, ein rotes meßgewand, sein beide nichts wert."

1570 Der Lehrer an der Lateinschule in Neumarkt, Graf Abraham von Lichtenstein wird Pfarrer in Tauernfeld.

1600 Die Orte Greißelbach und Wangen werden nach Wappersdorf umgepfarrt.

1603 Am 21. Feb. geriet der Stadtschreiber von Neumarkt Worster mit dem kalvinistischen Pfarrer Spatz in Tauernfeld in Streit, in dessen Verlauf er ihn einen "Narren, auch Flegel und groben Bengel" nannte. Der Pfarrer musste in Neumarkt übernachten, um sich ihm zu entziehen.

1625 Wiedereinführung der katholischen Religion.

1627 Werden im Dreißigjährigem Krieg die Kirchenfenster zerstört, die Wände durchlöchert und die Kirche ausgeraubt.

1629 Die Pfarrei Tauernfeld wird aufgelöst und mit Leutenbach und Winnberg der Pfarrei Deining zuge- ordnet. (Archiv Eichstätt)

1644 Kostenvoranschlag zur Reparatur der Kirche für 136 fl: "Die Fenster zerbrochen, die Wände durch- löchert, die Kirche ausgeleert."

1670 Der Pfarrhof wird an M.Riehl, Schmied in Mittersthal mit Vorbehalt des Rückkaufs, verkauft.

1671 umfasst Tauernfeld nur noch 20 Häuser, 21 Familien und 124 Einwohner.

1682 Das Mesnerhaus wird für 90 fl neu gebaut.

1693 Der Hofkastner von Neumarkt verkauft das Schul- und Mesnerhaus. Der zuständige Pfarrer protestiert, da die Gebäude seiner Meinung nach zum Gotteshaus gehören. Der Kurfürst weist die Klage jedoch ab, da das Rückkaufsrecht der Kirchenstiftung gehört.

1719 Der Rat der Stadt Neumarkt klagt gegen den Pfarrer von Tauernfeld, da dieser kein Bier aus Neumarkt bezog.

1746 Der Deininger Pfarrer Zinckl wird von Eichstätt angewiesen, die Tauernfelder Kirche wieder aufzubauen. Dies geschieht in den Jahren 1770 bis 1780.

1760 genehmigt Herzog Max Joseph den Guss einer neuen Glocke zu 5 ½ Zentner.

1766 Eine Gottesdienstordnung für die Filialkirchen Siegenhofen und Tauernfeld tritt in Kraft.

1779 Umfangreiche Um- und Ausbesserungsarbeiten an der Kirche.

1781 Am 2.10. neue Weihe der Kirche durch Weihbischof Felix von Stubenberg. Das Schiff misst 7 mal 12 Meter, die Kirche ist barock.

1791 Nebenaltäre St. Josef und St. Anna von Schreiner, Bildhauer und Maler neu erstellt.

1795 brannte fast ganz Tauernfeld ab. Das Feuer war im Stall des Schmidbauern ausgebrochen.

1847 Neubau des Schul- und Mesnerhauses neben der Kirche.

1866 Neuer Tabernakel für die Kirche in Tauernfeld.

1875 Die Kirche wird restauriert, Hauptaltar und Nebenaltäre vom Maler Georg Lang, Deining, neu gestaltet. In Tauernfeld leben 120 Personen in 23 Häusern

1913 Bau einer Wasserleitung, Hochbehälter mit 54 cbm.

1922 Ortsgemeinde Tauernfeld bewilligt für die Ablösung des Mesnerhauses 2.500,- Mark.

1923 Das elektrische Licht kommt nach Tauernfeld, eine Glühbirne kostet ca. 13 Millionen Mark (Folgen der Inflation). Der Anschluss eines Gebäudes kostet 680 Millionen Mark.

1928 Ein Schulhausbau in Tauernfeld, da sich die Orte über einen gemeinsamen Standort nicht einigen konnten.

1939 Eine Orgel wird von Fa. Bittner, Eichstätt, angeschafft. Den Dienst als Organist versieht der Lehrer für ein Klafter Holz.

1949 Die Technik hält Einzug: Georg Schuster "Seitz" schafft sich den ersten Traktor im Dorf an.

1952 Vollständige Innen- und Außenrenovierung der Kirche, Kosten 9.000,- Mark. Die Kirchenstiftung schafft 5 neue Fenster von der Fa. Georg Schneider, Regensburg, an.

1953 Wegen zu geringer Schülerzahlen wird die Volksschule geschlossen. Daraufhin wurden von einigen Familien Waisenkinder in Regensburg adoptiert, am 1. Sept. 1954 wurde sie wieder eröffnet.

1959 Die Flurbereinigung beginnt, das ganze Dorf arbeitet mit.

1960 Ein Leichenhaus wird gebaut und eingeweiht.

1961 Eine elektrische Läutemaschine wird angeschafft.

1963 Wird die Dorfkapelle abgebrochen und neu errichtet, 1965 eingeweiht (Muttergotteskapelle). Die Dorfstraßen werden asphaltiert.

1966 Die Gemeinde schafft den ersten Schulbus im Landkreis Neumarkt an.

1969 Das Turmdach der Kirche wird aus Kunstschiefer erneuert, die Gemeinde tritt dem Zweckverband der Sengenthaler Gruppe bei.

1972 Eine gründliche Renovierung der Kirche ist beendet, Kosten 50.000,- DM

1976 Die Gemeinschaftsjagd Leutenbach-Tauernfeld wird geteilt, jeder Ort hat jetzt eine eigene.

1978 Auflösung der Gemeinde und Eingemeindung in die Großgemeinde Deining.

1985 Ein Verein für Gartenbau und Heimatpflege wird gegründet.

1990 Pfarrer W. Brems weiht die neuen Glocken für die Filialkirche.

1991 Von Pfarrer Franz Mattes wird ein neuer Spielplatz eingeweiht.

1992 Das ehemalige Milchhaus wird zum Feuerwehrhaus umgebaut.

1998 Die Straßen werden neu asphaltiert, am Ende wird ein Straßenfest gefeiert. Ein Verein "Zur Erhaltung bäuerlicher Landwirtschaft und Kultur" wird gegründet.

2000 Bau einer Dorfhalle, die 2001 fertiggestellt und von Pfarrer Höfler eingeweiht wurde.

2001 Besuch von Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner, sowie einer Gruppe Russen und Chinesen.

2002 Quiz "Gemeindekini" in der Halle, im Rahmen der 25-Jahrfeier der Großgemeinde. 

Die Kirche

Sie ist dem Heiligen Nikolaus aus Myra geweiht. Dieser Wundertäter und heilige Mann ist beliebt bei allen Kindern, sein Namenstag ist der 6. Dezember. Er ist auch Schutzpatron der Rheinschiffer.

Die Kirche selbst ist eine gotische Anlage, im 18 Jhd. verändert. Sie liegt am unteren Ortsrand in einer Ummauerung mit breitem Spitzbogenzugang, wohl aus dem 16. Jhd. Gotische Chorturmanlage, im frühen 18. Jhd. umgestaltet. Innen 1971/72, außen 1978 restauriert. – Turm mit eingezogener Doppelzwiebelhaube. Flachdecke über Hohlkehle, im eingezogenen, quadratischen Chor mit Bandelwerkstukkaturen.

Ausstattung: Altäre und Kanzel mit eleganter Rocaille-Ornamentik, Mitte 18. Jhd. Hochaltar: Bewegter Aufbau mit Säulen und Volutenpilastern, Altarblatt von Georg Lang, Deining 1875, konkave Volutenpilasterretabel mit Gemälden: links hl. Joseph (1871/72 freigelegt), rechts hl. Familie, wohl ebenfalls von Lang, auf der Mensa Bilder, Herz Jesu und Herz Mariä, in reichgeschnitztem Doppelrahmen. Auf der Mensa des linken Seitenaltars befindet sich ein kleines Leinwandbild (Hl. Antonius) in einem Rokokorahmen mit Sockel. Sign.u.dat. unten links: "Lang 1872". An der linken Schiffswand Figur der Mondsichelmadonna, 1. Hälfte 18. Jhd., gegenüber Kruzifixus und Mater Dolorosa, Mitte 18. Jhd.

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Unterbuchfeld

Bis 1. Mai 1978 mit dem Ort Siegenhofen eigene Gemeinde.

Die Lage

Der Ort liegt im Norden von Deining, an der Verbindungsstraße nach Velburg und zur Autobahn. Diese Straße macht eine S-Kurve mitten im Ort, an der ein Parkplatz liegt. Von dort kann man in ein Tal absteigen, in dem der Zellerbach entspringt. Gegenüber führt an der Kirche vorbei die Straße nach Oberbuchfeld.

Der Name

Die Ortsnamensforscher begründen den Namen "Buchfeld" mit einer Siedlung zum Feld oder im Wald, wo Buchen standen. Die erste Erwähnung des Ortes ist im 14. Jhd., wobei aber nicht zwischen Oberbuchfeld, welches weiter im Norden liegt, und Unterbuchfeld unterschieden wird. Es ist immer nur von "Buchfeld" die Rede.

Aus der Geschichte:

1342 Abt Nikolaus zu Waldsassen verkauft den Edelsitz zu Unterbuchfeld an Albert von Wolfstein. Dadurch wurden die Wolfsteiner Besitzer von Buchfeld, später die Pöllinger.

1358 Siegelt Apel der Schweppermann bei einem Verkauf über zwei Höfe bei "Niedernbuchfeld".

1360 Verkauft Konrad der Waffler eine Wiese zu Niederbuchfeld an Johann Hageln im Kloster Kastl.

1370 Die Frauenmesse in Neumarkt besitzt ein Gut in Unterbuchfeld (nach Dr. Ried, Neumarkt)

1376 wird ein Hans von Buchfeld genannt.

1421 Ulrich Lang Prediger in Neumarkt, erwirbt ein Gut in Unterbuchfeld von Heinz Weigel aus Vel- burg.

1427 bestand eine Hieronymusmesse zu Neumarkt, die mit einem Gut in Unterbuchfeld ausgestattet war. Am 27. April gleichen Jahres verkauft Hans Wendel zu Unterbuchfeld einen halben Gulden Herren- zins an die Stiftung "Reiche Almosen" in Neumarkt.

1428 Besitzen Hans Loterbeck und Pfalzgraf Johann Güter in Unterbuchfeld.

1504 Die Nürnberger plündern im Landshuter Erbfolgekrieg Unterbuchfeld. (Dr. Ried)

1542 Die Reformation wird durchgeführt. Nach Überlieferungen wechselten die Orte Unter- und Ober- buchfeld von 1558 bis 1628 sechsmal den Glauben.

Grausame Sachen:

1597 Leonhard Lang von Oberbuchfeld, Zimmermann und Metzger, wird von Jörg Greiß von Unter- buchfeld mit einem Federspieß geschlagen, dass er nach 7 Tagen starb. (Pfarrchronik Deining)

1602 Ein Webergeselle hieb zwischen Deining und Unterbuchfeld den Rappel von Unterbuchfeld mit einem Beil in die Seite, dass ihm die Lunge heraushing. (Pfarrchronik Deining)

1837 Der Maurer Johann Breindl von Deining wird bei der Kirchweih in Unterbuchfeld erstochen

1629 Eintrag im Kirchenbuch: Die Ehrwürdige Wallfahrt Unterbuchfeld hat nichts als eine Glocke und etliche alte Bilder, die Kirche ist sehr baufällig und hat keine Fenster, Gottesdienst ist selten.<//font>

1637 Magister Georg Dorn stellt ein Verzeichnis über zehentpflichtige Bürger zu Unterbuchfeld auf.

1650 Das Klosterrichteramt Gnadenberg verwaltet ein "Höflein" in Unterbuchfeld (Heinloth)

1671 Gibt es in Unterbuchfeld 24 Häuser, 29 Familien und 136 Einwohner.

1725 In Unterbuchfeld verbrennen alle Gebäude bis auf die Kirche und dem Hof im Tal.

1822 Ca. 30 Personen sterben an "Nervenfieber".

1862 Eine gebrauchte Orgel aus Deining wird in Unterbuchfeld aufgestellt.

1875 Bei einem Großbrand werden 20 Gebäude vernichtet "nur an den drei Dorfecken waren sie stehen- geblieben." (J. Kollmeier, Regensburg, im Archiv Deining)

1885 Das Vermögen der Kirche beläuft sich auf 1.969 Mark.

1901 Das Anwesen von Bürgermeister Kirsch wird durch Blitzschlag zerstört.

1911 Eine Orts-Wasserversorgung wird gebaut.

1939 Eine Poststelle II wird eingerichtet, Posthalter ist Johann Forster.

1940 Für die Kirche wird ein "Steinmeyer Harmonium" für 255,- RM angeschafft

1950 Die Kirchenverwaltung kauft eine Glocke aus Deusmauer, gegossen 1357, um DM 425,-

1954 Die Bewohner spenden jährlich ein Tagwerk Weizen für die Erhaltung der Kirche und des Ewigen Lichtes. Pater Romanus Kölbl aus Unterbuchfeld wird in Münsterschwarzach zum Priester geweiht. Am 27.05.1962 nimmt er Abschied von der Heimat und geht als Missionar nach Afrika.

1957 Ein Leichenhaus wird eingeweiht.

1959 Eine CSU-Ortsgruppe wird gegründet.

1964 Die Schäden am Dach der Filialkirche werden ausgebessert, DM 8.000,-

1966 Das Kirchendach wird erneuert. Eine elektrische Läutemaschine und der neue Glockenstuhl kosten DM 2.800,-

1969 Die Kirche wird innen restauriert, Eingliederung in den Schulverband Deining.

1971 Durch Generalvikar Josef Pfeiffer werden die neuen Glocken geweiht. Pfingsten, abends 20:30 Uhr: Ein Hagelunwetter nie gekannten Ausmaßes zerschlägt die gesamte Ernte auf den Feldern.

1972 Die Staatsstraße und die Ortsdurchfahrt werden neu gebaut.

1974 Für die Kirche werden um DM 5.790,- neue Bänke angeschafft.

1975 Für 15.000 DM wird eine Feuerlöschzisterne gebaut.

1976 Zum 1. Januar wird die Gemeinde nach Deining eingegliedert, Adam Sturm ist letzter Bürgermeister.

1978 Am 1.7. erfolgte die Eingemeindung nach Deining.

1980 Von Dekan Hirschbeck wird am Ortsende nach Lengenfeld eine neue Kapelle der heiligen Drei- faltigkeit geweiht. Das Mosaikbild schuf Bruder Benedikt Schmitz aus Eichstätt.

1989 Eine Volksmission findet im Ort statt.

1990 Die Freiwillige Feuerwehr Unterbuchfeld feiert ihre 90 Jahrfeier.

1996 Die Filialkirche in Unterbuchfeld wird renoviert.

2000 100 Jahrfeier der FFW Unterbuchfeld.

2001 Der Kern des Ortes wird durch eine Arbeitsgemeinschaft aller Dorfbewohner umgestaltet und ein Dorfmittelpunkt vor der Kirche neu geschaffen.

2003 Der neue Dorfplatz wird eingeweiht.

Die Kirche

Die Kirche St. Maria ist eine Filialkirche von Deining. Der Frühgotische Bau misst 10 mal 8 Meter, die Mauern sind bis 1,30 Meter dick. Im 17. oder 18. Jhd. wurden bauliche Veränderungen vorgenommen. Im Ostturm befindet sich ein quadratischer Chor mit Kreuzgewölbe, der Hochaltar mit der Darstellung der Himmelfahrt Mariens stammt um 1700. Aufbau mit gewundenen, laubumrankten Säulen und seitlicher Akanthus-Schnitzerei. Im Mittelfeld Relief der himmelfahrenden Maria, darüber die hl. Dreifaltigkeit. Als Seitenfiguren die hl. Anna Selbdritt und hl. Joachim. – Linker Seitenaltar mit zwei gewundenen Weinrebensäulen und reichem Knorpelwerk nach Mitte des 17. Jhd.; Altarblatt nazarenisch. Gegenüber eine Rosenkranzmadonna, erste Hälfte 18. Jhd. An der Empore Doppelwappen in Akanthusrahmen. Es gibt keinen eigenen Friedhof, die Toten werden in Deining beigesetzt.

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Waltersberg

Bis 1. Mai 1978 eigene Gemeinde und Pfarrei

Mit dem Ort Sternberg, sowie der Laabermühle, Bäckermühle, Sipplmühle und Kreismühle

Lage des Ortes

Auf lichter Höhe, 516 Meter auf dem Jura, am Südhang zum Naturschutzgebiet der Weißen Laber, liegt die Ortschaft Waltersberg. Diese Gegend war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Mehrere Gräberfelder und Grabhügel "im Loh" und bei der "Daubrinne" weisen darauf hin:

1. Ein Grabfeld von 4 Hügeln 800 ssö der Kirche und 500 m nö der Kreismühle, auf der Flur "im Loh"

2. Am Rande der Hochfläche 3 Grabhügel 1450 m ssö der Kirche und 600 m sö der Kreismühle.

3. Etwa 600 m onö von Waltersberg und 500 m wnw der Sipplmühle, bei der "Daubrinne", 10 aus Steinen aufgebaute und mit Gras überwachsene, flache Grabhügel.

Der Name

Ortsnamensforscher deuten den Namen Waltersberg als eine Bergsiedlung des "Waltheri", d.h. des gebietenden Kriegers (von walt = gebietend, hari oder heri = Krieger).

Kurzbeschreibung

Waltersberg besaß wie so viele Orte unserer Heimat auch sein eigenes Edelgeschlecht, dass sich die "Waltersberger" nannte. Die Stammväter waren die Herren von Stein. Das Schloss stand einst hinter der Kirche und wurde "Steinerhaus" genannt. Walter von Stein fügte seinem Vornamen die Silbe "berg" an und nannte sich fortan Waltersberg. Nach ihm kam der Besitz durch Erbschaft an die Hohenfelser. Dann folgten die Gundelfinger, die das Gut aber mit ihrem Besitz in Holnstein vereinigten und die übrigen Güter zerstreuten.

Die Talgründe der Weißen Laber im Gebiet von Waltersberg weisen in manchen Stücken eine Vielzahl seltener Pflanzen auf, sodass etliche Landstriche unter Naturschutz gestellt sind. Der Kundige stößt dort auf den lang- und rundblättrigen Sonnentau, das echte Fettkraut, den Fieberklee, das gefleckte und breitblätterige Knabenkraut, die blaue "Himmelsleiter", usw. Es handelt sich bei dieser Pflanzengemeinschaft um ein "floristisches und soziologisches Kleinod" laut Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Neumarkt.

Die Geschichte in Zahlen

976 Der Ort wird urkundlich erstmals genannt, als die Witwe des Herzogs Berthold von Bayern dem Kloster Bergen bei Neuburg Güter von Waltersberg schenkte. Archiv Deining)

1028 Wird diese Schenkung durch Kaiser Konrad II. bestätigt

1278 Schreibt Bischof Hildebrand von Eichstätt über die Lehensgüter eines Gottfried von Heideck an den Burggraf Friedrich von Nürnberg, er solle anerkennen, dass die Vogteirechte über die Güter zu Waltersberg dem Hochstift Eichstätt gehören.

1309 Die 1. Kirche in Waltersberg ist der Hl. Walburga geweiht.

1326 Gehört Waltersberg zum Amt Holnstein.

1352 Wird ein Ulrich von Waltersberg urkundlich erwähnt, er war Bürger zu Neumarkt

1379 "incorporierte" Bischof Rabno von Eichstätt dem Kloster Monheim die Kirche zu Waltersberg mit den Zehentgütern.

1416 Erstmals wird eine Mühle "unter Waltersberg" erwähnt.

1425 Pfarrer Thunrad Rosthaler von Wissing verkauft sein Gut zu Waltersberg an den Bürger Hermann Smucker in Neumarkt. Zeuge ist der Wirt Ulrich "von Waltersperg"

1451 Eine Messe wird von der Jungfrau Barbara Lomlin aus Neumarkt gestiftet.

1480 Wird Waltersberg als Leonhardipfarrei erwähnt.

1522 Tauscht Pfalzgraf Otto vom Kloster Bergen gegen die Hofmark Gansheim die Güter zu Walters- berg ein, "...die hinvordem dem Kloster Monheim zugehörig gewest." <//font>(Bernh. Heinloth, Seite 201)

1554 Wird durch die Kurpfalz die Reformation eingeführt, die Kirche verfällt.

1581 Wird die Bevölkerung zum Kalvinismus gezwungen.

1629 Wird der Ort wieder katholisch, eine neue Pfarrkirche wird gebaut. Zu dieser Zeit hat Graf Tilly von Holnstein das Besetzungsrecht.

1637 Wird im Schwedenkrieg der Pfarrhof niedergebrannt und der Ort bis auf drei Häuser total zerstört.

1744 Umfasste das Klosterbergische Kastenamt zu Waltersberg folgende Güter: Waltersberg, Roßthal, Sipplmühle, Sternberg und Thann.

1752 Der Karmelitenpater Nemesius von Abensberg gründet die Bruderschaft der Skapulierbrüder (Das Skapulier ist ein Ordensgewand)

1758 Schreibt der Pfarrer Anton Bartscherer ans Bischöfliche Ordinariat in Eichstätt, dass die "hochlöb- liche Regierung das alte ruinöse Gotteshaus niederreißen solle und dagegen zu des Allerhöchsten Gottes größerer Ehr ein herrliches Gotteshaus zu errichten gedenket."

1759 Beginnt unter Kurfürst Max III. Joseph der Bau der barocken Pfarrkirche um 6000 Gulden, dem der Schreinermeister Ulrich Wiest aus Neumarkt im französischen Barock den Hochaltar fertigt.

1760 Das Kastenamt legt eine Grundbeschreibung an, in der alle Besitzungen erfasst werden.

1781 Wird die in Gold und hellen Farben gehaltene Kirche renoviert und unter dem Bischof Johann Anton III. Freiherr von Zehmen dem Hl. Leonhard geweiht.

1796 Die Franzosen verwüsten Waltersberg.

1836 Nach einer Zählung des Kastenamtes besteht Waltersberg aus 36 Häusern, einer Pfarrkirche, einem Pfarrhof, einem Schulhaus und einem Wirtshaus.

1840 Im Bayerischen Ortsverzeichnis sind 35 Häuser und 216 Einwohner in Waltersberg genannt.

1879 Wird das Schulhaus erweitert.

1884 Eine Orgel von dem berühmten Orgelbaumeister Bittner in Nürnberg wird angeschafft.

1897 Gründet der Pfarrer Johann Baptist Mößl die Raiffeisenkasse Waltersberg.

1901 gründet er die erste freiwillige Feuerwehr und ist ihr erster Vorsitzender.

1903 Brennt der Pucherschmied in Waltersberg den letzten Kohlenmeiler.

1904 Es werden 40 Wohngebäude und 216 Einwohner gezählt. Der Ort gehörte zum Bezirk Beilngries.

1908 Ein neues Schulhaus als Erweiterung zum alten wird als "das kleine Schulhaus" gebaut.

1922 Gründung der SKK Waltersberg.

1925 Nach einer neuen Zählung sind es 51 Haushalte mit 291 Einwohnern und eine Fläche von 868,68 Hektar. Die Gemeinde umfasst 6 Ortschaften mit 149 Männern und Knaben, 142 Frauen und Mädchen 181 Ledige, 97 Verheiratete, 13 Witwer und Witwen, 208 Katholiken, 11 Protestanten, 208 Bayern, 7 andere Reichsangehörige und 4 Ausländer.

1940 Wird Waltersberg an das elektrische Licht angeschlossen.

1948 Wird die Wasserleitung in Betrieb genommen.

1957 Wird die Umgehungsstraße gebaut und die Dorfstraßen geteert.

1958 Wird bis 1961 die Flurbereinigung durchgeführt.

1967 Erfolgt der Bau eines Leichenhauses und der Friedhof wird neu angelegt.

1969 Wird ein neuer Pfarrhof errichtet. - Waltersberg wird dem Schulverband Holnstein eingegliedert, die Grundschule bleibt.

1970 Ausbau sämtlicher Ortsstraßen, der Straße nach Sternberg und der Anschluss der Bäcker- und Kreis- mühle. - Eine Straßenbeleuchtung wird eingeführt und ein Neubaugebiet "Am Steinet" eingerichtet.

1972 Das "Große Schulhaus" wird im Zuge des Straßenbaus abgebrochen. Im Zuge der Landkreisreform wird Waltersberg von Beilngries weg und Neumarkt zugegliedert.

1974 Ein neues Kriegerdenkmal mit 36 Namen wird eingeweiht.

1975 Entschließt sich der Gemeinderat unter Bürgermeister Xaver Schneider zum Anschluss an Deining zum 1. Mai 1978

1976 Findet die Schülerin Eva Kipfstuhl aus Waltersberg beim Steineklauben auf dem Acker bei der Laabermühle eine versteinerte Schnecke von 8 cm Länge. Geschätztes Alter ca. 150 Millionen Jahre. Heute im Heimatmuseum Neumarkt.

1978 Waltersberg kommt zum Schulverband Deining. - Am 1. Mai erfolgt die Eingliederung in die Groß- gemeinde Deining.

1983 Ein Obst- und Gartenbauverein (OGV) wird gegründet.

1984 Wird das Kalkquellenmoor der Weißen Laber unter Naturschutz gestellt. Strafen bis 50.000,-DM drohen dem, der dies missachtet. Im Dezember wird eine KLJB gegründet.

1986 Ein Kinderspielplatz im ehemaligen Schulgarten wird eingeweiht. Im Vereinslokal Distler gründen neun Männer den "Fischereiverein Labertal Deining".

1987 Im Alter von 89 Jahren stirbt der Bischöflich-Geistliche Rat Peter Hollweck in Neumarkt. Er war von 1931 bis 1969 Pfarrer in Waltersberg.

1990 Der Ort erreicht beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" den dritten Platz. Das Schulhaus wird an eine Firma für Designermöbel vermietet.

1992 Die Raiffeisenbank Waltersberg wird mit der Raiffeisenbank Neumarkt verschmolzen. Erstmals fließt Wasser der neuen "Sengenthaler Gruppe" durch die Rohrleitungen.

1993 Pfarrer Güthlein feiert 25 jähriges Priesterjubiläum in seinem Pfarrort.

1995 Die Waltersberger Jagd mit 870 ha wird neu verpachtet. Bisher Familie Dr. Emmert.

1996 Aus gesundheitlichen Gründen geht Pfarrer Güthlein in den Ruhestand. Seither kein eigener Pfarrer mehr in der Kirchengemeinde.

1998 Aufteilung des Gemeindegrundes an "die Rechtler". Sie gründen eine Waldeigentümergemeinschaft. Der letzte Pfarrer von Waltersberg, Friedrich Güthlein, stirbt am 06.12. in Kippenwang.

1999 Mit Bischof Dr. Walter Mixa wird die renovierte Pfarrkirche St. Leonhard wiedereröffnet.

2000 Eines der letzten alten Gebäude, "Boseffl" wird abgerissen. Der Obstberg wird mit einem Neubau einer Straße erschlossen.

2001 Im Juni 100 Jahrfeier der FFW. Waltersberg zählt 264 Einwohner mit Haupt- und 11 Einwohner mit Nebenwohnsitz.

2002 Beginnen die Arbeiten zur Kanalisation, alle Straßen werden aufgerissen, der Platz "Am Plan" durch die Dorfgemeinschaft neu gestaltet.

2003 Abschluss der Arbeiten und Asphaltierung aller Straßen, Mitglieder des OGV nehmen alle Anpflan- zungen in vielen Arbeitsstunden ehrenamtlich vor.

2004 Für die Jugend wird ein Freizeitgelände am Bolzplatz erstellt.

Die Kirche

Pfarrkirche Patr. S. Leonhard, erbaut 1758/59, konsikriert 5.10.1781 durch den Eichstätter Bischof Johann Anton III. Freiherr von Zehmen. Schiff 15 x 11 Meter, Stil barock. Chor mit einem Joch und dreiseitigem Schluss. Langhaus mit drei und einem halben Joch. Turm mit Sakristei südlich vom Chor. An der Decke des Kirchenschiffes Fresko der Auferstehung, in einfachem Stuckrahmen, durch Restauration von Kirchenmaler Weingärtner aus Pfaffenhofen/Ilm verdorben. In den Zwickeln stukkierte Rokokoornamente mit Vasen und kleinen, auf St. Leonhard bezogene Fresken. An der Westempore Fresken aus dem Leben des hl. Leonhard. Der Hochaltar auf sechs Säulen mit stark geschwungenem Gebälk, bekrönt von Gott Vater auf der Weltkugel, von Engeln getragen. Unten die Figuren der Hl. Margaretha, Nikolaus, Hippolitus, Michael. Stattlichster Altar des 18. Jahrhunderts im Bezirk, gefertigt von Ulrich Wiest aus Neumarkt für 355 Gulden. Ebenso die Seitenaltäre und Beichtstühle für 330 Gulden. Die Glocken stammen aus der Werkstatt von Gabriel Reinburg in Amberg, 1733. Die Orgel von dem berühmten Orgelbaumeister Bittner aus Nürnberg, 1884.

Vor dem Eingang eine Seelenkapelle, darin bemalte Steinfigur des Erbärmde-Christus um 1400.

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Waltershof

Die Einöde Waltershof gehörte zur Gemeinde Mittersthal.

Die Lage

An einer neu ausgebauten Straße zwischen Mittersthal und Unterbuchfeld liegt umgeben von Feldern der Ort Waltershof. Diese Straße wird vom Schwerverkehr von der Autobahn her gern genutzt, die den Deininger Berg vermeiden wollen.

Der Name

Nach Löwenthal, Geschichtsschreiber des Schultheißenamtes Neumarkt, ist der Ursprung von Waltershof Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts anzusetzen. Es sei von Erasmus und Martin, den Truchsessen von Waltersheim erbaut worden. Tatsächlich saßen diese 1486 auf Rothenfels; ob sie auch in Deining Besitz hatten, lässt sich nicht nachweisen.

Aus der Geschichte

Es scheint vielmehr, dass Waltershof viel älter als oben angegeben ist. Denn zu den ersten Ansiedlungen in unserer Gegend rechnet man im allgemeinen Orte mit der Endung -ing, -heim und -hof. So trifft also auf Waltershof die gleiche Annahme wie auf Deining zu, d.h. 6. bis 7. Jhd.n.Chr.

Im Zinsbuch des kurfürstlichen Hofkastenamtes Neumarkt aus dem Jahre 1485 ist Waltershof nicht aufgeführt, doch wird es dort einmal genannt. Dies ist die älteste Erwähnung des Gutes. Eigentlich sind es zwei Höfe, die seit der Einführung von Hausnummern im Jahr 1790 aufgeführt sind.

In der Zeit des 30-jährigen Krieges teilt die Einöde das Schicksal der umliegenden Ortschaften: 1626 Einquartierungen, 1633 nehmen die Schweden das Vieh, Getreide und Einrichtungsgegenstände mit (der Schaden beträgt 400 Gulden), 1648 brennen Soldaten des schwedischen Generals Wrangl ein Haus nieder, die Bewohner leben in Angst und Armut.

Es folgte eine Friedenszeit, bis im August 1796 bei der großen Schlacht um Deining die Einöde zwischen den beiden Angriffslinien Daßwang und Lengenfeld lag. Am 22. August befreite zwar der Sieg des Erzherzogs Karl von Österreich die Gegend von den Franzosen, aber die nachrückenden kaiserlichen Truppen benahmen sich nicht viel besser. (Jahresbericht des Hist. Vereins Neumarkt 1924/26). Seither hat jedoch kein feindlicher Soldat mehr das Gebiet betreten.

Bezüglich der Besitzer werden ab 1500 die Dürnhofer, ab 1597 die Reckel oder Rackl, ab 1718 die Sippl genannt.

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